Besuch aus dem Bundesta

Kulturpolitischer Sprecher der Grünen Grundl setzt sich für Landsberger Stadtmuseum ein

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Rundgang durch die leeren Räume des Stadtmuseums: MdB Erhard Grundl, MdL Gabriele Triebel, OB Doris Baumgartl und Manfred Deiler (Stiftung Europäische Holocaust-Gedenkstätte) (von rechts) mit Museumsleiterin Sonia Fischer.

Landsberg – Die Sanierung des Stadtmuseums gehört zu den großen Projekten, die die Stadt in den nächsten Jahren stemmen will – den politischen Willen hat Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV) jüngst wieder bekundet. Auch Gabriele Triebel, Sprecherin für Bildung, Religion und Erinnerungskultur der Grünen-Fraktion im Landtag, will sich dafür einsetzen und hofft auf Unterstützung der Bundestags-Grünen. Auf Triebels Einladung kam deren kulturpolitischer Sprecher Erhard Grundl zum Rundgang durch die leeren Räume auf den Leitenberg.

Zuschüsse des Bundes wären höchst willkommen bei dem Millionen-Projekt, von dem Baumgartl sagt: „Wenn‘s im einstelligen Bereich bleibt, sind wir megagut.“ Grundl befindet sich derzeit auf „Kultur-Tour“ durch Bayern und zeigte sich beeindruckt vom spätbarocken Museumsgebäude und seiner bewegten Geschichte als Schulhaus, aber noch mehr von den Plänen für die künftigen Ausstellungen.

Din-A-4-Blätter an den Türstöcken verraten, was künftig in den Räumen dargestellt werden soll: „Salz Macht Wege – eine Stadt und ihre Zölle“ heißt es da, „Wasserwege – eine Stadt und ihr Naturraum“ oder „Wege durch Landsberg – eine Stadt und ihre Bauten“. Im zweiten Stock soll die NS-Zeit thematisiert werden, die sich in der Lechstadt wie kaum sonst irgendwo verdichtet. Hier saß Hitler in Festungshaft, vor den Toren der Stadt gab es das größte Außenlager des KZ Dachau, später ein Auffanglager für Holocaust-Überlebende und das Kriegsverbrechergefängnis War Criminal Prison No. 1 mit 1.600 Inhaftierten – dies alles soll schlaglichtartig thematisiert werden, erläuterte Museumsleiterin Sonia Fischer. Während Manfred Deiler, Präsident der Stiftung Europäische Holocaustgedenkstätte und seit 30 Jahren in der Erinnerungsarbeit aktiv, befürchtet, das Thema sei „zu groß“ für die begrenzten räumlichen Kapazitäten des Stadtmuseums, sieht Fischer die überschaubare Größe eher als Vorteil. „Man muss den Besuchern etwas bieten, was sie bewältigen können. Dann gehen sie zufrieden aus der Ausstellung.“

Baumgartl sieht die Stadt in der Pflicht, die Fakten aus Landsbergs Vergangenheit an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben, und ist überzeugt, dass das Museum damit nationales und internationales Interesse auf sich ziehen wird. Auch Kulturreferent Axel Flörke findet, es sei „höchste Zeit, das Thema anzupacken“.

Sofern die Sanierung planmäßig verläuft, soll das Stadtmuseum 2024 barrierefrei wiedereröffnet werden. Man hofft auf Zuschüsse sowohl für den Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes als auch für die Ausstellung. Grundl versprach, sich für eine Förderung durch den Bund einzusetzen, ohne sich allerdings zu weit aus dem Fenster zu lehnen „Unterstützung kann ich Ihnen zusagen – aber nicht, dass es klappt.“
Ulrike Osman

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