Kreiseldebatte bremst Sanierung aus

Aus dem geplanten Kreisverkehr an der Einmündung der Schul- in die Bahnhofstraße wird nichts. Stattdessen will sich die Gemeinde mit einer Querungshilfe begnügen. Foto: Osman

Die für den Herbst geplante Sanierung der Landsberger Straße in Geltendorf wird in diesem Jahr nicht mehr stattfinden. Der Landkreis hatte die Planungen gestoppt, als die Gemeinde unvermittelt die Diskussion um einen Kreisver­- kehr in der Ortsmitte anstieß. Inzwischen sind Fristen versäumt worden, Zuschüsse können nicht mehr rechtzeitig fließen, der erforderliche Grunderwerb ist noch nicht in trockenen Tüchern.

„Wir fangen heuer nicht mehr an“, erklärte der Tiefbauamtsleiter im Landratsamt, Johannes Ried, vergangene Woche im Geltendorfer Gemeinderat. Der wiederum hat sich unterdessen von der Idee des Kreisverkehrs verabschiedet. Stattdessen soll nun eine Querungshilfe geplant werden. Der Vorschlag, in der Ortsmitte auf Höhe der Schulstraße einen Kreisel zu errichten, war erst Anfang Februar erstmals im Gemeinderat diskutiert worden – viel zu spät, wie jetzt deutlich wurde. Die Gemeinde hätte einen Antrag an den Landkreis Landsberg stellen müssen, damit der Kreisausschuss darüber formell hätte entscheiden können. „Das ist nicht passiert“, so Ried. Allerdings wäre das Ansinnen ohnehin abgelehnt worden. In vergleichbaren Fällen habe der Landkreis andere Gemeinden auch nicht bei derartigen Baumaßnahmen unterstützt. Ohne finanzielle Beteili­- gung aus der Großen Kreisstadt müsste die Gemeinde Geltendorf geschätzte 250000 Euro zuzüglich Grunderwerbskosten für die Baumaßnahme ausgeben. Die Planung für die Sanierung der Ortsdurchfahrt, die in zwei Schritten 2011 und 2012 erfolgen sollte, wurde zwischenzeitlich auf Eis gelegt. „Sie hätte am 1. März fertig sein müssen, um dann die Zuschussanträge zu stellen und die Werkplanung in Auftrag zu geben“, erklärte der Tiefbauamtsleiter. Christian Scheifele (CSU) kritisierte, dass die Verwaltung sich nicht über diese Termine informiert hatte. „Der Zug ist für heuer abgefahren“, stellte Josef Weiß (CSU) fest. Nun soll die Sanierung der kompletten Ortsdurchfahrt – Landsberger und Bahnhofstraße – eben im nächsten Jahr stattfinden. Und statt des Kreisverkehrs wünscht sich der Gemeinderat jetzt auf der Höhe der Schulstraße eine Querungshilfe. Auch dafür müssen die Kreisgremien eingebunden werden, und zwar bis Anfang Mai. Danach könne man die Entwurfsplanung in Auftrag gegeben, erläuterte Ried. Die Zuschuss­- anträge müssen bis Anfang September gestellt werden. Für die Querungshilfe muss die Gemeinde deutlich weniger Grund erwerben als für einen Kreisverkehr, sagte Bürgermeister Wilhelm Lehmann (CSU). „Was wir dafür brauchen, werden wir wohl bekommen.“ Allerdings hätten sich die Gespräche verzögert, weil einer der Grundeigentümer in Baden-Württemberg lebt. Auf die Sanierung der Wasserleitung in der Bahnhofstraße hat die Verschiebung der Straßenbaumaßnahmen indes keinen Einfluss. Sie soll noch in diesem Jahr stattfinden. Über die Vergabe der Arbeiten entschied der Gemeinderat in nichtöffent­licher Sitzung.

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Eine Leiche muss her!
Eine Leiche muss her!
Lisa will Bierkönigin sein
Lisa will Bierkönigin sein
Ein Weißbier mit Obama
Ein Weißbier mit Obama

Kommentare