»Zahlen sind mein Metier«

KREISBOTEN-Serie Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten: Ingrid Hohenadl aus Leeder

Ingrid Hohenadl aus Leeder
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Ist den Umgang mit Zahlen gewohnt: Ingrid Hohenadl aus Leeder.

Leeder – Den Satz spricht Ingrid Hohenadl im Ton der Überzeugung aus: „Zahlen sind mein Metier.“ Die ehemalige Bankkauffrau war es gewohnt, „mit großen Summen umzugehen“. Das kam ihr auch als Kirchenpflegerin zugute, als der Verkauf des Pfarrhofs und des Pfarrheimes ebenso zu stemmen waren wie der Neubau des Hofgartenhauses oder die Sanierung des Kirchturmes.

Für ihre Verdienste ist die 69-jährige Frau mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten gewürdigt worden. Nahezu 24 Jahre war sie in der Kirchenverwaltung Leeder aktiv; davon trug sie sechs Jahre Verantwortung als Kirchenpflegerin.

Die Renovierung der Kirche – gekostet hat das 1,2 Millionen Euro – wurde in fünf Abschnitte aufgeteilt. Herzstück der Maßnahmen war der 36 Meter hohe Turm mit dem Glockenstuhl. „Die Handwerker haben so viel Liebe reingesteckt“, erinnert sie gern daran, mit welcher Detailkenntnis da Mitte des vergangenen Jahrzehnts gearbeitet wurde.

In der Zeit der großen Renovierung habe sie auch erfahren, was „zammhelfen“ bedeutet. Als Kirchenpflegerin habe sie in technischen und praktischen Dingen oft Hans Waldhör um Mithilfe gebeten, und der habe sie nie im Stich gelassen.

Die Sanierung der Kirche geht unter ihrem Nachfolger Martin Sulzenbacher (seit 2019) innen weiter. Nach der abgeschlossenen Orgelrenovierung stehen der Volksaltar, die zwei Seitenaltäre und die Kanzel, aber auch die zwei Beichtstühle und der Kredenztisch an. Sie sind zu reinigen bzw. zu restaurieren.

Ein hartes Ringen

Für Hohenadl war die Renovierung ebenso mit vielen Besprechungen verbunden wie zuvor schon der Neubau des Hofgartenhauses. Manchmal war es ein hartes Ringen um Zuschüsse. Dennoch sei es eine Zeit gewesen, „die ich nicht missen möchte“, resümiert die Frau mit der markanten Brille und mit der kräftigen Stimme.

Mit Bürgermeister und Pfarrer sei sie klargekommen, wenngleich bei den Zusammenkünften schon Klartext gesprochen wurde. Mal ging’s um Grundsätzliches, mal um Details. Pfarrhof und Pfarrheim wurden an private Käufer veräußert. „Wir hätten da viel Geld hineinstecken müssen“, gibt die frühere Kirchenpflegerein zu bedenken. Zum Neubau des Hofgartenhauses mit Saal, Besprechungszimmer und Wohnung wurde mit der Gemeinde ein Vertrag geschlossen, wonach die Pfarrei über 50 Jahre ein Nutzungsrecht hat.

Auch in der Kindertagesstätte Fuchstal, unter Trägerschaft der Katholischen Kirchenstiftung Mariä Verkündigung, gab es immer wieder Arbeiten. Bauliche Maßnahmen gehören ebenso dazu wie Verwaltungsarbeiten. 

1965 begann Ingrid Hohenadl nach der Schule die Ausbildung zur Bankkauffrau. Mit 18 Jahren übernahm sie die Jugendgruppe der Gymnastik – damals noch beim TSV Leeder, der später im SV Fuchstal aufging. Ebenfalls war sie 20 Jahre Kassier der Abteilung Gymnastik im Sportverein Fuchstal. Des Weiteren hat sie 15 Jahre den Vorverkauf für die Vorstellungen des Theatervereins Asch-Leeder-Seestall übernommen.

Das Engagement im Ehrenamt färbt auf die Familie ab. „Mich freut auch, dass meine Tochter sehr eingebunden ist, und zwar als Lektorin und Kommunionhelferin in der Pfarrkirche in Leeder ebenso wie für liturgische Dienste wie Bittgänge oder Andachten“, bekundet Ingrid Hohenadl. Ihre Enkel spielen Trompete und Querflöte. Sie durften beispielsweise die Kinderchristmette oder die Jahresschlussandacht musikalisch mitgestalten. Abwechselnd begleiten die Enkel einmal im Monat den Gottesdienst in der Krankenhauskapelle Landsberg musikalisch.

2009 ging Ingrid Hohenadl in die Altersteilzeit. Mit ihrem Gatten Benedikt hat sie eine Tochter, die wiederum mit ihrem Mann zwei Kinder hat. Und eine Ausprägung führt sie fort, wenn sie auch nicht mehr Controllerin bei der Bank und nicht mehr Kirchenpflegerin ist: „Das Geld halt ich auch jetzt noch zusammen.“ Das ist dann auf den eigenen Haushalt gemünzt.
Johannes Jais

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