Kriminalitätsstatistik 2016

"Besorgniserregende" Entwicklung

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Gerade in größeren Asylbewerberunterkünften – wie hier in Kaufering – kommt es, laut Dienststellenleiter Alfred Geyer, immer wieder zu Einsätzen der Polizei.

Landkreis – Die Kriminalität im Landkreis hält sich seit zehn Jahren in etwa auf dem gleichen Niveau. Dennoch gibt es ein paar Entwicklungen, die Alfred Geyer, Dienststellenleiter der Landsberger Polizeiinspektion, Sorgen bereiten. Ein drastischer Anstieg ist im letzten Jahr vor allem bei Wohnungseinbrüchen und bei Rauschgiftdelikten zu beobachten. Aber auch der Bereich Asyl beschäftigt die Polizei seit Beginn der Flüchtlingskrise regelmäßig.

Insgesamt wurden 2016 im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Landsberg 3.295 Straftaten erfasst. Gegenüber 2015 waren das 53 Fälle, ein Anstieg von 1,6 Prozent. „Im Zehnjahresvergleich hält sich die Kriminalität aber auf gleichem Niveau“, so Geyer. Auch die Art der Delikte hat sich laut Statistik nicht deutlich verändert.

Sehr besorgt zeigte sich der Dienststellenleiter jedoch in Sachen Rauschgiftkriminalität: Diese ist seit über zwei Jahren ansteigend. Insgesamt 221 Fälle beobachtete Geyer hier in seinem Zuständigkeitsbereich – im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von 16,9 Prozent. Mit erhöhten Kontrollen habe das allerdings nichts zu tun, betont er.

Besonders die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im vergangenen Jahr ebenfalls drastisch gestiegen. Insgesamt 48 Fälle hat die Landsberger Polizeiinspektion hier zu verzeichnen. Dabei handele es sich zwar um eine Mehrung von immerhin 60 Prozent, im Vergleich zu anderen Landkreisen sei die Zahl allerdings nicht besonders hoch, so Geyer. Bei 16 dieser 48 Fälle blieb es lediglich beim Versuch und es gelang den Einbrechern nicht, in die Wohnungen einzudringen. Ziel der Einbrecher waren meist freistehende Einfamilienhäuser. Und entgegen der landläufigen Meinung ereigneten sich die Delikte meist tagsüber.

Als besorgniserregend beobachtet Alfred Geyer aber auch den Anteil sogenannter „Nichtdeutscher Tatverdächtiger“. Dieser Wert steigt seit 2013 kontinuierlich – inzwischen handelt es sich um über 25 Prozent. Ganz vorne liegen hier vor allem Rumänen, Türken und Afghanen. 8,5 Prozent der ermittelten Tatverdächtigen waren Zuwanderer. Dazu gehören neben Asylbewerbern auch Personen, die nach Abschluss des Asylverfahrens nicht abgeschoben werden können, sowie Kontigentsflüchtlinge und alle sich sonst illegal in Deutschland aufhaltende Personen.

„Häufig spielen sich die Vorfälle in den größeren Unterkünften ab“, sagt Alfred Geyer. Einen Grund dafür sieht er in der sich oft unterscheidenden Mentalität der Personen. Aus Sicht der Polizei gestalten sich solche Einsätze auch immer besonders zeit- und personalintensiv, da immer ein Dolmetscher benötigt und der Polizei häufig Respektlosigkeit und hohe Aggressivität entgegen gebracht werde. Meist spielen sich die Straftaten allerdings direkt unter den Asylbewerbern ab. Dass die hohe Zahl der Straftaten von Flüchtlingen in naher Zukunft sinken wird, sieht Geyer allerdings nicht: „Die Integration beginnt jetzt erst.“

Die Kriminalitätsbelastung beläuft sich im gesamten Landkreis – das heißt innerhalb der Polizeiinspektionen Landsberg und Dießen – auf 3.444 Straftaten je 100.000 Einwohner. Neben der Stadt Landsberg liegen die Werte besonders in den größeren Gemeinden, wie etwa Kaufering oder Geltendorf, höher als beispielsweise in Thaining oder Unterdießen.

Einen „Spitzenwert“ könne die Polizei im Landkreis allerdings bei der Aufklärungsquote vorweisen: Von 4.052 Straftaten konnten im letzten Jahr 2.598 aufgeklärt werden, was eine Quote von 64,1 Prozent bedeutet. Erst am Montag sei es den Beamten gelungen, einen Einbrecher in Penzing festzunehmen, so Geyer. Besonders betont er dabei diverse Hilfsmittel, die zu der guten Quote beitragen: „Die DNA ist unser bestes Werkzeug!“

Astrid Neumann

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