Spurensuche

Auf Abtsrieder Flur vermisst

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Irgendwo am Waldrand bei Abtsried soll vor 71 Jahren ein Jagdflugzeug des Typs Me109abgestürzt sein. Gunter Lauser möchte das Flugzeug bergen und sucht nach Zeitzeugen, um die Absturzstelle einzugrenzen.

Dießen – Viele Piloten blieben nach den Luftschlachten des Zweiten Weltkriegs vermisst. Obwohl diese Schicksale mehr als 70 Jahre zurückliegen, lassen sie den 51-jährigen Gunter Lauser aus Kirchheim/Teck nicht los. Schon seit langem ist er auf der Suche nach einem Wehrmachtspiloten namens Alfons Dalhäuser, der am 20. Juli 1944 im Alter von 28 Jahren vermisst gemeldet wurde. Lauser vermutet, dass dessen Jagdflugzeug unweit vom Dießener Ortsteil Dettenschwang bei einem Luftkampf abgeschossen wurde und bei Abtsried zu Boden ging. Zeitzeugen könnten dem Hobbyhistoriker bei seiner Suche nach der genauen Absturzstelle behilflich sein.

„Als Zeitzeugen sind für mich die Jahrgänge 1932/33 sehr wichtig. Diese Leute waren damals Kinder und haben das Geschehen häufig sehr aufmerk- sam beobachtet“, weiß Lauser. 1989 gründete er die Fliegerhistorische Arbeitsgruppe/Vermisstensuche Baden Württem- berg/Bayern, die eng mit dem Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge zusammenarbeitet. „Im Zuge unserer Arbeit konnten wir bislang zirka 60 Maschinen bergen und sieben Ver-misstenschicksale aufklären“.

Die Suche nach Dalhäuser sei schwierig, so Lauser, da in der amtlichen „Namentlichen Verlustmeldung“ des Piloten als Absturzort lediglich der „Raum München-Augsburg“ angegeben wurde. „Ein viel zu großes Gebiet, um gezielt zu suchen“.

Me 109

Von einem mittlerweile verstorbenen Augsburger Heimatforscher erhielt Gunter Lauser schließlich den Hinweis, dass Dalhäuser in Dießen, im Ortsteil Abtsried abgestürzt sei. „Leider konnte mir der Heimatforscher nicht mehr sagen, woher denn diese Informationen stammten“, bedauert Lauser. Er konnte mittlerweile auf Vermittlung von Dießens Gemeindearchivarin Elke Ahrends-Ratz einige wenige Zeitzeugen befragen, die übereinstimmend erklärten, dass damals eine Maschine an der Straße von Dettenschwang in Richtung Abtsried, unmittelbar nach dem Ende des Waldes „in eine feuchte Wiese, beziehungsweise in ein Moor gestürzt und komplett verschwunden“ sein soll. „Das würde auch erklären, dass es keinerlei Hinweise und auch kein Grab des gefallenen Fliegers gibt“, so Lauser. Der Absturz soll sich gegen 11 Uhr vormittags ereignet haben.

In der erwähnten „Namentlichen Verlustmeldung“ wurde lediglich notiert: „Nach Luftkampf vermisst, Schicksal unbekannt“. Aufgrund späterer handschriftlicher Eintragungen in die Meldung, die Lauser als Kopie vorliegt, meint er zu erkennen, dass der Vorgang 1952 und 1962 nochmals aufgegriffen wurde, neue Erkenntnisse seien jedoch nicht vermerkt worden.

Fläche eingrenzen

Gunter Lauser

Aufgrund von Gesprächen mit einigen Zeitzeugen kann Lauser den Absturzort nun zwar grob eingrenzen, für eine Suche vor Ort mit der sogenannten „Förstersonde“, einem hochempfindlichen Messgerät zur Detektion kleinster magnetischer Felder, sei die Fläche aber nach wie vor zu groß. „Wir brauchen für unsere Suche eine Eingrenzung auf eine Fläche von zirka 100 mal 100 Metern“, erklärt er. Deshalb werden nach wie vor Zeitzeugen oder deren Nachkommen gesucht, die vor allem zum Absturzort der deutschen Jagdmaschine des Typs Me109 am 20. Juli 1944 bei Abtsried genaue Angaben machen können.

Ansprechpartner ist Gunter Lauser bei der Fliegerhistorischen Arbeitsgruppe/ Vermisstensuche Baden Württem- berg/Bayern. Er ist unter Telefon 0174/3157812 oder E-Mail gunter.lauser@gmx.net zu erreichen.

Ursula Nagl

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