KREISBOTEN-Serie: Feuerwehrkommandanten im Landkreis Landsberg

"Einer ist für den anderen da": Bernd Dippold aus Untermühlhausen

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Bernd Dippold mit dem noch relativ neuen Einsatzwagen. Doch über ein zweites Fahrzeug würden sich die Untermühlhausener bestimmt nicht beschweren.

Untermühlhausen – Klein, aber fein. So könnte man die Feuerwehr Untermühlhausen beschreiben. Der Fuhrpark besteht aus nur einem Feuerwehrauto. Aber für den Ersten Kommandanten Bernd Dippold gibt es trotzdem genug zu tun.

Der 51-Jährige ist schon seit seinem 16. Lebensjahr bei der Freiwilligen Feuerwehr in Untermühlhausen. „Das war halt so üblich bei uns“, erklärt er seine Entscheidung. „Mein Großvater war Polizist.“ Aber er sei in seiner Familie der erste Floriansjünger gewesen. 2013 wurde er dann 2. Kommandant, bevor er heuer noch ein Amt höher stieg. Dippold hat damit die Verantwortung über 47 aktive Kameraden. „Schade ist aber, dass wir keine Frauen haben.“ Vor Kurzem seien noch zwei weibliche Kameraden dabei gewesen. „Eine von beiden ist zum Studieren weggegangen“, bedauert er.

In anderen Feuerwehren gibt es zwar Frauen. Doch überall das gleiche Bild: Die Männer sind deutlich in der Mehrzahl. Dippold sieht die Gründe dafür in der Vergangenheit. „Frauen waren früher bei der Feuerwehr einfach nicht erwünscht.“ Dabei sieht er selbst keinen Unterschied. Dippold würde sich über weibliche Unterstützung durchaus freuen.

Überzeugende Argumente hat der Kommandant außerdem für den Dienst bei der Feuerwehr: „Das gute Gefühl, anderen geholfen zu haben.“ Auch die Kameradschaft sei etwas ganz Besonderes. Und für alle Zugezogenen: „Leichter in die Dorfgemeinschaft integrieren kann man sich nicht.“

Man könnte meinen, zu den Voraussetzungen für einen Beitritt gehöre auch die Mitgliedschaft im örtlichen Faschingsverein. Zumindest sind Dippold und seine Kameraden dort engagiert.

Genügend Zeit für die Feuerwehr bleibe aber trotzdem. Als Kommandant würde er drei bis sechs Stunden die Woche investieren: Ausbildungen zum Truppmann durchführen, Kontakt zur Gemeinde halten oder kleinere Aufgaben als Hausmeister und Gerätewart erledigen. „Ich mach halt, was gerade so anfällt.“ Und wenn ihm zwischen Feuerwehr, Feuerwehrverein – bei dem er auch im Vorstand ist – und Faschingsverein langweilig werden sollte, dann halten ihn mit Sicherheit seine beiden Kinder auf Trab. „Es ist eigentlich immer was los.“

Zu den Hauptaufgaben der Untermühlhausener Feuerwehr gehören Verkehrsabsicherungen. Aber auch für Löscharbeiten ist die Feuerwehr seit 2016 gut gerüstet. Da wurde das alte Tragkraftspritzenfahrzeug durch ein TSF-W ersetzt – damit kann Dippold seine Truppe zum ersten Mal mit einem Fahrzeug mit Wassertank losschicken.

Wobei ein Problem damit immer noch nicht gelöst ist. In dem Wagen haben nur sechs Kameraden Platz. „Der Rest fährt halt mit privaten Autos hinterher.“ Das hört sich nicht nach einer optimalen Ausstattung an. Und tut dem Engagement der Kameraden allerdings keinen Abbruch. Und natürlich kann man sich ja auch immer auf die anderen Ortsteilfeuerwehren verlassen. Darauf scheint Dippold besonders stolz zu sein. „Früher gab es da immer so eine Konkurrenzsituation. Aber heute ist das anders. Einer ist für den anderen da.“ Und deshalb finden auch hin und wieder gemeinsame Großübungen statt. „Wir müssen es miteinander schaffen.“
Stephanie Novy

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