Tagsüber wird eingebrochen

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Bayernweit ist bei den Wohnungseinbrüchen eine Tendenz nach oben zu beobachten. Im Landkreis gab es im vergangenen Jahr 51 Fälle.

Landkreis – Elf Straftaten pro Tag werden durchschnittlich im Landkreis begangen. Soweit sei „alles im grünen Bereich“, betont der Dienststellenleiter der Landsberger Polizeiinspektion Alfred Geyer. Die meisten Delikte sind im Vergleich zu den Vorjahren nicht angestiegen. Sorge bereitet dem Dienststellenleiter allerdings der Anstieg der Rauschgiftkriminalität. Und auch das Thema Asyl beschäftigt die Beamten zunehmend.

Im vergangenen Jahr gab es insgesamt 3.242 Straftaten im Zuständigkeit der Polizeiinspektion Landsberg. Hier liege man im Bereich der Vorjahre, erläutert Alfred Geyer. Besonders stolz sei man auf die Aufklärungsquote von rund 66 Prozent. Im Vergleich zu 2014 ist diese um 6,6 Prozentpunkte angestiegen. Neben Großereignissen wie dem G7-Gipfel, hat die aktuelle Bedrohung durch den Terrorismus sowie die Flüchtlingssituation auch die Landsberger Beamten im vergangenen Jahr gefordert.

1.562 sogenannte „Tatverdächtige“ konnten von den Landsberger Polizisten ermittelt werden. Die Beteiligung Nichtdeutscher an Straftaten steigen Alfred Geyer zufolge von Jahr zu Jahr an – 2015 waren es 339. Spitzenreiter sind hier die Rumänen mit insgesamt 43 ermittelten Tatverdächtigen. Der Dienststellenleiter führt das vor allem auf Diebstahldelikte und organisierte Banden zurück. Kein Tag vergehe außerdem, an dem die Polizeibeamten nicht direkt oder indirekt mit Asylbewerbern zu tun haben, erklärt Geyer. Insgesamt 6,1 Prozent der ermittelten Tatverdächtigen waren Zuwanderer. Meist handelt es sich dabei um Körperverletzungsdelikte in den Unterkünften. Oft seien es aber auch ganz „banale Sachen“, erläutert der Dienststellenleiter. Je kleiner und dezentraler aber die Unterkunft sei, desto weniger Einsätze habe man dort. Auch auf die Nationenmischung komme es an.

Insgesamt eine Tendenz nach oben ist in den letzten Jahren bei Wohnungseinbrüchen zu verzeichnen. Im Bereich der Landsberger Inspektion gab es 2015 insgesamt 30 Fälle, im gesamten Landkreis waren es 51. Meist passieren diese Einbrüche tagsüber oder in der Dämmerung, erklärt Geyer. Beliebte Ziele sind vor allem freistehende Einfamilienhäuser. Diesbezüglich unternehme man aber sehr viel in diesem Bereich, da es für die Bewohner oft ein traumatisches Erlebnis ist, wenn in das eigene Heim eingebrochen wurde. „Wir zeigen hier sowohl offene als auch verdeckte Präsenz in den Schwerpunktgebieten“, sagt Alfred Geyer. Auch gezielte Fahrzeugkontrollen gehören zu den Maßnahmen.

Was dem Dienststellenleiter besondere Sorge bereitet, ist der Anstieg der Rauschgiftkriminalität. „Alles außer Heroin“ sei im Landkreis vertreten. Meist handele es sich dabei um Cannabisprodukte. Insgesamt 189 Fälle sind 2015 im Zuständigkeitsbereich registriert worden – ein Anstieg von rund 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Aber auch die Aufklärungsquote ist von 88 auf fast 94 Prozent angestiegen. Besonders hoch ist hier der Anteil der 14- bis 21-Jährigen, die rund die Hälfte der mit Drogen erwischten Personen ausmachen.

Astrid Erhard

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