Kubanisch mit boarischem Akzent

Die CubaBoarischen begeistern das Publikum im Landsberger Sportzentrum – und oben grüßen der Jennerwein und Che Guevara von der Leinwand. Foto: Schmid

Was kommt raus, wenn man kubanische Rhythmen mit bayerischer Volksmusik vermischt? Die CubaBoarischen machen’s vor, etwa am Samstag zum Auftakt des Kulturspektakel 2011 im Landsberger Sport- und Veranstaltungszentrum. Unter dem Motto „Bei uns dahoam in Cuba“ präsentierten sie eine gelungene kubanisch-bayerische Musikmischung.

Sieben „g’standene Manns­buida“ spicken Salsa, Cha Cha Cha & Co. mit bayerischen Texten und springen von einem Moment auf den anderen von der Karibik nach Bayern oder umgekehrt. Und dies auch noch beeindruckend nahtlos: Man glaubt kaum, dass die beiden Musikstile so gut harmonieren – und dass Lederhosen und Bongos doch so gut zusammen passen. Andreas, Hubert und Leonhard Meixner, Michael Mayer, Hans Förg, Markus Wallner und Sepp Rottmayr sind ja auch davon überzeugt, dass der Lebensstil des Inselstaats dem bayerischen in vielen Dingen sehr ähnlich ist – gerade was die G’miatlichkeit angeht: Denn die ist ja jedem Kubaner quasi in die Wiege gelegt. Solche „kulturellen Gemeinsamkeiten“ bringt die Gruppe auch in ihrer Musik zum Ausdruck – wie zum Beispiel bei „María Cristina“, wo es um ein Weibswild geht, bei der der Mann ganz schön unter dem Pantoffel steht: Während der eine sich auf spanisch mit „María Cristina me quiere gobernar“ gesanglich über seine herrschsüchtige Gattin auslässt, wirft der nächste ein: „Es wird immer schlimmer, i halt’s nimmer aus“. Sogar bei den Aufständischen beider Länder finden die CubaBoarischen noch Gemeinsamkeiten und bringen sie musikalisch auf den Punkt – mit einem Lied über den Tegernseer Wildschütz Jennerwein und den Freiheitskämpfer Che Guevara, den „Comandante“, der in Kuba ja heute immer noch als großer Volkheld verehrt wird. Besonders begeistert die Gruppe mit ihren witzigen bayerischen Einwürfen – die oft wie die Faust aufs Auge zu den spanischen Texten passen – mitten in der kubanischen Tanzmusik. Da verzeiht man es den sieben Bayern auch gern, dass bei den spanischen Passagen doch noch ein deutlicher Akzent zu hören ist – oder dass ein paar eigentlich romantische spanische Textstellen mit ein bisschen zu wenig Gefühl gesungen werden. Denn eins steht fest: Mit ihrem kubanisch-boarischen Sound bringen die Musiker einfach was ganz Einzigartiges auf die Bühne – und schaffen es in Landsberg von Anfang an, ihr Publikum mitzureißen. Das Lands­- berger Sportzentrum kochte regelrecht – und mit Jubelstürmen erreichten die Zuhörer natürlich auch noch ein Zugabe, in der Hans Förg wieder mal, wie auch bei einigen Stücken zuvor schon, mit einem glänzenden Sopransaxofonsolo begeisterte.

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