"Bei Frau Meyer klappt das!"

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hr großer Garten muss warten: Rosemarie Meyer hat mit ihrer ehrenamtlichen Aufgabe bei den Maltesern alle Hände voll zu tun.

Landsberg – Ehrenamtliche Arbeit hält jung: Rosemarie Meyer, Leiterin des Besuchs- und Begleitdienstes der Malteser Landsberg, sind ihre 73 Jahre nicht anzusehen. „Ich bin froh, dass ich noch so gesund bin. Manche von denen, die wir betreuen, sind jünger als ich“, erzählt sie.

Vor vier Jahren fragte sie die Geschäftsstelle des Malteser Hilfsdienstes e.V. in Augsburg, ob sie nicht den Sozialdienst in Landsberg aufbauen wolle: „Wenn Sie das machen, dann klappt das“, war man in Augsburg überzeugt. Meyer sagte ja: „Ich war früher Steuerfachgehilfin, organisieren sollte ich schon können“. Damals begann sie mit der Außenwerbung für ehrenamtliche Mitar- beiter und konnte gleich 30 Adressen sammeln. „Heute bekomme ich leider kaum mehr jemanden“, gibt sie zu. Sie begrüßt das große Engagement der Bürger in Stadt und Landkreis Landsberg für die Flüchtlinge, „ein Nebeneffekt ist aber, dass wir niemanden mehr finden.“ 

Im Moment sind es 17 ehrenamtliche Helfer, die Rosemarie Meyer beim Hilfs- und Besuchsdienst zur Seite stehen. Sie helfen beim Einkaufen, besuchen ältere Menschen zu Hause, reden mit ihnen, gehen spazieren, lesen vor. „Es geht darum, den Menschen Gesellschaft zu leisten und, wenn möglich, dafür zu sorgen, dass sie auch einmal außer Haus kommen“, sagt Meyer. Denn eines der wirklich großen Probleme sei deren Einsamkeit. 

Über 1000 Stunden 

Wenn bei ihren Helfern mal Kapazitäten frei sind, versucht Meyer, die Arbeiterwohlfahrt (AWO) oder den Caritas-Verband zu unterstützen. Aber das passiert selten. Im Moment betreut Meyers Team insgesamt 19 Personen, die in irgendeiner Weise Hilfe benötigen, seien das körperliche Gebrechen oder auch geistige wie zum Beispiel Demenz. Im vergangenen Jahr kam sie mit ihrem Team zusammen auf über 1000 Stunden. 

Die Ehrenamtlichen werden vor ihrem Einsatz geschult: Sie erhalten einen Erste-Hilfe-Kurs und einmal im Jahr gibt es eine zweitägige Helfergrundausbildung. „Wenn jemand uns helfen möchte, treffe ich mich mit ihm und erkläre ihm, wie seine Hilfe aussehen kann“, erläutert Meyer. Meistens macht sie das bei demjenigen zu Hause, „denn da bekomme ich einen besseren Eindruck von der Person.“ Dann kann sie auch beurteilen, welchem Hilfebedürfti- gen sie diesen Ehrenamtlichen zuteilt: „Da muss einfach die Chemie stimmen“, so Meyer. 

Nur einmal habe sie bisher jemanden ablehnen müssen: „Die hat gleich gefragt, wie viel sie verdient. Aber beim Ehrenamt gibt es eben nur zwei Dinge: Die Ehre und das Amt“, fügt sie hinzu. Dass so eine Betreuung teilweise an die Nieren geht, gibt Rosemarie Meyer unumwunden zu: „Es liegt ja in der Natur dieses Amtes, dass man auch mit dem Sterben konfrontiert wird.“ Und Meyer respektiert die Entscheidung ihrer Teammitglieder, auch wenn sie nicht mehr helfen möchten. „Aber ich habe offensichtlich ein sehr einnehmendes Wesen“, sagt sie lachend. 

Als Dankeschön für die Ehrenamtlichen organisiert sie Treffen im Malteserhaus in Kaufering, vor Weihnachten gibt es eine Adventsfeier „und am 3. Oktober dieses Jahr fahren wir alle zusammen nach Speyer“, kündigt Meyer stolz an. Die Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit ist ihr wichtig. Die gemeinsamen Aktivitäten dienten aber auch zum Austausch der Helfer untereinander. 

Karte zum Geburtstag

Einen eisernen Grundsatz gibt Rosemarie Meyer ihrem Team mit: „Beruf und Privatleben gehen immer vor.“ Wenn jemand verhindert ist, übernimmt kurzerhand Meyer dessen Dienst. Sie ist für alle ihre ‚Mitarbeiter‘ jederzeit erreichbar, sie hört ihrem Team zu, ist für sie da. „Und jeder bekommt auch eine Karte zum Geburtstag.“ Und wenn sie „mal Zeit hat“, widmet sich Rosemarie Meyer ihrem großen Garten und ihren Katzen. Oft ist das nicht. „Aber zum Verschimmeln auf der Couch hab ich immer noch Zeit“, sagt sie lachend. Rosemarie Meyer ist bei den Maltesern unter der Telefonnummer 08191/70006 zu erreichen.

Susanne Greiner

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