"Fuchs und Has" sucht neuen Bau

Kultgaststätte "Fuchs und Has" in Dettenhofen steht vor dem Aus

+
Direkt an der Staatsstraße 2056 im Dießener Ortsteil Dettenhofen liegt das urige Lokal „Bei Fuchs und Has“. Sehr zum Bedauern von Stefan Wilkening (kleines Foto) der Stammgäste soll es im kommenden Jahr abgerissen werden und Wohnhäusern weichen.

Dettenhofen – Wer auf der Staatsstraße 2056 durch den Dießener Ortsteil Dettenhofen fährt, darf sich durch die roten Fenster des Anwesens „Bei Fuchs und Has“ nicht irritieren lassen. Hier ist weder eine „Red Light“-Gegend noch finden hier Häschen-Partys statt. Wild gefeiert wird trotzdem hin und wieder – noch. Denn der Kultkneipe droht das Aus.

Stephan Wilkening sucht ein neues Zuhause für sein "Fuchs und Has".

Stephan Wilkening, Marktgemeinderat (Grüne) in Dießen und seit 23 Jahren Wirt des Gasthofs, schwante Schlimmes, als kürzlich ihm fremde Leute das Grundstück vermessen wollten. Ein Anruf beim Eigentümer bestätigte, dass ein Abriss des imposanten Gebäudes geplant ist. Auf facebook machte Wilke­ning sogleich seine Enttäuschung publik: „Im Laufe des nächsten Jahres soll der Standort unseres beliebten und vertrauten Baus einer scheinbar lukrativeren Nutzung zugeführt werden und dementsprechend zunächst dem Erdboden gleich gemacht werden.“ Geplant ist offensichtlich eine Wohnbebauung.

Nach 24 Jahren als Wirt werde es ihm ein bisschen eng in der Brust. Er blicke positiv in die Zukunft: „Wir haben die besten Gäste der Welt und ein absolut fähiges Team.“ Damit wolle er eine neue „Höhle“ auf Vordermann bringen und freue sich auf Tipps über mögliche Objekte für den Neustart.

Das Gebäude mit der Adresse „Dettenhofen 1“ ist über 300 Jahre alt und wurde ab dem 19. Jahrhundert als Gaststätte genutzt. Aus der Bauernwirtschaft entwickelte sich Anfang der 1970er-Jahre eine Szenekneipe für die Münchener Modebranche, die hier weit weg von „dahoam“ ausgiebig abfeierte. Später kehrten Rocker ein, warum die echten Dettenhofener immer seltener kamen. Nach den Rockern zog für sieben Jahre eine Künstler-Wohngemeinschaft ein, von der heute noch einige Kunstwerke den Gastraum zieren.

Als Stephan Wilkening das Lokal übernahm, ging es richtig aufwärts. Sein Konzept einer Mischung aus Ausflugs-, Familien- und Speiselokal sowie Kneipe mit Barbetrieb und gelegentlicher Kleinkunstbühne kam bestens an. Nicht nur aus der Region kamen die Gäste, selbst Autos aus Kaufbeuren, Starnberg, Fürstenfeldbruck und München parkten vor dem Haus. Wilke­ning gab auch jungen Musikern eine Chance, wie etwa der Gruppe „LaBrassBanda“, die heute große Hallen füllt.

Der Dettenschwanger Gemeinderat Michael Hoffmann (Bayernpartei) kommentiert die jüngste Entwicklung mit deutlichen Worten: „Auch ich war in meiner Jugend und auch im Alter immer im Fuchs und Has. Diese Kneipe ist durch nix zu ersetzen, sie ist und bleibt einmalig in der Region. Wo Geld die Welt regiert, bleibt das Leben auf der Strecke.“

Jetzt scheint die FuHa-Ära zu Ende zu gehen. Aber so wie die Stammgäste den leidenschaftlichen Wirt Stephan Wilkening kennen, wird er bald eine neue „Höhle“ finden, wo die Party weitergeht.
Dieter Roettig

Auch interessant

Meistgelesen

Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Nach möglichen Selbstmord auf der A96 sucht Polizei nach Zeugen
Nach möglichen Selbstmord auf der A96 sucht Polizei nach Zeugen
Mit dem KREISBOTEN zum PULS Open Air auf Schloss Kaltenberg
Mit dem KREISBOTEN zum PULS Open Air auf Schloss Kaltenberg
In Landsberg und Asch brennen Mülltonnen - Brandstiftung
In Landsberg und Asch brennen Mülltonnen - Brandstiftung

Kommentare