Kreisjugendring lädt zur Podiumsdiskussion

Jugendliche und Politik - passt das?

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Podiumsdiskussion im Sportzentrum: Ulla Schäfer (FDP), Alex Dorow (CSU), Gabriele Triebel (Grüne), Susann Enders (Freie Wähler), Christian Winklmeier (SPD) und Edeltraud Schwarz (AfD) (von links) kamen auf Einladung des Kreisjugendrings und stellten sich den Fragen von Jugendleitern und Jugendlichen.

Landkreis – Eine möglichst hohe Wahlbeteiligung bei der kommenden Landtagswahl am nächsten Sonntag – das wünscht sich der Kreisjugend-ring (kjr) Landsberg. Und weil gerade bei jungen Menschen das Interesse an Politik manchmal nicht allzu ausgeprägt ist, hat er das Projekt LTW-Checker ins Leben gerufen. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion stellten sich nun sechs Direktkandidaten den Fragen von Jugendleitern und Jugendlichen.

Mit den Zahlen konnten die Veranstalter zufrieden sein: Rund 80 Interessierte – mehr als erwartet – waren zu der Veranstaltung im Vortragssaal des Sportzentrums in Landsberg gekommen. Bevor sie allerdings den Kandidaten Alex Dorow (CSU), Christian Winklmeier (SPD), Susann Enders (Freie Wähler), Gabriele Triebel (Grüne), Ulla Schäfer (FDP) und Edeltraud Schwarz (AfD) auf den Zahn fühlen konnten, verging einige Zeit. Denn zunächst fragte Moderator Thomas Metschl die Positionen der Parteien zu verschiedenen Themen wie Umwelt- und Klimaschutz, Bildungspolitik und auch Mobilität ab.

Hier taten sich erwartbare Unterschiede auf. Während Grünen-Kandidatin Triebel sich mehr E-Mobilität und einen Ausbau der Bahnverbindung zwischen Kaufering und München wünscht und SPD-Mann Winklmeier ein kostenloses ÖPNV-Ticket für Kinder und Jugendliche fordert, will Dorow (CSU) weiterhin nur die Schülerbeförderung kostenlos anbieten. Die FDP möchte das ländliche Busnetz ausbauen, die Freien Wähler das Radwegenetz. AfD-Kandidatin Schwarz erntete Widerspruch durch die anderen Politiker für ihre Aussage, Elektromobilität sei umweltschädlicher als der Verbrennungsmotor.

Gräben auch beim Thema Windkraft und 10-H-Regel. Alex Dorows Behauptung, Windenergie sei „an keinem einzigen Standort in Bayern rentabel“, konterte Gabriele Triebel mit dem Beispiel der Gemeinde Fuchstal, die mit ihren Windkraftanlagen Gewinn mache. Um den Ausbau dieser alternativen Energieform voranzubringen, fordert die SPD eine Rückkehr zur 3-H-Regel.

Kleine Klassen, bessere Bezahlung für Grundschullehrer, mehr Geld und mehr Wertschätzung für Erzieherinnen – in diesen Punkten herrschte weitgehend Einigkeit unter den Politikern. Doch mit der Forderung nach einer Rückkehr zu Diplom- und Magisterabschlüssen an Universitäten stehen Freie Wähler und AfD alleine da. Wie in diesem Fall internationale Vergleichbarkeit und Austauschprogramme funktionieren sollen, wollte eine Zuhörerin wissen.

Wie die deutsche Autoindustrie im Angesicht von E-Mobilitätskonzepten aus China bestehen sollte, wollte ein Teilnehmer von SPD-Mann Winklmeier wissen. Man brauche Stichdaten für den Umstieg auf Elektroautos sowie eine Ladesäulen-Infrastruktur, die von Bund, Ländern und Gemeinden gemeinsam aufgebaut werde, so die Antwort des Politikers.

Richtig lebhaft wurde der Abend, als Christian Winklmeier AfD-Kandidatin Schwarz mit rechtsradikalen Äußerungen führender Vertreter ihrer Partei konfrontierte und wissen wollte, ob sie diese für demokratisch halte oder sich davon distanziere – was Schwarz ablehnte. Die Aussagen seien Meinungsäußerungen. „Ob sie demokratisch sind, ist was anderes.“

Ulrike Osman

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