Kulturförderpreis 2019

Ein Sonderpreis für den Trommlerzug aus Apfeldorf

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Blitzsauber: der Trommlerzug aus Apfeldorf mit Tambourmajor Christian Schamper.

Apfeldorf – Los ging es vor zwölf Jahren zu siebt; mittlerweile ist daraus eine 20-köpfige Formation geworden, die auf vielen Festzügen zwischen Landsberg und Füssen von sich hören lässt: Die Rede ist vom Trommlerzug Apfeldorf. Er bekommt einen Sonderpreis, wenn der Landkreis Landsberg am 30. November ins Stadttheater ruft zur Verleihung des Kulturförderpreises.

„Unsere Kernkompetenz ist die Marschmusik“, beschreibt Tambourmajor Christian Schamper (34) die Ausrichtung der Gruppe. Er geht seit der Gründung im Jahr 2007 voran; nachdem er als Trompeter in der Trachtenkapelle aufgehört hatte, gab er den entscheidenden Impuls dafür, einen Trommlerzug zu gründen. Im Landkreis Landsberg ist so eine Formation eher selten. In Dießen gibt es noch einen Spielmannszug.

Der frühere Peitinger Tambourmajor Franz Multerer, heute Chef des Lechgau-Trachtenverbandes, hatte die Apfeldorfer Trommler in der Gründungszeit vor zwölf Jahren angeleitet. Wesentlich sei, die Truppe zu führen, schildert Schamper. Entscheidend sei die Autorität des Tambourmajors. Trommlerzüge haben einen militärischen Ursprung. Schamper will nicht auf die Pauke hauen. Aber Stolz erfüllt ihn schon mit Blick auf die Anerkennung des Landkreises, die mit einem Geldpreis von 500 Euro verbunden ist.

„I find’s guat“, meint Bürgermeister Georg Epple zur Auszeichnung. Immerhin sei der Apfeldorfer Trommlerzug einer der ersten seiner Art im Landkreis Landsberg. Es sei schön, „wenn sich was rührt“, ergänzt Epple. Und der Christian Schamper habe „Pfiff drinnen“. Nach Epples Darstellung habe der Apfel­dorfer Kreisrat Ralf Filser den Vorschlag gemacht, Arbeit und Auftritt des Trommlerzuges zu würdigen. Schon einmal ging ein Kulturförderpreis des Landkreises Landsberg nach Apfeldorf: an Jürgen Geiger.

Zwei Marketenderinnen

Die 20 Burschen mit den Trommeln sind zwischen 20 und 40 Jahre alt. Bis auf zwei Jugendliche sind noch alle dabei, die 2007 begonnen hatten. Der Trommlerzug ist – wie andernorts auch – eine reine Männergruppe. Die aber seit einigen Jahren immerhin über zwei Marketen­derinnen verfügt. Sie gehen bei Festzügen voran und den Tambourmajor in die Mitte.

Diesen Winter will Schamper wieder einige Junge ausbilden. Eine Handvoll an Interessenten sei da, freut sich der Tambourmajor. Er hofft, dass er in der Sommersaison 2020 möglichst viele von ihnen in die Gruppe aufnehmen kann. Basis beim Trommlerzug ist der Feldschritt. Vier Märsche haben die Burschen drauf. Dazu gehört der Parademarsch, den sie alleine schlagen. Drei Märsche spielen sie in Umzügen gemeinsam mit der Musikkapelle. Manchmal wird zusammen geprobt. Der Trommlerzug ist aber unter dem Dach des Trachtenvereins, der auch finanzielle Unterstützung gewährt. Ab März wird – meist draußen – wöchentlich geprobt und durch verschiedene Straßen der Gemeinde gezogen.

Im Jahr kommt der Trommler­zug auf ein halbes Dutzend an Auftritten. Heuer war er zum Beispiel beim Musikfest in Reichling und Altenstadt, beim Trachtenfest in Schongau und beim Schützenumzug in Schwabniederhofen vertreten; im vergangenen Jahr war er auf der Landsberger Wiesn dabei.

Christian Schamper wertet die Auszeichnung des Landkreises als „Bekenntnis zum Brauchtum“. Der Sonderpreis für den Trommlerzug sei nachhaltig. Schamper möchte die gewachsene Gruppe noch anführen, so lange es die Zeit erlaubt. Und das ist nicht ganz einfach. Er arbeitet im Fuchstal in einer Maschinenbaufirma, hat heuer seine Frau Larissa geheiratet und ist seit vier Jahren Hofmarschall bei der Schongauer Faschingsgesellschaft. 2013 war er selbst Faschingsprinz. Kein Wunder, hat der Mann, der den Feldschritt zur Marschmusik exerziert, gewiss auch das richtige Taktgefühl für einen sauberen (Prinzen)Walzer.
Johannes Jais

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