Immer noch ein friedlicher Landkreis

Polizei Landsberg legt Kriminalitätsbilanz für 2018 vor

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Erfreulicherweise zurückgegangen: die Zahl der Wohnungseinbrüche im Landkreis Landsberg. Dafür gibt es mehr Rauschgiftdelikte.

Landsberg – Liest man die Kriminalstatistik, kann einem schon mal schummrig werden: 3.350 Straftaten verzeichnet die Polizei Landsberg in ihrem Zuständigkeitsbereich für 2018. Und das sind immerhin 2,8 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Doch dem nicht genug: Auch die Aufklärungsquote ist im Vergleich zu 2017 um ganze 4,5 Prozent gesunken und liegt jetzt bei knapp 60 Prozent. Wem jetzt ein bisschen mulmig wird: keine Sorge. Im Vergleich zu Gesamtbayern lebt es sich im Landkreis immer noch recht sicher.

Denn als Gradmesser für die Sicherheit, die Bürger in einer Region genießen können, zählt die sogenannte Häufigkeitszahl: Die Anzahl aller bekanntgewordener Delikte gerechnet auf 100.000 Einwohner. Die liegt im Landkreis bei 3.333. Viel könnte man meinen. Aber im Vergleich zu ganz Bayern – hier sind es 4.889 Delikte pro 100.000 Einwohner – zeigt sich doch, dass es im Landkreis Landsberg eher ruhig zugeht.

Von den insgesamt im Landkreis gezählten 3.350 Delikten fallen allerdings 52 ausländerrechtliche Delikte – also zum Beispiel ein illegaler Aufenthalt in Deutschland – weg. Die verbleibende Zahl von 3.298 Straftaten weist somit eine noch deutlichere Steigerung gegenüber 2017 auf, nämlich um 4,5 Prozent. Unter diesen Straftaten sind mit über 20 Prozent besonders viele Diebstähle und Fälschungs- oder Vermögensdelikte. Wobei letztere laut Polizei Landsberg großteils auf Tankbetrüge an einer Autobahntankstelle zurückgehen. Ebenfalls häufig sind Beleidigungen oder Sachbeschädigungen.

Zwar ist der Anteil der Delikte, die von Zuwanderern verübt wurden, 2018 im Vergleich zu 2017 um gute 22 Prozent gestiegen. Dennoch liegt der Anteil ihrer Vergehen an der Gesamtverbrechensanzahl bei guten 10 Prozent.

Zurückgegangen, und zwar um 5,1 Prozent, sind erfreulicherweise sogenannte Rohheitsdelikte: Raub oder auch Körperverletzungen. Ebenfalls gesunken ist die Anzahl der Diebstähle im Bereich der Polizei Landsberg: Insgesamt waren es 803 und damit 3,3 Prozent weniger als 2017. Allerdings kam es innerhalb dieser Zahl zu weitaus mehr Wohnungseinbrüchen.

Gestiegen sind leider Vergehen gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Darunter fallen sexuelle Belästigung – hauptverantwortlich für den Anstieg –, sexueller Missbrauch oder auch Exhibitionismus. Insgesamt hat die Polizei Landsberg davon 46 Taten im Landkreis registriert. Und das sind 39,1 Prozent mehr als 2017.

Ebenfalls gestiegen sind Rauschgiftdelikte (+ 5,1 Prozent) – insbesondere wegen der Razzia der Kripo Fürstenfeldbruck in Landsberg und Kaufering (der KREISBOTE berichtete). Hier werden allerdings fast 94 Prozent aufgeklärt. Auch wer besonders gern bei Drogendelikten erwischt wird, ist aus der Kriminalstatistik abzulesen: vor allem Männer über 21 Jahre. Lediglich 29 Frauen vielen mit Rauschgift auf.

Auch die Polizei Dießen hat für ihren Zuständigkeitsbereich eine Statistik aufgestellt. Und dort ist die Anzahl der Delikte um 2,1 Prozent auf 619 gesunken. Und auch mit dem Aufklären hat man in Dießen mehr Erfolg: Dort konnten 61,9 Prozent der Fälle geklärt werden – ein Plus von über vier Prozent. Dießen kann den Trend der abnehmenden Wohnungseinbrüche bestätigen – und zwar mit äußerst deutlichen Zahlen. Gab es 2017 noch 26 Einbrüche, sank die Zahl 2018 auf zehn. Und davon waren nur zwei für den Einbrecher mit Erfolg gekrönt. Achtmal blieb es beim Versuch. Enorm gesunken, nämlich um über die Hälfte, sind im Bereich der Polizei Dießen auch die Sachbeschädigungen im öffentlichen Raum – trotz Autokratzer, Seeanlagenrandale oder Sonstigem.

Ein trotz allem insgesamt ruhiger Landkreis, wie die Häufigkeitszahl beweist. Am gefährlichsten innerhalb des Landkreises lebt es sich übrigens laut einer Häufigkeitszahl von 6.302 in der Kreisstadt Landsberg selbst. Und am friedlichsten können die Bewohner im Süden ihr Leben fristen: im idyllischen Apfeldorf.

Susanne Greiner

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