Stadtfest mit Abstrichen

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Erst am Abend, als der größte Teil des Infanterieplatzes in einen wohltuenden Schatten tauchte, füllten sich die Bänke beim Landsberger Stadtfest schlagartig.

Landsberg – Die Stadt Landsberg wehrt sich gegen Kritik an Organisation und Durchführung des Stadtfestes am vergangenen Samstag – von „zu laute Musik, zu wenige Sitzplätze, zu wenige Ausschankstellen“, war die Rede.

„Trotz der einen oder anderen Einschränkung“ dürfe das Fest als „Erfolg“ bezeichnet werden. Es sei sehr gut besucht und die Plätze am Infanterieplatz bis zum Ende der Veranstaltung sehr gut belegt gewesen, sagt Pressesprecher Andreas Létang auf Nachfrage des KREISBOTEN. Genau daran entfachte sich aber auch der Ärger vieler Besucher.

Und wann geht’s los? Allein das Plakat fürs Stadtfest ließ einige Fragen offen.

Gut belegt waren an diesem lauen Abend nämlich auch die übrigen Gaststätten in der Altstadt. Viele Gäste hatten keinen Platz am Stadtfest selbst ergattern können und wichen aus. Ein Grund: Überraschend war in diesem Jahr der Rossmarkt nicht bestuhlt, dort wurde lediglich der einzige Toilettenwagen und das Bungee-Trampolin aufgestellt. Das Platzangebot war damit knapp, auf die Sitzplätze wurde teilweise regelrecht Jagd gemacht. Die Aufteilung der Plätze sei durch die „geringe Beteiligung der Einzelhändler“ entstanden, erläutert Létang. Deshalb habe man auf dem Infanterieplatz eine Zone für Unterhaltung und Gastronomie und am Rossmarkt „bewusst eine ruhigere Zone für Eltern mit Kindern schaffen wollen“. Auch, dass dort keine Tische und Bänke standen, kann der Pressesprecher erklären: Das sei von den beiden Gastronomen am Rossmarkt, Fischerwirt sowie Döner&more, nicht gewünscht worden.

Wer einen Sitzplatz am Infanterieplatz ergattert hatte, war dann aber noch längst nicht wunschlos glücklich. Vor dem Bierstand war zeitweise Geduld gefragt, es bildeten sich vor allem Abend lange Schlangen. Auch bei der Stadt räumt man ein, dass es „in den Stoßzeiten immer zu Warteschlangen“ kommt. Erschwerend sei diesmal dazugekommen, dass ein weiterer Ausschank kurzfristig abgesagt habe. An dem von einigen Besuchern als „dürftig“ kritisierten Angebot gibt es aber aus Sicht der Stadt nichts auszusetzen. Andreas Létang: „Da es sich um einen Ausweichplatz handelt, der maximal 2500 Besucher zulässt, war von vornherein klar, dass man nicht ein vergleichbares Angebot wie auf dem Hauptplatz bieten kann.“

Auch den zeitlichen Rahmen verteidigt er. Sowohl der Beginn des Festes (Samstag, 11 Uhr) als auch die Tatsache, dass es diesmal nur an einem Tag stattfand, habe man mit den Wirten besprochen; beides sei der Wunsch der Gastronomen gewesen. Im Nachhinein aber scheint die Entscheidung etwas unglücklich gewesen zu sein: Da die beteiligte Brauerei keine Sonnenschirme zur Verfügung stellte und die Stadt selbige nicht besitzt, eröffnete Oberbürgermeister Mathias Neuner die Veranstaltung vor nur einer Handvoll Gäste, die in der prallen Sonne schmorten. Erst am Abend, als der größte Teil des Platzes in einen wohltuenden Schatten tauchte, füllten sich die Bänke – dann allerdings fast schlagartig.

Dass sich am Nachmittag nur wenige Besucher auf das Fest verirrten, könnte auch daran gelegen haben, dass die ungewöhnliche Anfangszeit auf dem Plakat gar nicht angegeben war. Beim Referat 55, ehemals FUN und für die Organisation des Festes zuständig, habe man aber genausoviele Plakate (200) und Flyer (2500) gedruckt und verteilt wie für das Stadtfest im vergangenen Jahr und die Landsberger Wies’n, heißt es aus der Pressestelle. Weitere Werbemaßnahmen seien aus finanziellen Gründen nicht möglich gewesen.

„Es soll erwähnt sein, dass sich die Organisation des Stadtfestes als sehr arbeitsaufwendig gestaltet hat“, lautet die Stellungnahme aus dem Rathaus. Dazu habe es die Anforderung gegeben, mit einem „sehr knappen Budget“ auskommen zu müssen. Létang abschließend: „Unter diesen Voraussetzungen ist es schwer, es jedem Besucher und Teilnehmer recht zu machen.“

Christoph Kruse

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