Feuerwehrkommandanten im Landkreis Landsberg

(Feuerwehr-)Männer wie Florian Zeis werden immer gebraucht

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Erst seit fünf Jahren Feuerwehrmann, heute 2. Kommandant in Finning: Florian Zeis.

Finning – Florian Zeis ist ein Spätberufener – wenn es um die Feuerwehr geht. Erst vor fünf Jahren schloss er sich der aktiven Truppe, auf Drängen von Freunden, in einem kleinen Ort im Dachauer Landkreis an. Seit 2018 wohnt er mit Gattin und zwei Kindern in Finning und hat auch dort schnell mit der Feuerwehr Bekanntschaft gemacht. Heute ist er dort stellvertretender Kommandant.

Bei einem Spaziergang durch den Ort kam er durch Zufall am Feuerwehrhaus vorbei, wo gerade eine Übung stattfand. Der Sohnemann wollte natürlich unbedingt zuschauen und irgendwann fragte ihn der Kommandant Tobias Karl, ob er nicht ein Foto von der Truppe machen könne. So kam man ins Gespräch und schon wenige Tage später war Florian Zeis Mitglied der Feuerwehr Finning. „Ein Feuerwehrmann wird überall und immer gebraucht“, sagt er und muss grinsen.

Heute leitet der 34-jährige Geschäftsführer des eigenen Unter­nehmens für Telekommunikationslösungen (mit Sitz in Landsberg) gemeinsam mit Tobias Karl die Geschicke der Feuerwehr in Finning. Im März dieses Jahres wurde Florian Zeis zum zweiten Kommandanten gewählt. Karl und Zeis sind zuständig für 37 Männer und sieben Frauen, ein Löschfahrzeug und einen Gerätewagen. Doch Zeis‘ Einsätze beschränken sich nicht auf die Gegend um seinen Wohnsitz, sondern er hilft auch bei den Kameraden in Landsberg aus. Florian Zeis kann dank seiner Selbständigkeit tagsüber schnell einspringen, wenn es die Situation erfordert.

Seit Juni 2018 ist er ausgebildeter „Atemschutzgeräteträger“, wodurch er bei Einsätzen noch wertvoller geworden ist. Für die nächsten Monate plant er außerdem eine Weiterbildung durch den Kurs „Leiter einer Feuerwehr“. Stillstand gibt es bei Zeis nie, es gibt immer noch was zu lernen und zu optimieren.

Deshalb hat er sich daheim einen kleinen Fitnessraum eingerichtet, wo er sich in seiner Freizeit „quält“. Nicht ohne Grund, denn einmal im Jahr muss er zur Belastungsübung für Atemschutzgeräteträger in Landsberg. Dann gilt es kletternd und kriechend eine beengte Atemschutzstrecke zurückzulegen, die Endlosleiter zu erklimmen und auf dem Laufband durchzuhalten. Das alles natürlich in voller Montur. Und die Druckluftflasche darf dabei nicht leer werden. Nicht jeder bestünde diesen Test, erzählt Zeis durchaus stolz.

Ansonsten gehört seine Freizeit fast voll und ganz seiner Familie, mit der er Ausflüge ins nahe Umland unternimmt oder daheim mit den kleinen Kindern spielt. Nur eine weitere Leidenschaft gönnt er sich: Er schraubt an Autos. Einen 5er BMW und ein 3er BMW Cabrio hat er in vielen Stunden restauriert und unternimmt damit gelegentlich Spazierfahrten.

Natürlich hinterlassen die Einsätze auch bei Florian Zeis Spuren, aber ihm kommt zugute, dass er sich erst spät der Feuerwehr anschloss, wie er erzählt: „Ich bin ja noch nicht so lange dabei und komme mit den meisten Einsätzen gut klar. Manche Feuerwehrleute können nach vielen Jahren einfach nicht mehr, weil sie zu viel gesehen und erlebt haben. Ich stecke das noch alles gut weg. Aber wenn bei den Einsätzen Kinder betroffen sind, geht es mir natürlich besonders nah. Das ist wohl bei jedem so, der eigene Kinder hat.“ Er habe es aber bis heute nicht bereut, der Feuerwehr beigetreten zu sein, auch wenn das nie im Leben sein Plan gewesen sei.

Nun freut er sich darauf, dass im Juli endlich wieder eine Monatsübung stattfinden kann. Den Kontakt zu den Kameradinnen und Kameraden hatte er in Zeiten der Corona-Pandemie schmerzlich vermisst. An Karfreitag sollte eigentlich eine neue Tradition in Finning begründet werden: Das Steckerlfischessen, eine Veranstaltung für Jung und Alt. Aber Corona machte den Plänen einen Strich durch die Rechnung. Das Event soll aber auf jeden Fall im Herbst nachgeholt werden, wenn es die Umstände erlauben.

So schaut Florian Zeis nach den schweren und ungewöhnlichen letzten Monaten wieder zuversichtlich in die Zukunft. Die Hände in den Schoß legen wird er natürlich nicht, denn man kann sich immer weiterbilden und der nächste Einsatz kommt gewiss.
Dietrich Limper

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