Unterschriebenes Statement fast des gesamten Vorstands - Bruch mit Schneider

BRK-Vorstand bekennt sich zu Lehner

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21 von 23 Vorstandsmitgliedern unterzeichneten die Stellungnahme

Landsberg - Der Vorstand des Kreisverbands Landsberg des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) hat Vorwürfe des zurückgetretenen Leiters der Bereitschaften, Thomas Wagner, gegen den Kreisverband und seinen Geschäftsführer Andreas Lehner mit Nachdruck zurückgewiesen. 21 von 23 Vorstandsmitgliedern unterzeichneten eine Stellungnahme, in der das Gremium sich "einhellig, vorbehaltslos und sehr deutlich" zu Lehner bekennt. Das geht aus einem internen "Newsletter" des BRK hervor, der dem KREISBOTEN vorliegt.

Wagner hatte die Bereitschaften, eine der fünf ehrenamtlichen Rotkreuz-Gemeinschaften, geleitet. Weitere Gemeinschaften sind die Bergwacht, die Wasserwacht, das Jugend-Rotkreuz und die Wohlfahrts- und Sozialarbeit.

Die Bereitschaften sind, einer Broschüre des BRK zufolge, "der eigentliche Ursprung des Roten Kreuzes". Zu den Aufgaben gehören unter anderem die Bereiche Sanitätsdienst, Katastrophenschutz, Krisenintervention, Rettungshundearbeit sowie Technik und Sicherheit. Zuletzt waren die Bereitschaften beim PULS-Festival auf Schloss Kaltenberg und bei der Großübung Baytex in Penzing tätig. Die Bereitschaften sind nach BRK-Angaben "eigenständig".

Während sich die Wasserwacht kürzlich für die (auch finanzielle) Hilfe des Kreisverbands Landsberg ausdrücklich bedankte (der KREISBOTE berichtete), kritisierte Wagner den Verband, insbesondere Geschäftsführer Andreas Lehner, und trat zurück. Zusammen mit ihm legten sechs weitere ehrenamtlich Tätige ihre Ämter nieder, darunter auch die Leiterin der Rettungshundestaffel.

Nicht eingebracht

Der Vorstand hielt nun deutlich dagegen. "Das Ehrenamt", wie es in der BRK-Sprache heißt, sei in jeder Vorstandssitzung vertreten und habe die Möglichkeit, Anliegen, Wünsche, Anregungen und Probleme vorzutragen. In jeder Vorstandssitzung werde aus den fünf Gemeinschaften Bericht erstattet. Die jetzt erhobenen Vorwürfe seien zu keiner Zeit in die Diskussion eingebracht worden.

Einzelne Verbandsmitglieder hätten nun eine arbeitsrechtliche Auseinandersetzung im Bereich des Hauptamtes dazu genutzt, um vor allem dem Kreisgeschäftsführer eine nicht fach- und sachgerechte Führung vorzuwerfen. In der siebenjährigen Tätigkeit des Geschäftsführers habe es bei insgesamt 250 hauptamtlichen Mitarbeitern aber nur zwei arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen gegeben. Vorwürfen, der Kreisgeschäftsführer sei Grund für Kündigungen und Missstimmungen, könne kann allein anhand dieser Zahlen entgegen getreten werden.

Die Vorwürfe hätten im Übrigen eine nicht hinnehmbare Schärfe erreicht. Schon einzelne Aussagen seien ausreichend, gerichtliche Prüfungen, etwa wegen Verleumdung und Beleidigung, einzuleiten. Unabhängig davon sei zu entscheiden, "ob Disziplinarmaßnahmen entsprechend der Disziplinarordnung des BRK anzuregen sind".

Der Vorstand wies auch darauf hin, dass von 1.200 aktiven ehrenamtlichen Mitgliedern nur sieben aus dem Verband ausgetreten seien. An deren weiterer Mitarbeit hat der Vorstand offenbar kein Interesse; in der Stellungnahme dankt er ihnen für "ihre Arbeit in der Vergangenheit und wünscht ihnen für die Zukunft alles Gute".

Bruch mit Schneider

Eskaliert war der Streit auch dadurch, dass der Bereitschaftsleiter des Bezirks Oberbayern, Volker Schneider, Wagner beisprang. Lehner missachte mit seinem auf die Wiederherstellung der Wirtschaftlichkeit zielenden Kurs die "Grundidee des Roten Kreuzes und der Menschlichkeit".

Der Landsberger Vorstand beschloss nun, dass Schneider "den Neuanfang in der Kreisbereitschaftsleitung" nicht mehr begleiten dürfe; der Kreisverband akzeptiere nur noch "einen anderen Vertreter des Bezirks- oder Landesverbands".

Außerdem beauftragte er den Kreisvorsitzenden des BRK, Alex Dorow, Schneiders disziplinarischen Vorgesetzten "über sein Verhalten ... zu informieren" und diesen "zu bitten, die Eröffnung eines Disziplinarverfahrens zu prüfen".

Hinwirken soll Dorow auch "auf eine öffentliche Entschuldigung und Richtigstellung" von Schneider "in den gleichen Verbreitungskanälen", in denen die "Denunzierung" von Lehner und der Vorstandschaft stattgefunden habe.

Neue Struktur

Gleichwohl wolle der BRK-Vorstand die Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Gemeinschaften, "insbesondere den Bereitschaften", nun effektiver und transparenter gestalten. Eine der Maßnahmen ist die Gründung eines "beschließenden Ausschusses", der "unverzüglich den aktiven Dialog zwischen Vorstandsmitgliedern und Gemeinschaften, insbesondere der Bereitschaft, aufbauen und führen" soll. Geprüft wird auch die Einstellung eines hauptamtlichen "Beauftragten für die Gemeinschaften". 

Werner Lauff

Hierzu gibt es einen Kommentar des landsbergblog.

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