Immer mehr Nachfrage

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Die Nachbarschaftshilfe Dießen läuft für Vorsitzende Sabine Krämer nach eineinhalb Jahren auf Hochtouren.

Dießen – „Die ehrenamtliche Arbeit ist eine wertvolle Bereicherung meines Lebens. Es macht mich glücklich, wenn ich etwas Gutes tun und Unterstützung geben kann“, sagt Sabine Krämer, die vor eineinhalb Jahren zu den Gründungsmitgliedern der Nachbarschaftshilfe Dießen zählte und seitdem deren Vorsitzende ist. In dieser Rolle ist sie mittlerweile vielen Menschen in Dießen und Umgebung bekannt.

Doch auch vor dieser Zeit war es für die 52-Jährige selbstverständlich, ehrenamtlich aktiv zu sein. „Als Jugendliche und junge Frau habe ich mich in und für die kirchliche Jugendgruppe meines Geburtsortes Kaufering engagiert. Meine Kinder sind in München zur Welt gekommen und vor 18 Jahren kamen wir nach Riederau. Dort habe ich wieder begonnen, etwas zu tun“. Sabine Krämer war Mitglied im Elternbeirat, engagierte sich im Sportverein, im Besuchsdienst der Kirche, im Bücherteam des Ammersee-Gymnasiums, in der Asylbetreuung und seit einiger Zeit unterstützt sie einmal im Monat die Kep-Beratung des Landratsamtes.

„An jedem zweiten Dienstag im Monat findet der Kratzertreff in Landsberg bei der Karolinenbrücke statt. Dort werden Menschen die ehrenamtlich aktiv werden wollen, aber noch nicht genau wissen, was sie machen möchten, beraten. Das macht so viel Spaß, dass ich es auf keinen Fall aufgeben möchte“. Auch die Nachbarschaftshilfe laufe nach eineinhalb Jahren auf Hochtouren, erzählt sie: „Wir werden immer mehr nachgefragt, deshalb suchen wir nach weiteren Mitstreitern. Das sollten Menschen sein, die einfach gerne helfen.“ 

Ein Aufgabenspektrum sind zum Beispiel Fahrten zum Arzt oder in Kliniken. „Besonders über männliche Verstärkung würden wir uns freuen. Manchmal geht es eben nicht ohne Männer“, meint die 1. Vorsitzende. Zum Beispiel dann, wenn es darum gehe, mal schwere Einkäufe zu befördern oder kleine, handwerkliche Arbeiten zu erledigen. Krämer erinnert sich an eine alte Dame die eine Operation hinter sich hatte und deren Mann schwerkrank im Weilheimer Krankenhaus lag. „Sie war so dankbar dass wir sie hingefahren haben und bei ihr geblieben sind. Denn mit dem Zug hätte sie das nie geschafft. Aber auch jungen Leuten helfen wir gern.“ 

Da ist zum Beispiel die junge Zwillingsmama, die sich immer freut, wenn wir kommen, weil sie dann mal in Ruhe und ohne Stress duschen kann. Eine weitere wichtige Aufgabe der Nachbarschaftshilfe ist allerdings nicht nur die direkte Hilfe, sondern auch die Wegweiserfunktion zu weiterführender professioneller Hilfe. „Senioren brauchen häufig einen Pflegedienst, Familien empfehlen wir gerne das Kinderbüro oder die KoKi. Es gibt so viele tolle Anlaufstellen in Landsberg, und die sind für alle Menschen im Landkreis da“, betont die engagierte Riederauerin, der es wichtig ist, Netzwerke zu knüpfen, zum Beispiel mit der Familienhilfe in Windach, mit der AWO in Dießen oder mit den Vereinen „Füreinander“ in Utting oder „Gemeinsam“ in Schondorf. 

Seit Februar betreibt die Nachbarschaftshilfe außerdem das Kaffee „Einfach sein“ in den Räumlichkeiten der Dießener Caritas. Ein offener Treff, der nach der Sommerpause wieder jeden Dienstag von 14 bis 17 Uhr stattfinden wird. Dort wird gebastelt oder gespielt, gemeinsam gesungen und musiziert oder einfach nur geredet. „Das ist ganz unkompliziert, man muss sich nicht anmelden und man kann kommen und gehen, wann man will“. „Ich habe viel Gutes erfahren im Leben, davon möchte ich einfach etwas weitergeben“, sagt Sabine Krämer zum Abschied.

Ursula Nagl

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