Wenn die Kunst baden geht

Abschiedsspektakel für das Warmbad Greifenberg

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Im leeren Schwimmbecken des Greifenberger Warmbades präsentierten die „Kunst Geht Baden“-Künstler ihr Programm. Sitzend (von links) Janos Fischer, Landrat Thomas Eichinger, Axel Wagner und Andreas Kloker. Dahinter (von links) Gesine Dorschner, Felix Maizet, Wolfram Ruof, Rahel Schröder, Katalin Fischer, Monika Roll und Harry Sternberg.

Greifenberg – Als Kind hat er hier Schwimmen gelernt. Jetzt, als Landrat, saß Thomas Eichinger staunend im wasserlosen Becken des stillgelegten Greifenberger Warmbades und hörte sich an, was Künstler aus der Fünfseen-Region geplant haben. Nämlich vom 1. bis 5. Mai ein grandioses Spektakel zum finalen Abschied des geliebten Sommerbades, das 1972 eröffnet und im letzten Jahr endgültig wegen „Zahn der Zeit“ geschlossen wurde. Bevor Bagger und die Abrissbirne anrollen, werden auf dem weiträumigen Gelände Installationen, Ausstellungen mit Skulpturen, Malerei und Fotografie sowie Konzerte und Performances veranstaltet.

Initiiert haben diese letztmalige Nutzung Axel Wagner, Andreas Kloker und Janos Fischer. Ihre Idee des künstlerischen Finales: Man will der Bevölkerung die Möglichkeit geben, sich vom Warmbad in der bekannten Form zu verabschieden und dabei gute Kunst in ungewohnter Umgebung zu erleben. Axel Wagner: „Wo Orte sich verändern, wo Funktion wegfällt und sich auflöst, kann Altes neue Formen annehmen und Neues entstehen. Diesen Prozess wollen wir mit den Mitteln der Kunst untersuchen, fördern, gestalten und vorantreiben.“ Die Drei haben ein vielfältiges Kunstfest organisiert nach dem Motto „Kunst Geht Baden - 4 Becken, 20 Räume, 40 Künstler“.

Das Projekt wird von Landkreis Landsberg und von Landrat Thomas Eichinger unterstützt. Als Kunstförderer und „Hausherr“ des Warmbades hat er sein Okay gegeben für das fünftägige Abschiedsfest, an dem sich namhafte Künstler beteiligen. Wie der Bildhauer Josef Lang, die Installationskünstlerin Cornelia Rapp, der Maler und Objektkünstler Axel Wagner, der Kalligrafiker und Plastiker Andreas Kloker, der Maler und Bildhauer Janos Fischer, der Multimediakünstler Peter Dietz, die Textilkünstlerin Angelika Hoegerl oder Katalin Fischer und Rahel Schröder mit einer Flamenco und Pferde-Choreographie.

Die Besucher erwartet in den vier Becken, der Freifläche und in allen Räumen von den Garderoben bis zum Heiz- und Funktionskeller auf den ersten Blick seltsam Anmutendes: Die Becken sind gefüllt mit verblüffender Fantasie und einem kapitalistischem Froschkönig, Schwimmflügel fliegen Formationen, eine Riesenlunge atmet und stumme Köpfe erscheinen im Sand. Überdimensionale Teebeutel hängen in den Bäumen, Ketten rasseln über den Fliesenboden, im Maschinenraum tropft taktversessen Tumult, während sich ein Raumschiff hierher verirrt. Vergessene Handtücher, Schwimmflügel und Flossen dienen für die Ausstellung „Chloria“ im „Badeaufsichtsraum“.

Der Besuch von „Kunst Geht Baden“ vom 1. bis 5. Mai ist tagsüber frei. Nur die Abendveranstaltungen ab 20 Uhr mit Performance, Tanz und Musik kosten zehn Euro Eintritt, um die Unkosten der beteiligten Künstler zu decken. Nähere Informationen unter www.kunstgehtbaden.de.

Dieter Roettig

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