Für halbanonyme Bestattungen

Kunst am Urnengrab in Hofstetten

Die neue Urnen-Anlage auf dem Friedhof in Hagenheim
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Die neue Urnen-Anlage auf dem Friedhof in Hagenheim wurde jetzt offiziell von Bürgermeisterin Ulrike Högenauer und Bildhauer Joachim Maria Hoppe ihrer Bestimmung übergeben
  • Dieter Roettig
    vonDieter Roettig
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Hagenheim – Auch auf dem Land stirbt das klassische Familiengrab langsam aus. Was wie ein makabres Wortspiel klingt, hat einen durchaus ernsten Hintergrund. Kinder und Angehörige leben oft nicht mehr im Ort oder der Region und haben keine Möglichkeit, sich laufend um das Grab zu kümmern. Deshalb geht der Trend zu pflegeleichten Angeboten wie Urnen-, Rasen- oder Baumbestattungen. Zumal Feuerbestattungen günstiger als traditionelle Erdbegräbnisse sind.

Dieser Entwicklung wurde jetzt auch in Hofstetten und Hagenheim Rechnung getragen. Nach einem Gemeinderatsbeschluss hat man auf beiden Friedhöfen kunstvoll gestaltete Grabstellen für halb-anonyme Bestattungen realisiert. Halb-ano­nym, weil auf den farbigen Gläsern zwar der Name der oder des Verstorbenen eingebrannt wird, der Platz der vergrabenen und zersetzbaren Urne aber nicht gekennzeichnet wird.

Auf dem Friedhof in Hagenheim wurde jetzt die neue Urnenanlage mit zunächst sieben Gläsern von Bürgermeisterin Ulrike Högenauer und Bildhauer Joachim Maria Hoppe offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Je nach Bedarf kann sie auf 20 Plätze erweitert werden.

An der Stele aus Granit ist eine Spirale aus der Bronzelegierung Tombak aufgesetzt. Laut Bildhauer Joachim Maria Hoppe stellt die senkrechte Stele die Verbindungslinie vom Irdischen in den göttlichen Bereich dar. Die Spirale wiederum sei das Symbol für Wandlung und Veränderung auf dem Weg nach oben und stehe als uraltes Zeichen für die innere Ordnung allen Seins. In den Zwischenräumen sind die runden Glasscheiben wie große Perlen angebracht, die sich auf dem Weg in das Innere der Spirale oder aus ihr heraus befinden.

Die Spirale hat Hoppe in Zusammenarbeit mit der Windacher Kunstschlosserei Widemann gefertigt. In der Glaswerkstatt Sattler in Scheuring wurden die rötlichen Scheiben gegossen.

Wie Bürgermeisterin Ulrike Högenauer ausführte, kostet ein Platz auf dem Urnenareal 450 Euro für zehn Jahre. Die beschriftete Glasscheibe kann nach Ablauf für 360 Euro erworben werden.

Der ausführende Künstler Joachim Maria Hoppe stammt aus Pforzheim, machte eine Steinbildhauerlehre und besuchte unter anderem die Kunstgewerbeschule Bern und die Kunstakademie München mit Diplom-Abschluss. Seit 1985 arbeitet er in Thaining als freischaffender Bildhauer für private, öffentliche und kirchliche Auftraggeber.

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