Aktion "Kuckst Du" mutwillig abgebrochen

Kunst am Dampfersteg Holzhausen unerwünscht

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Nur wenige Tage konnte man am Dampfersteg Holzhausen den Ammersee durch die großen Passepartouts beobachten. Die 14 "Kuckst Du"-Werke aus Holz und Stahl wurden heimlich abmontiert und weggebracht. Täter bislang unbekannt.

Utting/Holzhausen – Mit einer außergewöhnlichen Kunstinstallation wollten die Gegner des geplanten Polizeibootshauses am Holzhauser Dampfersteg wieder für ihr kategorisches "Nein" werben. Die Aktion "Kuckst Du" im Rahmen der Uttinger Ateliertage war allerdings nur von kurzer Dauer. Daniel Fusban, einer der Initiatoren, musste bei einem Kontrollgang feststellen, dass die 14 Objekte bei Nacht und Nebel demontiert, vielleicht auch zerstört und abtransportiert wurden. Wohin, ist derzeit noch unbekannt.

Es handelt sich um überdimensionale Passepartouts aus Holz und Stahl, die mit Kabelbindern am Steggeländer befestigt waren. Man hatte bewusst diese Art der Befestigung gewählt, um das Geländer nicht zu beschädigen. Was es aber den "Abmonteuren" leicht gemacht hat. Daniel Fusban: "Waren es zum Beginn der Aktion noch punktuelle Eingriffe und Zerstörungen, die wir wieder reparieren konnten, ist jetzt die gesamte Installation mutwillig entfernt worden." Natürlich haben die Initiatoren einen Verdacht, den sie aber nicht äußern, weil sie ihn nur schwerlich beweisen können.

Tatsache ist, dass nach einem Beschluss des Bayerischen Innenministeriums das lange umstrittene Polizeibootshaus am Dampfersteg Holzhausen gebaut wird (der KREISBOTE berichtete mehrfach). Nach dem ursprünglichen Zeitplan müsste es bereits stehen und in Betrieb sein, wenn einige Anlieger nicht erfolgreich Einspruch wegen immissionsschutz- und naturschutzrechtlichen Bedenken eingelegt hätten. Es geht um möglichen nächtlichen Motorenlärm des Polizeibootes WSP 7 sowie eines Kompressors der Winter-Enteisungsanlage. Und um die Vögel im Habitat und die geschützte Armleuchteralge im Uferbereich. Die Anlieger haben hierzu teure Gutachten erstellen lassen, die vom Staatlichen Bauamt in Weilheim geprüft und über eine Vegetationsperiode genau beobachtet werden.

Mitglieder der Initiative "Dampfersteg Holzhausen" und des Vereins "Unser Dorf" vermuten aber, dass es längst Gegengutachten gibt. Damit wolle man aber wohl erst nach den Landtagswahlen im Herbst an die Öffentlichkeit gehen, glauben die unermüdlichen Kämpfer gegen eine "Verschandelung des Landschaftsbildes" im Steg- und Uferbereich von Holzhausen.

Mit der Installation der "Kuckst Du"-Passepartouts wollte das "Kollektiv Heimatschatz" Bürgern und Besuchern einen gezielten Blick auf und in den Ammersee bieten, um auf die Bootshaus-Problematik aufmerksam zu machen. Da das Ganze im Rahmen der Uttinger Ateliertage stattfinden sollte, gab es natürlich eine entsprechende Erklärung über Künstler und Werk: "Heimatschatz ist ein interdisziplinäres, gesellschaftsübergreifendes und kollektivistisches Experimental-Projekt der sozialplastisch bildenden Künste. Themenpunkt ist die kritische Auseinandersetzung mit realpolitischen Fragestellungen und deren Folgen." Eine der Folgen musste das Kollektiv jetzt leidvoll registrieren, nämlich die Entfernung der unerwünschten 14 Projekte quasi von Geisterhand. 

Dieter Roettig

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