Nur für ein Jahr:

Flüchtlinge im Jugendübernachtungshaus

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Steht ab 1. November und im kommenden Jahr dem Kreisjugendring nicht mehr zur Verfügung: das kreiseigene Jugendübernachtungshaus „Juhu“ in Utting.

Landsberg/Utting – Auf dem Schreibtisch von Landrat Thomas Eichinger liegt eine Karte des Landkreises mit vielen Farbtupfern – die einen markieren bereits realisierte Unterkünfte für Asylbewerber, die anderen noch mögliche. Zu letzteren zählt auch das Jugendübernachtungs „Juhu“ in Utting. Die dem Kreisjugendring überlassene kreiseigene Immobilie wird voraussichtlich ab 10. November bis zu 25 Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf bieten.

Bald im zweistündigen Turnus sitzen die Asyl-Verantwortlichen im Landratsamt zusammen, besprechen das weitere Vorgehen und loten weitere Unterbringungsmöglichkeiten aus. Tabus darf es da nicht geben. Eine ist das Jugendübernachtungshaus in Utting, das „Gold wert“ sei, wie Landratsamtssprecher Wolfgang Müller sagt. Der Grund: Es bedürfe nur ein paar Tage der Vorbereitung bis zum Einzug der ersten Flüchtlinge. Kein großer Aufwand sei nötig, lediglich die Küche müsse man den neuen Gegebenheiten anpassen. Am kommenden Samstag soll’s losgehen.

Derweil bittet der Vorsitzende des Kreisjugendrings, Moritz Hartmann, „alle Freunde der Jugendarbeit“ in einem Rundbrief um Verständnis dafür, dass das Jugendübernachtungs ab sofort und im kompletten Jahr 2105 als solches nicht mehr zur Verfügung steht. Der anhaltend starke Zustrom von Flüchtlingen mache ein „planvolles und gemeinschaftliches Handeln“ der Behörden, der freien Wohlfahrtspflege, der Jugendarbeit und im „großen Feld des Bürgerschaftlichen Engagements“ notwendig. Nur so könne die Betreuung und dauerhafte Integration von Flüchtlingen gelingen.

Während Pressesprecher Müller im Gespräch mit dem KREISBOTEN betont, dass die Juhu- Einvernahme „auf ein Jahr befristet“ sei, lässt Hartmann die Adressaten seiner Depesche am Montag im Ungewissen: Weder KJR-Vorstand noch -Geschäftsstelle wüssten aktuell, wie und wann es im Juhu wieder weitergehe und Vermietungen wieder möglich seien. Bei der Herbstvollversammlung am 12. November wolle man dazu infor­mieren und darüber diskutieren.

Mehr noch, der Vorstand wolle einen Dringlichkeitsantrag einbringen, der, so Hartmann, die Bedeutung der Einrichtung für die Jugendarbeit nochmals bestärkt und zudem „klare Regelungen für die Aussetzung des Überlassungsvertrages und eine zeitliche Be­- fristung“ beinhalte. Der KJR-Vorsitzende abschließend: „Die Unterbringung von Flüchtlingen im Juhu darf nur eine absolut zeitlich befristete Maßnahme sein, um der humanitären Notlage Abhilfe zu schaffen.“

In der Kreisbehörde ist man sich der Problematik sehr wohl bewusst: „Wir greifen in eine liebgewonnene Einrichtung der Jugendhilfe ein, allerdings geht es im Moment eben nicht anders“, sagt Wolfgang Müller und lobt sogleich die „super Zusammenarbeit“ mit dem Kreisjugendring.

Toni Schwaiger

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