Ernst Höss meisterlich verabschiedet

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Einen meisterliche „Sonnenbank“ gab es als Abschiedsgeschenk von der Kreishandwerkerschaft Landsberg mit Michael Riedler (rechts) an der Spitze. Ernst Höss und seine Frau Ingrid durften im Rathausfestsaal schon einmal probesitzen.

Landsberg – Es war ein Abschied, wie er ihn sich gewünscht hat: Ernst Höss, sei­- nes Zeichens Kreishandwerksmeister a.D., wurde nunmehr offiziell von seiner Innung in den Ruhestand entlassen. Die Übergabe dieses Ehrenamtes an seinen Nachfolger Michael Riedle fand bereits im letzten Jahr statt.

Schon die Auswahl des Veranstaltungsortes – historischer Rathausfestsaal – verlieh einen feierlichen Rahmen, wie er würdiger nicht sein konnte. Die Liste der Redner war lang und prominent und das Begleitprogramm originell. Kurzum, es war eine Feier von Meistern für einen Meister. Alle Vertreter des Standes waren vertreten – Zimmerermeister, Friseur-, Bau-, Bäcker, Dachdecker- und auch Malermeister, um nur einige zu nennen.

Die Laudatoren Franz Lanzinger und Michael Riedle waren sich einig: Ernst Höss war und ist ein Streiter und Kämpfer für das Handwerk, der kein Blatt vor dem Mund nimmt. Das bestätigten auch die Überbringer der Grußworte, Wolfgang Zeit, Landrat Walter Eichner, Oberbürgermeister Mathias Neuner und Dr. Lothar Semper von der Handwerkskammer München und Oberbayern. Letzterer stellte die Streitbarkeit für das Handwerk in einen Zusammenhang mit den sportlichen Aktivitäten von Ernst Höss: „Er hat früher auch geboxt.“

Die Verabschiedung war eine einzige Würdigung des Lebenswerkes von Ernst Höss. Seit 42 Jahren ist er in Landsberg als Friseurmeister selbständig, seit 40 Jahren bildet er Lehrlinge aus und seit mehr als 30 Jahren widmet Höss seine Freizeit dem Ehrenamt in der Handwerkerschaft. Sein Nachfolger Michael Riedle bezeichnete ihn als „Treiber für neue Ideen“, gerade im so wichtigen Bereich der Ausbildung. Dafür erhielt Höss auch die Silberne Ehrennadel von Dr. Semper verliehen. „Die Goldene Ehrennadel bekommst Du erst nach dem Ausscheiden aus der Vollversammlung“, merkte der Handwerkskammerchef an.

Für die musikalische Untermalung der Feier sorgte die Band „4Sax“ der Musikschule Landsberg. Großen Beifall erhielten auch die acht Kinder aus dem Kinderheim St. Alban, die mit ihrer an den Wiener Opernball erinnernden Tanzeinlage „Le Lancier“ die Herzen der Anwesenden auf Anhieb eroberten.

Seine ehrenamtliche Karriere in der Handwerksorganisation bezeichnete Höss selbst sichtlich stolz als einen „Staffellauf“. Vom Meister zum Obermeister, vom Stellvertreter zum Chef der Kreishandwerksmeisterschaft. „Es tut gut, wenn man gesagt bekommt, dass man gut war“, meinte Höss und lehnte sich an ein Zitat von Karl Valentin an: „Ihr habt mir viel Honig ums Maul geschmiert“.

Ernst Höss sprach zum Abschluss allen ehrenamtlich tätigen Handwerksmeistern aus dem Herzen: „Ohne unsere Frauen hätten wir das nicht geschafft. Sie haben uns den Rücken freigehalten“. In den Ge­- nuss von mehr Freizeit soll nun auch Ingrid Höss kommen. Mit dem Wohnmobil will Familie Höss demnächst Deutschland erkunden.

Siegfried Spörer

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