Zu hoher Aufwand:

Kreiskulturtage Landsberg: aus Biennale wird Triennale

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„Bitte schön, hier geht‘s lang zur Abschlussveranstaltung der Kreiskulturtage!“ Wenn überhaupt, werden die Stelzerinnen diesen Weg nurmehr alle drei Jahre weisen.

Landkreis – Obwohl sie dieses Jahr erst zum zweiten Mal stattfanden, sind die Kreiskulturtage bereits eine feste Größe. So vergnügten sich heuer über 10.000 Menschen zwei Wochen lang im Mai bei diver­sen kulturellen Veranstaltungen. Der organisatorische Aufwand ist jedoch immens, gab die Beauftragte für die Kreiskulturtage, GAL-Kreisrätin Annunciata Foresti vergangene Woche im Kreisausschuss zu bedenken. Weshalb das Event zukünftig nur noch alle drei Jahre stattfinden wird.

Es stecke „viel Arbeit und viel Herzblut“ in den Kreiskulturta­gen, referierte Foresti. Sie sei weiterhin gerne bereit, das Event zu organisieren. „Aber im zweijährigen Rhythmus müssten wir heute schon wieder loslegen. Das ist mir nicht möglich.“ So habe allein das Konstantin-Wecker-Konzert wochenlange Verhandlungen im Voraus mit sich gebracht, samt einem letztendlich 20-seitigem Vertrag. Um die bisherige Qualität der Veranstaltung garantieren zu können, sei ein 3-Jahres-Intervall notwendig.

Auch Landrat Thomas Eichinger (CSU) schloss sich dem Vorschlag Forestis an: „Wenn etwas zu oft stattfindet, nutzt es sich auch ab.“ Der Beschluss zur ‚Triennale‘ fiel denn auch einstimmig. Die nächsten Kreiskulturtage finden demnach 2022 statt. Mit Sach- und Personalkosten in Höhe von 107.000 Euro habe man den Haushaltsansatz eingehalten, die Einnahmen in Höhe von 29.000 Euro „übertrafen die Erwartungen“.

Zugleich stellte Foresti aber in Aussicht, die Dauer dann zu verlängern: „Ich hatte dieses Jahr große Probleme, die 40 Veranstaltungen in zwei Wochen unterzubringen. Und ich will nicht wieder hören: ‚Sind die schon wieder vorbei?‘“ Einen weiteren Grund für die Intervallverlängerung sieht Foresti in den anderen Veranstaltungen des Landkreises zum Thema Kultur, den Verleihungen des Kunst- und des Kulturförderpreises.

Familienkulturtag?

Nicht nur längere Kreiskulturtage, auch ein jährlich stattfindender Familienkulturtag – „Das ist nur ein Arbeitstitel“ – ist von Foresti als Ausgleich geplant. Bei den letzten Kreiskulturtagen hätten zahlreiche Familien die Einladung in den Klettergarten angenommen. Das wolle man ausweiten. Zum Beispiel mit einer Einladung von Familien mit Kindern aus dem Landkreis ins Warmbad Thaining, samt Live-Musik und Verpflegung: „Ohne dass sie ständig den Geldbeutel zücken müssen.“ Ein erster Termin sei für September 2020 vorgesehen. Die Kosten lägen bei rund 15.000 Euro. Für den Familienkulturtag stimmten ebenfalls alle anwesenden Kreisräte.

Im Anschluss wurde auch Forestis Bestellung zur „ehrenamtlichen Beauftragten für die Kreiskulturtage“ verhandelt, die Ende August ausgelaufen war. Einstimmig beschloss der Kreis­ausschuss eine erneute Bestellung Forestis bis Ende September 2022 bei einer wie bisher monatlichen Aufwandsentschädigung von brutto 500 Euro inklusive notwendiger Fahrten innerhalb des Landkreises.

Ausschreiben?

Albert Thurner (SPD) erkundigte sich, ob diese ‚Stelle‘ nicht ausgeschrieben werden müsse. Bei der Stelle handele es sich um ein Ehrenamt, konkretisierte der leitende Verwaltungsmitarbeiter Andreas Graf. „Und ein Ehrenamt muss man nicht ausschreiben.“ 
Susanne Greiner

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