In Wort und Klang zuhause

Kulturförderpreis 2019: der Landsberger Sänger Malik Harris

+
Malik Harris hat ein Jahr voller Konzerte hinter sich. Hier war er gerade in Hamburg unterwegs. Und es folgen noch weitere Auftritte bis Jahresende.

Landsberg – Gerade eben ist er aus San Francisco zurück. Nicht von einem Konzert: Malik Harris hat mit Freunden Urlaub gemacht, bevor wieder die „krasse Action“ losgeht, wie er sagt. Denn war er 2018 noch Support für andere Bands –darunter auch James Blunt –, hat er 2020 seine erste eigene Tour quer durch Deutschland. Und im Sommer nächsten Jahres soll auch sein erstes Album erscheinen. Eine Karriere in rasantem Tempo – weshalb der gerade mal 22-Jährige jetzt auch den Kulturförderpreis des Landkreises Landsberg erhält.

Vor wenigen Tagen ist Maliks dritter Song erschienen, „Home“. Etwas dramatischer sei der als seine zwei ersten Titel, „Say the Name“ und „Welcome to the Rumble“, beschreibt der Landsberger. Es gehe um „den Moment, in dem du realisiert, dass du eine Person verloren hast“. Wenn man merkt, dass alles gestimmt hat, es aber leider zu spät erkennt. Ja, das beruhe auf einer persönlichen Erfahrung, gibt Malik zu. Wie eigentlich jeder Text, den er schreibt.

Worte scheinen seine zweite Heimat. Er kann damit umgehen und weiß, wie sie wirken. Aufgewachsen ist Malik zweisprachig: Mutter Deutsche, Vater Amerikaner, aus Detroit. Gewohnt hat er damals in der 9 Mile. Sozusagen als Nachbar von Eminem, der in der 8 Mile zuhause war. Ein Kreis, der sich schließt: Eminem ist einer von Maliks Idolen.

Die Musiksprache des 22-Jährigen ist Englisch: „Im Deutschen fehlen mir manchmal die Worte. Englisch bringt es auf den Punkt.“ Die Sprache müsse auch klanglich passen und „eine Geschichte erzählen.“ Weshalb er beim Texten manchmal tagelang nach diesem einen Wort sucht. Das, das genau zur Aussage und zum Klang passt.

Maliks Talent liegt in der Familie. Schon sein Großvater war in den USA als Opernsänger unterwegs. Und sein Vater ist Multiinstrumentalist. Mit 13 hält Malik seine erste Gitarre in der Hand. Er bringt sich autodidaktisch Coversongs bei, bis zum ersten eigenen Song, „Next Step“. Ein Titel, in dem seine Unsicherheit verarbeitet hat.

Maliks erster veröffentlichter Song „Say the Name“ bewirkt genau das, was der Titel wünscht: Der Name Malik Harris wird bekannt. Der Song schafft es auch auf die New-Music-Hotlist 2019. „Das war für mich ein unglaubliches Gefühl. Dass mich diese Experten nach nur einem Titel so auszeichnen.“ Als er ein Konzert im aQuadrat gibt, sieht ihn ein Mitglied der Münchener Band Cosby – bei denen er Support wird. Und zum ersten Mal im März 2018 auf einer großen Bühne steht. „Da hatte ich das Gefühl, genau das zu machen, was ich für immer machen will.“ Ab da ging es immer schneller immer weiter nach oben. Was auch die diversen Labels erkannten, die nach seinem zweiten Song „Welcome to the Rumble“ Schlange standen. Inzwischen ist Malik bei Universal unter Vertrag. Eigentlich wollte er ja nicht zu einem Label. „Aber die waren wirklich hartnäckig“, lacht er. Bisher laufe es perfekt, „absolut auf Augenhöhe“.

Es folgen Supports bei James Blunt, Alex Clare, Walk off the Earth, auch Tom Odell. Malik spielt auf Festivals, zum Beispiel in Hamburg auf dem Reeperbahn-Festival, vier Tage hintereinander: „Das ist der Traum für jeden Newcomer. Die Stadt wird unglaublich lebendig. Und es ist grandios, ein Teil davon zu sein.“ Zudem sei er nicht krank geworden – was eigentlich jedem auf diesem Festival passiere.

Bei Tollwood tritt Malik als Support von Tom Odell auf: „Das war ein großer Wunsch, der erfüllt wurde.“ Und auch beim Münchener Sommernachtstraum ist er dabei: „Kim Wilde, Milow und ich. Eine abgefahrene Formulierung. Manchmal stehe ich immer noch da und frage mich, was geht eigentlich ab“, gibt Malik zu.

Bis Jahresende steht der Landsberger noch oft auf der Bühne. Nach dem Album im kommenden Jahr kommt dann die eigene Deutschland-Tour, sieben Stationen. Ob er in seinem Leben etwas ändern werde? „Noch nicht. Ich wohne immer noch in Landsberg. Obwohl ich eigentlich jeden Tag im Studio in München bin.“ Und das nicht nur tags, er schläft auch da, auf der Couch. Für Malik ein Idealzustand: „So sinke ich richtig ein in die Musik, 24 Stunden am Tag.“

Den Kulturförderpreis findet Malik „supercool“: „Weil das eine Wertschätzung aus dem eigenen Zuhause ist.“
Susanne Greiner

Auch interessant

Meistgelesen

5x2 Karten für das Phantom der Oper in Landsberg gewinnen
5x2 Karten für das Phantom der Oper in Landsberg gewinnen
Ein Sonderpreis für den Trommlerzug aus Apfeldorf
Ein Sonderpreis für den Trommlerzug aus Apfeldorf
Petition für barrierefreien Umbau des Kauferinger Bahnhofs
Petition für barrierefreien Umbau des Kauferinger Bahnhofs
Wenn die Omi mit der Post nach München fahren will
Wenn die Omi mit der Post nach München fahren will

Kommentare