Ein Gebiet, neun Bebauungspläne

Alt-Kaufering: Kritik an Bebauungsplänen

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Um den dörflichen Charakter von Alt-Kaufering zu erhalten, überzieht die Marktgemeinde das Gebiet mit Bebauungsplänen. Die Kauferinger Mitte kritisierte das jüngst in der Marktgemeinderatssitzung.

Kaufering – Zu teuer, zu aufwändig, zu restriktiv und zu wenig bürgerfreundlich. So beschrieb Manfred Huber von der Kauferinger Mitte die Aufstellung von Bebauungsplänen für das dörflich geprägte Alt-Kaufering in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung.

Eigentlich sollte der Marktgemeinderat über die Vergabe von Planungsleistungen über die Aufstellung der Bebauungspläne „Oberer Brückenring“ und „Unterer Brückenring“ an den „Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München“ entscheiden. Für die Planungsleistungen werden circa 33.000 Euro Honorar fällig. Abgerechnet wird jeweils auf Stundenbasis.

Für Manfred Huber, Fraktionssprecher der Kauferinger Mitte, war das eine Gelegenheit, Kritik am Prozedere der Bebauungspläne für Alt-Kaufering anzubringen. „Das ist für mich eine Never-Ending-Story“, sagte Huber.

Die ersten Beschlüsse würden sogar noch vom alten Marktgemeinderat stammen. Von insgesamt neun Bebauungsplänen habe Kaufering in den letzten eineinhalb Jahren gerade einmal zwei geschafft, nämlich Kirchberg-Nord und Unterdorf Ost. „Damit haben wir nach fünf Jahren gerade einmal Halbzeit.“

Somit würde noch vier Bebauungspläne verbleiben. Huber rechnet damit, dass der letzte Bebauungsplan im Jahr 2023 abgeschlossen werden kann. „Dann haben wir uns zehn Jahre lang mit Bebauungsplänen für Alt-Kaufering beschäftigt.“ Jeder Bebauungsplan würde rund 15.000 Euro kosten.

Manfred Huber sagte, dass in den Gemeinderatssitzung viel vom Sparen gesprochen werde. „Hier hätten wir ein Sparpotential im sechsstelligen Bereich.“ Darüber hinaus bedeute jeder Bebauungsplan viel Arbeit für die Verwaltung. 80 Prozent der Arbeit sei mit relativ wenig Aufwand verbunden. Bei den restlichen 20 Prozent sei aber viel Aufwand nötig. Für Huber und die Kauferinger Mitte stelle sich die Frage, ob die Kosten diesen Aufwand rechtfertigen würden und ob hier wirtschaftlich und im Sinne der Bürger gearbeitet werde.

Manfred Huber kritisierte insbesondere die Regelung zu den Wohneinheiten, die er wohnungspolitisch verkehrt finde. Darüber hinaus seien die restriktiven Regelungen seiner Ansicht nach nicht bürgerfreundlich. Die Detailliebe sei teuer

und aufwändig – und das nicht nur aktuell, sondern auch künftig. „Man stelle sich vor, wir wollen generell etwas verändern, dann müssten wir neun Bebauungspläne ändern“, betonte Huber.

„Unser Dorf hat knapp 1.000 Jahre auf dem Buckel“, entgegnete Gabriele Triebel (GAL), die die Sitzung als 2. Bürgermeisterin in Vertretung von Bärbel Wagener-Bühler leitete. „Deshalb möchten wir, dass der Dorfcharakter auch noch die nächsten 100 bis 200 Jahre erhalten bleibt.“ Auch gegen den Vorwurf eine „Überregulierungsbehörde“ wehrte sich Gabriele Triebel. Wichtig sei vor allem, dass man die Bürger mit einbeziehe, auch wenn das etwas länger dauere.

Mit 16:5 Stimmen wurde die Vergabe der Planungsleistungen an den „Planungsverband Äußere Wirtschaftsraum“ durchgewunken.

Siegfried Spörer

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