„Blumen sprechen lassen“

Künstlerhaus Gasteiger lädt zur Sonderausstellung an den Ammersee

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„Blumen sprechen lassen“ heißt die diesjährige Sonderausstellung im Künstlerhaus Gasteiger. Gezeigt werden Blumenstilleben aus allen Schaffensphasen der Malerin Anna Sophie Gasteiger (1877–1954). Unser Bild zeigt (von links) Johannes Leicht von der Schlösser- und Seenverwaltung, Kastellanin Helga Schraidt und Museumsreferent Dr. Thorsten Marr.

Utting/Holzhausen – Ein Blumenstilleben gehörte früher zur Grundausstattung bürgerlicher Wohnstuben. Eine wahre Meisterin dieses Fachs war die Malerin Anna Sophie Gasteiger (1877–1954), der die diesjährige Sonderausstellung im Künstlerhaus Gasteiger in Utting-Holzhausen gewidmet ist. Bis zum 27. Oktober zeigt die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung hier einen Querschnitt ihrer Blumenbilder aus allen Schaffensphasen. Dazu gibt es historische Fotos, die die Malerin bei der Arbeit im Atelier und im Garten zeigen.

Ab 1908 wirkte das Ehepaar Gasteiger in der denkmalgeschützten Jugendstilvilla im Zentrum des Landschaftsparks, einem der schönsten Seegrundstücke am Ammersee-Westufer. Sie entwarf zunächst Stoffe, Tapeten und Fliesen im Jugendstil, bevor sie sich ganz der Malerei zuwandte. Ihren Mann, den Bildhauer Mathias Gasteiger (1871 - 1934), kennt man heute noch als Schöpfer des „Münchner Brunnenbuberls“ in der Münchner Fußgängerzone beim Karlstor. Irene Faber-Gasteiger, die Tochter des Paares, vermachte das Anwesen 1984 dem Freistaat Bayern, der es nach der Restaurierung seit 1994 Kunst- und Gartenliebhabern zugänglich machte.

Ab sofort ist jeden Sonntag-Nachmittag das Künstlerhaus mit seinem einzigartiges Museum wieder geöffnet. In der weitgehend erhaltenen Jugendstilausstattung erwarten den Besucher Skulpturen von Mathias Gasteiger und die Sonderausstellung „Anna Sophie Gasteiger. Blumen sprechen lassen“.

Wie Museumsreferent und Kurator Dr. Thorsten Marr bei der Eröffnung ausführte, waren die Blumenbilder bis in die 1950er-Jahre äußerst beliebt, „weil sie eine leuchtende Farbigkeit in die meist dunklen Räume trugen“. Sie brachten etwas Frisches und behielten ihre Schönheit, im Gegensatz zu den schnell verwelkenden Blumenbouquets. „Die Blumensträuße auf Dauer fanden an der Wand statt.“ Anna Sophie Gasteigers Blumengemälde waren auch bei Kunstverlagen beliebte Vorlagen für Reproduktionen. Gerahmt und hinter Glas verkauften sie sich gut und waren ein schönes Zubrot für die Gasteigers.

Das Künstlerhaus Gasteiger in der Eduard-Thöny-Straße in Holzhausen ist bis zum 27. Oktober sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 3,50 Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Obwohl das Künstlerhaus nur beschränkte Öffnungszeiten hat, kamen im letzten Jahr 1.648 zahlende Besucher, wie Hausherr Johannes Leicht bei der Eröffnung feststellte. Er ist seit März Leiter der Seeverwaltung Ammersee in Inning/Stegen, einer Abteilung der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung. Zuvor war er in der Schloss- und Gartenverwaltung Herrenchiemsee tätig.

Dieter Roettig

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