Ein Aktivposten im Dorf

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Vielfältig engagiert: Pauline Zierer, hier am Dorfbrunnen mitten in Seestall.

Seestall – Wenn sie kein Aktivposten ist, wer dann? Pauline Zierer aus Seestall bringt sich vielfältig in die Dorfgemeinschaft ein. Sie ist Schatzmeisterin beim Schützenverein – und das seit 28 Jahren. Sie gehört zur Seestaller Mannschaft, die im Rundenwett- kampf in der Kategorie Auflagegewehr dabei ist. In der Radlgruppe 60 plus unternimmt sie mit anderen Frauen und Männern aus dem Dorf jede Woche eine Tour. Bei Veranstaltungen – sei’s auf dem Dorffest oder auf dem Weihnachtsmarkt – ist sie stets zur Stelle, auch beim Abspülen oder beim Putzen.

Pauline Zierer lebt das Ehrenamt. Dafür spricht auch, dass sie zwölf Jahre als Schriftführerin beim FC Seestall fungierte und 15 Jahre Vorturnerin war. Zehn Jahre hat sie zudem in Leeder Theater gespielt. 2003 hatte sie aufgehört. Die 61-jährige Frau mit den kurzen Haaren erinnert sich noch daran, dass sie mitunter „undankbare Rollen“ ausfüllen musste. Dankbar zeigt sich Pauline Zierer darüber, dass sie in der Ortschaft Seestall so gut aufgenommen worden ist. 

1972 zog sie – gerade 18 Jahre alt – mit ihrem Freund in das Anwesen, das den Schwiegereltern gehörte. 1975 heiratete sie dann Gerhard Zierer, der aus Penzing stammt. Die Beiden haben zwei Kinder und zwei Enkel. Tochter Susanne (37) ist in Kiefersfelden zu Hause. Sohn Christian (35) wohnt mit der Familie in Leeder. 

Aufgewachsen ist Pauline in Erpfting. Sie ist das zweitälteste von fünf Geschwistern. Die Mutter starb nach der Geburt des fünften Kindes. Pauline war damals zwölf Jahre alt. Mit 18 ging sie zu Messtechnik Dittl in Landsberg. Dort lernte sie ihren Mann Gerhard kennen, der Werkzeugmacher war und aus Penzing stammte. 

Beide zogen nach Seestall, wo sie 35 Jahre lang mit der Schwiegermutter, die heuer verstarb, unter einem Dach lebten. Zwölf Jahre arbeitete Pauline Zierer bei Lebensmittel Gilg in Asch. Aufgehört hat sie, weil sie sich zusammen mit ihren Geschwistern fünf Jahre um den pflegebedürftigen Vater kümmerte, der 2009 verstarb. 

Anschluss gefunden 

Weil sich Ehemann Gerhard den Fußballern im Dorf anschloss und später beim FC Seestall die erste Mannschaft trainierte, entwickelte sich für die Familie Zierer in der 600 Einwohner zählenden Ortschaft schnell ein Freundeskreis. Der wurde größer, als Pauline in den Schützenverein ging. 1987 wurde sie erstmals zur Kassierin gewählt. Auch teilt sie verlässlich ein, wer an welchen Schießabenden für die Bewirtung zuständig ist. „I wollt’ ja schon oft aufhören“, gesteht die 61-Jährige, die gern Blasmusik und echte Volksmusik hört. 

2015 hat sie sich dann doch noch einmal bereiterklärt, in dem 140 Mitglieder zählenden Verein die Aufgabe des Schatzmeisters zu übernehmen. Stolz ist sie darauf, dass im kleinen Seestall noch ein eigener Schützenball auf die Beine gestellt wird, bei dem auch eine Band spielt. Dass dies so bleibt, dafür setzt sich Pauline Zierer – der Aktivposten im Dorf – mit Nachdruck ein.

Johannes Jais

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