Erfolgsgeschichte zum Nachdenken

Kulturförderpreis des Landkreises: Sonderpreis für »A Story for Reflection«

Freuen sich über das Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro: die mittlerweile 19-jährigen Durchstarter Maximilian Aldinger, Veit Kobler, Anton Engelmann und Jakob Mühleisen ( v. l.)
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Freuen sich über das Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro: die mittlerweile 19-jährigen Durchstarter Maximilian Aldinger, Veit Kobler, Anton Engelmann und Jakob Mühleisen ( v. l.)

Ammersee – Ein bunter Mix aus Indie, Pop, Rock, psychedelischen Momenten und etwas Lagerfeuersound. Das ist die Musik von „A Story for Reflec­tion“. Die junge Band um Maximilian Aldinger, Jakob Mühl­eisen, Anton Engelmann und Veit Kobler gelten als die Durchstarter vom Ammersee. In diesem Jahr bekommen sie im Rahmen des Kulturförderpreises des Landkreises Landsberg einen Sonderpreis. 

„A Story for Reflection“ – eine Geschichte zum Nachdenken. Vielleicht, warum man mitten im größten Erfolg durch eine Sache wie Corona ausgebremst wird. Aber zunächst eine Geschichte von vier aufstrebenden jungen Burschen vom Ammersee, die es durch enormen Enthusiasmus und große Liebe zur Musik von Schulauftritten bis ins Radio und auf Spotify-Playlists geschafft haben.

Ihren Anfang nimmt die Geschichte vor fünf Jahren: Ein junger, musikalischer Bub namens Maximilian Aldinger, war gerade von Niederbayern nach Utting gezogen und startete am Ammersee-Gymnasium. Schon mit 13 hatte er seinen eigenen Youtube-Kanal. Den kannte Mitschüler Jakob Mühleisen – er war einer der damals nur circa 30 Abonnenten. „So lernten wir uns kennen“, erzählt Maxi. Und findet das „fast schon schicksalhaft“. Beide habe von Anfang an viel miteinander verbunden. Nicht nur eine große Sympathie, sondern vor allem die Nähe zur Musik.

Maxi spielt Klavier, seit er sechs Jahre alt ist. Jakob entpuppt sich als Gitarrist und Sänger. „Schon als Neunjähriger hat er Straßenmusik gemacht“, sagt Maxi. Schnell sei der erste Song entstanden. Zunächst nur als Bandprojekt namens J.A.X. – „eine Mischung unserer Namen, nicht sehr originell“, so Maxi – angedacht, habe sich schnell eine „richtige, feste Band“ daraus entwickelt. Der sie bald einen „besseren Namen“ gaben. Seitdem sind sie „A Story for Reflection“. Noch als Zweierband kam 2017 in Selbstveröffentlichung ihre erste Single raus: „Hire“. Die sei „regional ziemlich schnell abgegangen“, sagt Maxi. Ein „richtiger Schuss“ an der „Westcoast“ des Ammersees. „Einmal bin ich durch den Uttinger Summerpark spaziert, da wurde unser Song gespielt. Ein tolles, etwas surreales, Gefühl“.

Seitdem: kontinuierlich neue Songs und Live-Auftritte, etwa beim Sammersee- oder Magic Lake Festival, eine weitere Single Ende 2018, Wohnzimmerkonzerte mit geladenen Gästen. So sei es vor sich hin gelaufen. Bis man sich für ein Konzert Verstärkung holen wollte und die in Schlagzeuger Anton Engelmann und Bassist Veit Kobler fand. „Wir haben uns blind verstanden“, berichtet Maxi, „beim Spielen und auch zwischenmenschlich.“ Nach dem ersten Konzert zu viert im März 2019 sei es dann „richtig abgegangen“: Erste kleine Tour auf ein Festival in Hessen, Dreh von Musikvideos, Zusammenarbeit mit Regisseur Loris Gleixner, eine Woche produktives, gemeinschaftliches Arbeiten am Gardasee, Produktion der EP „Caprino“, die am 24. Januar dieses Jahres raus kam und mit der Single „Mr. Fantasy“ wieder ein „Riesenschuss nach oben“ gewesen sei: noch größere Aufmerksamkeit, auch auf Spotify, Youtube und im Radio. Eine Deutschlandtour mit Stopps in Berlin, Kassel, Bonn und München, die schon fest gebucht war.

Doch dann kam Corona. Die Tour konnte nicht stattfinden. „Nur mein Stage-Piano, das war schon von Mallorca nach Berlin unterwegs“, erzählt Maxi, der seit vergangenen Herbst bei seinen Eltern auf der spanischen Insel lebt. Im April schließlich – „aus Promozwecken“ – eine weitere Single-Auskoppelung der EP. Seitdem: Stille. Eine „Schwebesituation“, wie Maxi sagt. Zum einen sicher wegen der Enttäuschung. „Das war ja ein Rückschlag.“ Zum anderen auch den Entfernungen geschuldet: Maxi auf Mallorca und bald zum Studieren in Wien, Veit in Hamburg, Jakob in Wessling und Anton momentan noch in Schondorf. „Unsere Stimmung war nicht so super“, sagt Maxi. „Mitten rein“ in diesen Zustand sei dann im Oktober die Nachricht über den Kulturförderpreis gekommen. „Darüber freuen wir uns sehr“, sagt Maxi. Es sei ein schöner Abschluss für die Arbeit an der EP. Und auch wieder ein Auftrieb. Eine „höhere Klarheit“, dass man trotz der Entfernungen weitermachen wolle. Einfach werde das sicher nicht gerade. Jeder entwickle sich anders, werde anders erwachsen. Aber es gebe auch mehr Einflüsse und Möglichkeiten. „Wir haben schon Modelle im Kopf“, sagt er. Und blickt positiv in die Zukunft.
Andrea Schmelzle

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