"Kreisseniorenheim Theresienbad"

Neues Konzept fürs Seniorenheim

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Wie kann das Kreisseniorenheim „Theresienbad” in Greifenberg wirtschaftlicher werden? Ein neu entwickeltes Konzept soll nun die Belegungszahlen verbessern.

Greifenberg – Es muss endlich etwas passieren im Kreisseniorenheim „Theresienbad” in Greifenberg: Ein zum Teil in die Jahre gekommenes Gebäude und die jährlichen Defizite lassen immer wieder die Frage nach der Wirtschaftlichkeit der Einrichtung aufkommen. Außerdem erfordert eine „veränderte Pflegelandschaft” eine neue Ausrichtung des Heimes. Ein neues Konzept soll nun helfen.

Das neue Konzept, das Heimleiter Thomas Söldner gemeinsam mit dem zuständigen Ab- teilungsleiter Andreas Graf entwickelt hat, soll in einem ersten Schritt durch ein „marktorientiertes Angebot” eine langfristig hohe Auslastung des Heimes sichern. In einem zweiten Schritt will man dann gemeinsam mit dem Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband eine Wirtschaftlichkeitsanalyse des Hauses durchführen.

Eine höhere Wirtschaftlichkeit sei am besten zu erreichen, wenn das „Theresienbad” langfristig eine höhere Belegung sichern kann, erläuterte der Leiter der beiden Kreisseniorenheime Greifenberg und Vilgertshofen, Thomas Söldner, im Senioren- und Sozialpolitischen Ausschuss. Eine große Rolle spiele dabei die „veränderte Pflegelandschaft”: Die Menschen bleiben länger zu Hause in den eigenen vier Wänden. Ein späteres Eintreffen und damit eine kürzere Verweildauer sind, laut Söldner, die Folge. „Palliative Pflege und die Versorgung schwerstpflegebedürftiger, demenzkranker Menschen gewinnen dabei eine immer größere Bedeutung”, so der Heimleiter.

Auch teilstationäre Leistungen wie Tages-, Kurzzeit- oder Nachtpflege werden immer wichtiger und sollen daher ausgebaut werden: „Da gilt es zu unterstützen, dass die Leute länger zu Hause bleiben können”, sagt Söldner. Solche Angebote sollen auch dazu die- nen, pflegende Angehörige zu entlasten. Dadurch erhofft er sich neben einer höheren Belegung außerdem eine langfristige Bindung zum Haus.

Dass das „Theresienbad” aufgrund seiner Lage – häufig aus dem Blickwinkel der Angehörigen – als benachteiligter Standort gilt, will der Heimleiter so nicht unterschreiben: „Hinsichtlich der Belange pflegebedürftiger Menschen stellt die Lage nicht wirklich einen Nachteil dar.“ Die Möglichkeit zu ausgedehnten, begleiteten Spaziergängen jenseits von Autolärm biete den Pflegebedürf- tigen eine Lebensqualität, die bedeutsamer sei als die Chance mal schnell einen Espresso im Café zu genießen.

Zustimmung erfuhr das vorgestellte Konzept von Kreisrat Erich Püttner (UBV): „Wirtschaftlichkeit geht nur über Belegung.” Auch Renate Standfest (GAL) stimmte dem grundsätzlich zu: Das Defizit in Vilgertshofen sei geringer, was auf eine bessere Belegung zurückzuführen sei. Allerdings stellte sie die Reihenfolge der Maßnahmen in Frage, erst in einem zweiten Schritt ein Gutachten erstellen zu lassen. Graf entgegnete, dass man zunächst der Heimleitung die Chance geben wollte, eigene Ideen zu entwickeln und diese Ideen dann langsam in die Praxis umzusetzen.

Astrid Erhard

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