Statt 700.000 satte 1,6 Millionen Euro: 

Epfacher Gottesacker verschlingt enorme Sanierungssumme

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Deutlich teurer als geplant: Die Sanierung des Epfacher Friedhofs.

Denklingen – Nächste Woche sollen die Bauarbeiten am Epfacher Friedhof beginnen. Im Gemeinderat stellten Landschaftsarchitekt Robert Kerfers und Erich Baier vom Ingenieurbüro Grundbau GmbH die Planungen und Zeitabläufe im Detail dar. Die Gesamtkosten werden sich wohl zwischen 1,6 und 1,7 Mio. Euro bewegen – angesetzt waren nur 700000 Euro.

Konkret ging es in der Gemeinderatssitzung um die Vergabe der Sicherungsarbeiten, die bei 519000 Euro liegen. Neun Firmen wurden angeschrieben, jedoch nur eine Firma hat ein Angebot abgegeben. Die Empfehlung von Erich Baier lautete, keine neue Ausschreibung zu machen. Das würde nur zur Verzögerungen führen und in Anbetracht der guten Baukonjunktur würde vielleicht eine Kostenersparnis nicht signifikant ausfallen. So steht es auch in der Beschlussvorlage für den Gemeinderat.

„Wir werden um eine Sanierung des Friedhofes nicht herumkommen“, betonte Bürgermeisterin Viktoria Horber. Ursprünglich hatte die Gemeindeverwaltung mit geringeren Kosten gerechnet. Angesetzt waren im Haushalt nur 700000 Euro. Doch die Auflagen des Denkmalschutzes und die statischen Probleme beim Turm der Friedhofskirche hätten zu Kostensteigerungen geführt, betonte Ratsmitglied Albert Rambach und stärkte mit seiner Aussage „Das alles war im Vorfeld nicht bekannt, wir sind doch keine Hellseher“ seiner Bürgermeisterin den Rücken. Als problematisch hatte sich auch die Hanglage erwiesen, die das Arbeiten mit schweren Geräten unmöglich macht.

So wie es aussieht, bleibt die Friedhofssanierung weiterhin ein Streitthema zwischen den Ratsmitgliedern Regina Wölfl und Wolfgang Martin und den anderen Gemeinderatsmitgliedern und der Verwaltung. Wölfl und Martin hatten in der Vergangenheit des öfteren die hohen Kosten kritisiert. „Die Kosten haben sich verdoppelt, es gab Zeitverzögerungen und die Menschen sind verärgert, weil sie zu wenig informiert werden“, fasste Regina Wölfl die Kritik zusammen.

„Es wurde zu spät ausgeschrieben“, befand Wölfl und meinte, „ es ist untragbar, wie es gelaufen ist“. Martin betonte, es wäre hilfreich gewesen, Vergleichsangebote zu haben. Er sei bereit, dafür Verzögerungen in Kauf zu nehmen. Das wollte die Mehrheit der Gemeinderatsmitglieder nicht. So erhielt die Dachauer Firma Himmel und Papesch den Auftrag. Lediglich Wölfl und Martin stimmten gegen den Beschluss.

Siegfried Spörer

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