Lebendige Kunst

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Gute Laune herrschte vergangene Woche bei der Eröffnung des Ammersee-Skulpturenwegs vor der „Liegenden“: Peter Wittmaack, Künstler Mathias Rodach, Joachim Dürler und Walter Mayer (von links).

Schondorf – „So einem geschenkten Gaul schaut man sehr gerne ins Maul“ könnte man die Rede von Schondorfs Bürgermeister Alexander Herrmann anlässlich der Eröffnung des Ammersee-Skulpturenwegs zusammen- fassen. Unter dem Beifall von rund 100 Gästen – Gemeinderäte, Künstler, Sponsoren, Bürger – bedankte sich Herrmann für die neue Attraktion, die ganz ohne finanzielle Mittel der Gemeinde allein durch ehrenamtliche Initiatoren auf die Beine gestellt wurde.

Ob geeignete Örtlichkeit, Auswahl von Künstlern und Objekten, Bereitstellung finanzieller Mittel durch Sponsoren und vieles mehr ist vornehmlich drei Schondorfer Kunstliebhabern zu verdanken. Bürgermeister Herrmann lobte in seiner Rede auch die Waldbesitzer Manuela Freifrau von Perfall und Benedikt Freiherr von Perfall, die nicht nur ganz spontan ihren Wald für die im ganzen Landkreis einmalige Kunstinstallation zur Verfügung stellten, sondern auch bei der Organisation mit anpackten. 

Skulpturen von Schondorf bis Eching

Die drei Initiatoren würdigte Vizelandrat Peter Ditsch in seinem Grußwort: Ex-Bürgermeister Peter Wittmaack, Kunst- erzieher und Kulturreferent Walter Mayer und Künstler Joachim Dürler. Auf einem Kulturausflug ins Trentino kam ihnen bei ein paar Schoppen Wein die Idee zum Ammersee-Skulpturenweg, der nun nach über einem Jahr intensiver Vorbereitung offiziell eröffnet wurde. Ditsch lobte Idealismus und Engagement der Drei, die mit der neuen Attraktion die hohe Le-bensqualität der Ammersee-Gemeinden bereichert haben. Die Initiatoren ihrerseits bedankten sich bei Bürgermeister, Gemeinderat und Kulturausschuss für deren einstimmiges Okay, den Kunstpfad von der Seepromenade Schondorf über den Weingartenweg durch den Wald bis nach Eching gestalten zu dürfen. 

15 Künstler aus der Ammersee-Region (sechs Damen und neun Herren) haben extra für den Skulpturenweg 21 Objekte erschaffen, die sich über die Jahreszeiten durch Erosion, Zersetzung, Verblassung und Wachstum der Natur interessant verändern werden. Schließlich heißt das Motto „Die Kunst liegt in der Natur“. Aus Materialien wie Metall, Bronze, Aluminium, Glas, Holz, Ästen aus dem Wald und Schwemmhölzern aus dem See sind die Objekte im Einklang mit Natur und Jahreszeiten entstanden. Ein Spaziergang durch die rund 1,5 Kilometer lange Kunststrecke lohnt sich immer wieder. Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter lassen die stimmig in die Landschaft platzierten Objekte stets in einem anderen Licht und Blickwinkel erscheinen. 

Offizielle Eröffnungen sind immer mit Danksagungen verbunden. Darum wurden auch die vielen Sponsoren – Firmen und Geschäfte aus der Region – nicht vergessen, die den Künstlern ein sog. „Stellgeld“ ermöglichten. Sollten Liebhaber Objekte aus der Freilichtgalerie erwerben wollen, so haben sich die Künstler verpflichtet, für qualitativ gleichwertigen Ersatz zu sorgen. Mit einem Zitat des amerikanischen Pop-Art-Künstlers Claes Oldenburg endete die Eröffnung: „Kunst soll etwas anderes tun, als im Museum auf dem Hintern zu sitzen“. Insofern habe man hier am Ammersee seine Hausaufgaben richtig gemacht. 

Beim anschließenden Spaziergang durch den lebendigen Skulpturenweg hörte man viele erstaunte „Aahs“ ob der Kunstwerke, die sich teil offensichtlich dem Betrachter entgegen stellten, teils aber auch zwischen Ästen und Baumwipfeln entdeckt werden mussten.

Dieter Roettig

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