Mit Ehrgeiz und Leidenschaft

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Zum Finale musizierten die drei Preisträgerinnen Katharina Gruber, Hedwig Gruber und Hannah Jacobs (von links nach rechts) gemeinsam.

Landsberg – Musikalisches Talent wird schon in die Wiege gelegt. Dass es aber durchaus eine Rolle spielt, wo diese Wiege steht, zeigen die Preisträgerinnen des diesjährigen Kulturförderpreises des Landkreises Landsberg – stammen sie doch alle aus Familien, die eng mit der Musik verknüpft sind.

Anna Maria Johannes, Tänzerin und Tochter des bekannten Landsberger Pianisten Gerhard Johannes, zeigte in zwei eigenen Choreografien wie homogen sie Elemente des klassischen Balletts und des Modern Dance zu verknüpfen weiß. Die 22-Jährige wandte sich nach einer klassischen Ausbildung bei Beatrix Klein, die auch die Laudatio hielt, dem Modern Dance zu und studierte unter anderem in Dänemark und Spanien.

Hedwig Gruber wusste schon als Schülerin, dass sie die Musik, vornehmlich das Violinspiel, zu ihrem Beruf machen will, berichtete Laudator Lothar Kreuzer. Bereits mit elf Jahren wurde sie als jüngstes Mitglied in das Kammerorchester „Camerata Primavera“ aufgenommen, seitdem ist sie als Orchestermusikerin und Solistin weltweit unterwegs. Nach Abschluss ihres Violinstudiums absolviert sie zurzeit einen Masterstudiengang Viola am Mozarteum Salzburg. Und natürlich waren beide Instrumente an diesem Abend vertreten: Die Violine erklang in einem Stück von Fritz Kreisler, die Viola bezauberte in zwei Sätzen der Suite Nr. 6 von Johann Sebastian Bach.

Katharina Gruber, Tochter Christian Grubers (Gruber & Maklar), spannte mit ihrer Querflöte, zum Teil begleitet von dem letztjährigen Preisträger Felix Mathy am Klavier, den musikalischen Bogen von Pergolesi über Telemann bis zu Hindemith. Sie studiert seit dem Herbstsemester im künstlerischen Hauptfach Querflöte an der Musikhochschule Karlsruhe, deren Aufnahmeprüfung (neben fünf anderen erfolgreichen) sie während der Abiturphase absolvierte, wie Laudatorin Sissi Gossner hervorhob.

Die Laudatio für das „Küken des Abends“, wie Moderator Axel Flörke die erst 16-jährige Hannah Jacobs scherzhaft bezeichnete, hielt die „Grande Dame“ der Landsberger Musikszene, die ehemalige Leiterin der Städtischen Sing- und Musikschule Gertraud Moratschek. Die mittlerweile 92-Jährige berichtete amüsant und herzlich, wie sie schon die Großmutter und den Onkel Hannahs (Elke und Christoph Hartmann) einst die richtigen Töne gelehrt habe. Hannah selbst, Mitglied mehrerer Jugendorchester und auch Kammermusikensembles,  glänzte in einem Konzert von Antonio Vivaldi, begleitet von Gerhard Abe-Graf.

Eigens für diesen Abend hatten die drei Musikerinnen einen Satz eines Mozart-Divertimentos für ihre Instrumente umarrangiert und einstudiert, was das Publikum mit begeistertem Applaus honorierte.

Einen Sonderpreis erhielt die Percussiongruppe „Licca Percussiva“ unter der Leitung von Stefan Schmid, die das Publikum im vollbesetzten Stadttheater mit ihrer „Licca Ouvertüre“ und dem Stück „Himmelsrichtungen“, gespielt mit Lechkieseln, zuvor auf den Abend eingestimmt hatte. Patricia Eckstein

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