Kostspieliges Ehrenamt

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Muss das denn wirklich sein?

Landsberg – Wie geht die Stadt Landsberg mit der Förderung des „Filmforums“ von Kurt Tykwer um? Das Thema ist erkennbar heikel, sorgte in der Vergangenheit bereits einige Male für Ärger, weswegen sich zuletzt kaum mehr jemand so recht aus der Deckung wagte.

Bekannt ist allerdings, dass die Höhe der Subvention Helmut Weber (CSU) stets ein Dorn im Auge war, sein SPD-Kollege Dieter Völkel sprang ihm jetzt bei.

Im Rahmen des Jahresabschlusses 2011 für den damaligen Eigenbetrieb FUN (Frei­zeit, Unterhaltung, Nutzungsmanagement) hatte Völkl als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses in die Beschlussvorlage einen Passus mit aufnehmen lassen, der den Machern des Filmforums nicht unbedingt gefallen dürfte. „Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung“ solle die Kämmerei einen Vertrag mit „angepassten Konditionen“ ausarbeiten. Die Räumlichkeiten im Stadttheater sollten auch weiterhin kostenfrei zur Verfügung gestellt werden, heißt es da, die übrigen Kosten dagegen künftig vom Veranstalter getragen werden.

Das Filmforum sei „eine gute Einrichtung, die erhalten bleiben sollte“, betonte Dieter Völkel, machte aber eine be­- eindruckende Rechnung auf. „Das Jahresergebnis des Filmforums betrug 42359 Euro“, so Völkel, „das kommt dadurch zustande, dass die Stadt 62830 Euro geleistet hat, auch wenn man der Fairness wegen dazu sagen muss, dass eine Anschaffung über 30000 Euro dabei war.“ Die hohen Summen resultieren aus der Tatsache, dass die Stadt neben der kostenlosen Überlassung des Stadttheaters auch Neben-, Personal- und Materialkosten übernahm und übernimmt, während die Eintritts­gelder komplett beim Veranstalter landen.

Dritte Bürgermeisterin Sigrid Knollmüller (CSU) brach eine Lanze für das Filmforum und machte sich offenbar Sorgen, wie man dort auf die neue Entwicklung reagieren wird. „Hat denn schon jemand mit Kurt Tykwer gesprochen?“, fragte sie, „der macht das ehrenamtlich und verdient nichts daran. Man sollte die Verhandlungen so führen, dass das auf jeden Fall erhalten bleibt; es ist eine große Bereicherung am Montag, wenn das Stadttheater sonst kaum bespielt ist.“

Der Stadtrat votierte einstimmig für Völkels Vorschlag, allerdings behielt sich OB Mathias Neuner (CSU) am Tag danach die Ausgestaltung des Vertrages vor. „Da geht es auch um Verrechnungsfragen, die genannten 40000 Euro sind das dann nicht. Wir lassen uns die genauen Zahlen noch einmal vortragen und werden dann disku­- tieren und entscheiden.“

Dass die Lage „durchaus schwierig“ sei, erläuterte auch aus ihrer Sicht Stadtjuristin Petra Mayr-Endhart. „Das Filmforum ist eine gute Sache und ein absolutes Aushängeschild für Landsberg“, meinte sie im Stadtrat. „Aber es ist eine freiwillige Leistung der Stadt, und bei der aktuellen Lage muss man darüber nachdenken, ob man die nicht auf Dinge konzentrieren muss, die dann allen Landsbergern zugute kommen.“

Christoph Kruse

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