EVL kriegt wieder die Kurve

Es muss sich für die Eishockey-Profis des EV Landsberg 2000 angefühlt haben als sei ihnen eine tonnenschwere Last vom Herzen gefallen: Mit 9:2 schlug die Mannschaft zuhause das Team aus Deggendorf und beendete damit ihre anhaltende Negativserie. Und am Sonntag legten die Landsberger beim 5:3 in Klostersee gleich noch einen „Dreier“ nach.

Beim EVL waren bis auf Dominik Nörenberg alle wieder an Bord, sodass Marian Hurtik gegen den Tabellenletzten mit dem stärksten Sturm antreten konnte. Die Partie begann vor nur 631 Zuschauern sehr schwungvoll und die Landsberger hätten nach gut drei Minuten bereits in Führung gehen müssen. Deggendorfs Torwart Nicklas Treutle entschärfte aber mit einer Glanzparade einen Alleingang von Benjamin Barz. Quasi im Gegenzug traf Herbert Geisberger das leere EVL-Tor nicht. Danach verflachte das Spiel immer mehr – vor allem von den Hausherren kam zu wenig. Und das rächte sich in der 16. Minute. Stefan Ortolf fuhr einen schnellen Angriff in die Zone der Landsberger, zog ab und traf rechts unten zum überraschenden 0:1. „Zum Teil war das schon ‘ne zittrige Partie, die wir da gespielt haben“, analysierte Mannschaftskapitän Benjamin Barz hinterher. Erst nach der ersten Pausensirene wachte die Hurtik-Truppe auf und kam zu einigen guten Gelegenheiten. Nach einem Pfostenschuss von Vaitl (in der 23. Minute) musste Treutle in allerhöchster Not wenige Sekunden später gegen Krull retten. Auf der anderen Seite traf Dominik Retzer für Deggendorf nur den Pfosten (27.). Alexander Thiel erlöste den EVL dann aber doch noch. Nach einem Querpass von Derek Switzer schloss er sofort ab und traf rechts unten zum 1:1 (29.). Der Knoten war geplatzt und die Landsberger marschierten weiter auf das Tor der Gäste. Logische Konsequenz war die Führung durch Daniel Nörenberg, der in Überzahl einen Abpraller unter die Latte lupfte (33.). Wegen der Vielzahl an Chancen hätte sich Deggendorf nicht beschweren dürfen, wenn sie zu dem Zeitpunkt mit drei oder vier Toren hinten gelegen hätten, stattdessen spielten die Niederbayern vorne eiskalt und schossen in der 37. Minute sogar den Ausgleich. Nach einem nicht gegebenen Foul von Geißler kam die Scheibe auf Herbert Geißberger und der ehemalige DEL-Stürmer traf aus der Drehung ins linke untere Eck zum 2:2. Allerdings beendete der EVL gleich zu Beginn des letzten Drittels alle Hoffnungen der Gäste auf einen Sieg. Jeweils in Überzahl trafen Markus Vaitl und Michal Kapicka innerhalb von 45 Sekunden zum 4:2. Für die endgültige Entscheidung sorgte dann EVL-Kapitän Benjamin Barz in der 47. Minute. Erst lief er über links ganz Deggendorf in Grund und Boden, ließ dann noch Goalie Treutle aussteigen und schob dann ein zum 5:2. „Danach hat das funktioniert, was zuletzt nicht so geklappt hat“, freute sich der Kapitän anschließend. Wolsch (48./58.), Barz (54.) und Bacek (56.) machten am Ende den 9:2-Kantersieg perfekt. Frühe Führung In dem Stil schien es auch beim EHC Klostersee weiterzugehen. Landsberg ging nach knapp vier Minuten durch ein Tor von Daniel Nörenberg in Führung. Danach riss aber irgendwie der Faden. Die Grafinger präsentierten sich bissiger in den Zweikämpfen und immer einen Schritt schneller. Logische Konsequenz war der Ausgleich von Jared Mudryk (9.), der einen Querpass in die Maschen drosch. Komplett von der Rolle präsentierte sich der EVL dann aber in der 18. Minute. Innerhalb von 21 Sekunden durften Mudryk und Philip Quinlan durch die Landsberger Abwehr marschieren und zum zwischenzeitlichen 3:1 einschießen. Es müssen deutliche Worte in der Kabine gefallen sein, denn im zweiten Drittel präsentierte sich das Team von Marian Hurtig wesentlich besser. Gleich nach zehn Sekunden schaffte Igor Bacek den Anschlusstreffer zum 3:2, als er nach einem schönen Pass EHC-Goalie Patrick Ashton ganz alt aussehen ließ. Danach besaß der EVL zwar die größeren Spielanteile, konnte aber zunächst nichts zählbares ergattern. Es dauerte bis 49 Sekunden vor der Pausensirene, da kam Derek Switzer nach einem Gewühl vor dem Tor der Hausherren an den Puck und der Oldie schloss ab zum 3:3-Ausgleich. Ein Tor, das die Landsberger beflügelte, denn im letzten Drittel kämpfte das Team leidenschaftlich. Selbst eine Strafzeit zu Beginn des Abschnitts schien die Truppe nicht mehr aufzuhalten. Stattdessen liefen Bacek und Kapicka einen Konter, den Kapicka zur EVL-Führung abschloss (41.). In der Schluss-phase war es aber doch noch ein Spiel „auf Biegen und Brechen“. Martin Hoffmann und Daniel Nörenberg kassierten jeweils Strafzeiten, Klostersee drängte zum Ausgleich. Aber Landsberg, und vor allem Torwart Holmgren, hielt dagegen bis Michal Kapicka eine Sekunde vor dem Ende mit einem Weitschuss ins leere Tor den 3:5-Endstand besorgte. "Wir wollen mehr" „Wir haben jetzt Platz sechs gesichert, aber wir wollen noch mehr“, gab sich Coach Hurtig nach dem zweiten Sieg an diesem Wochenende kämpferisch. Mehr soll es schon am Freitag geben, beim Heimspiel gegen die Tölzer Löwen, das um 20 Uhr beginnt. Am Sonntag muss das EVL-Team dann in Passau antreten.

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