Neuer Vorsitzender

Kreishandwerkerschaft Landsberg: Markus Wasserle übernimmt

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Markus Wasserle (2.v.l.) ist neuer Kreishandwerksmeister und folgt auf Michael Riedle (2.v.re.), Stellvertreter bleibt Wolfgang Zeit (links). Kammerpräsident Franz Xaver Peteranderl (rechts) war erster Gratulant bei der jüngsten Mitgliederversammlung.

Landkreis – Markus Wasserle atmet erst mal tief durch. Dann folgt ein bestimmtes „Ich nehme die Wahl an!“ Zuvor hatte der Wahlleiter das Ergebnis bei der Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft Landsberg verkündet: Der 39-jährige Gebäudereiniger-Meister aus Kaufering ist einstimmig zum neuen Kreishandwerksmeister gewählt worden. Er folgt auf Michael Riedle, der das Amt acht Jahre ausübte. Stellvertreter bleibt Wolfgang Zeit, Schreinermeister aus Kaufering.

Sein Gebäudereinigungsunter­nehmen hat Markus Wasserle vor 16 Jahren als Ein-Mann-Betrieb gegründet. Mittlerweile beschäftigt er über 300 Mitarbeiter, die einen Jahresumsatz von 12 Millionen Euro erwirtschaften. Außerdem ist Wasserle politisch aktiv; unter anderem ist er SPD-Kreisvorsitzender und stellvertretender Landrat des Landkreises Landsberg. Zusammen mit seiner Frau Bianca hat er sechs Kinder, der jüngste Sohn ist acht Monate alt.

Bei so viel Verantwortung ist es kein Wunder, dass Wasserle wichtige Dinge nicht aus dem Bauch heraus entscheidet, sondern sie mit Bedacht trifft: Als er im Herbst 2019 gefragt wurde, ob er Kreishandwerksmeister werden wolle, habe er auch nicht sofort zugesagt. Zwei Monate später, nach Gesprächen mit Ehrenkreishandwerksmeister Franz Lanzinger und der Rückendeckung seiner Frau, gab der 39-Jährige, der von einem Bauernhof kommt und außerdem noch gelernter Landmaschinenmechaniker ist, dann seine Zusage.

Wasserle sieht sich als klassischen Dienstleister – für Kunden und Kollegen. Auch die Ausbildung liegt ihm am Herzen. 2009 hat er zusammen mit Stadtrat Jonas Pioch die jährlich stattfindende „Ausbildungsmesse Landsberg“ ins Leben gerufen – mit kräftiger Beteiligung des regionalen Handwerks: Auf einer „Handwerkerinsel“ mit lebenden Werkstätten vermitteln die Betriebe den Jugendlichen einen Einblick in verschiedene Berufe.

„Sowohl in meinem Unternehmen als auch bei meiner Arbeit als Kreishandwerksmeister steht für mich der Mensch im Mittelpunkt“, sagt Wasserle. Neben der Fachkräfteakquise gehe es ihm vor allem darum, dass das Handwerk als Arbeitgeber sichtbar ist: „Die jungen Menschen legen neben der eigentlichen Tätigkeit großen Wert darauf, bei einem Betrieb zu arbeiten, der sie fördert und einen guten Ruf genießt“, betont Wasserle. Deswegen sei ihm die Imagebildung wichtig. „Das Handwerk steht für Werte wie Verlässlichkeit und bietet sichere Arbeitsplätze. Ein familiäres Klima in den Betrieben, wo der Mensch als Ganzes und eben nicht nur als Nummer gesehen wird. Diese Werte zu pflegen und nach außen zu kommunizieren wird unser aller Aufgabe sein.“ Außerdem will der neue Kreishandwerksmeister die regionale Identität des Handwerks fördern, Brauchtum und Traditionen pflegen.

Das Konjunkturpaket der Bundesregierung zur Abmilderung der Corona-Krise sieht Wasserle als Chance. Ziel sei vor allem, die Wertschöpfung in der Region zu behalten. Dies setze bei öffentlichen Ausschreibungen allerdings voraus, dass die Kommune klar und verständlich ausschreibe und dass regionale Handwerker auch Angebote abgeben.

Nicht einfach

Kammerpräsident Franz Xaver Peteranderl berichtete bei der Mitgliederversammlung, dass die Nachwirkungen der Corona-­Krise dem Handwerk weiterhin zu schaffen machen: „Die Situation ist für uns alle nicht einfach.“ Die Kammer steht im regelmäßigen Austausch mit dem bayerischen Wirtschaftsministerium und macht sich für Entlastungen der Betriebe stark – etwa bei Steuern und Abgaben. Die vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer könne zwar die Nachfrage erhöhen, sei aber für die kleinen und mittleren Unternehmen mit großem Aufwand verbunden, so Peteranderl, etwa bei der Umstellung der Kassen und Waagen im Lebensmittelhandwerk. Mit Sorge sieht der Kammerpräsident, dass in den letzten Monaten so gut wie keine Berufsorientierung an den Schulen stattfinden konnte. Auch deshalb verzeichne das oberbayerische Handwerk aktuell deutlich weniger Lehrverträge als noch vor einem Jahr. Es gelte, optimistisch in die Zukunft zu schauen und weiterhin kräftig auszubilden, forderte Peteranderl seine Handwerkskollegen auf.

Dem scheidenden Kreishandwerksmeister Michael Riedle sprach der Kammerpräsident seine Anerkennung für die langjährige Zusammenarbeit aus: „Ich möchte wissen, wo die Betriebe der Schuh drückt. Deshalb brauchen wir Handwerker, die ihre Meinung sagen.“ Riedle selbst dankte seinen Vorstandskollegen und besonders seinem Stellvertreter Wolfgang Zeit für die Unterstützung: „Es war eine schöne, aber auch eine schwierige Zeit.“

Den neuen Vorstand der Kreishandwerkerschaft Landsberg um Markus Wasserle und Wolfgang Zeit komplettieren Norbert Kees (Bau, Fuchstal), Michael Moser (Metzger, Landsberg), Dietmar Kreitner (Schreiner), Rudolf Aigster (Metall, Pflugdorf), Thomas Engel (SHK, Fuchstal), Johann Fuchs (Schuhmacher, Landsberg), Reinhard Schuster (Zimmerer, Geltendorf) und Karlheinz Dittler (Friseure, Penzing).

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