Rohstoff Kreativität

Kunstprojekt »HolzWege« in der Alten Wache Landsberg

Verein „Kunst hält Wache“ mit HolzWege
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Mit dem Projekt „HolzWege“ will der Verein „Kunst hält Wache“ (von links: Harry Sternberg, Franz Hartmann und János Fischer) dieses Jahr die Alte Wache bespielen.

Landsberg – Wer auf dem Holzweg ist, findet nicht das, was er sucht. Aber vielleicht entwickelt sich aus dem Gehen des ‚falschen Weges‘ Neues, das zu bisher nicht Gedachtem führt. Auch so könnte man Kreativität beschreiben. „HolzWege“ heißt das zweite Projekt des Vereins „Kunst hält Wache“, das im Juni in der Alten Wache im Frauenwald Platz finden soll. Anders als bei „75 Jahre Frieden im eigenen Land“ soll aber dieses Mal die Jugend im Vordergrund stehen.

Das Holz in „HolzWege“ steht aber auch als Material für das Thema, um das sich das Projekt ranken soll: die Nachhaltigkeit. Der Rohstoff ist dabei die Kreativität. In Workshops sollen Jugendliche kreativ werden. Die Ergebnisse – Objekte, Worte oder sonstige Formen – sollen Inhalt der abschließenden Ausstellung im Juni werden, beschreibt der künstlerische Leiter des Vereins Franz Hartmann. Zudem soll es eine Ausstellung professioneller Künstler zum Thema geben.

Ob das Projekt tatsächlich so wie geplant stattfinden kann, sei momentan natürlich noch fraglich. „Wir haben jetzt die Zeit vom 10. bis zum 20. Juni für die Ausstellung angesetzt, um mal ein Datum zu haben“, sagt Hartmann. Eine Verschiebung nach hinten sei zumindest vom generell freien Gebäude „Alte Wache“ her gesehen nicht problematisch. Da brauche man lediglich einen Vorlauf von vier Wochen. Schwierig sei eher, die Dozenten-Termine flexibel handhaben zu können.

Wenn das Pferd zum Wald wird

Insgesamt sollen es fünf Workshops sein. Einer davon: „Der Trojanische Wald“, ein Theaterworkshop des ELLE-Kollektivs. Das Thema: Tarnung. Die Farben des Waldes seien ja die Tarnfarben, die zur Jagd, aber auch im Krieg dienten. „Tarnung bietet Schutz. Für die, die sie brauchen, aber auch für die, die sie missbrauchen“, formuliert das Kollektiv. Die Verbindung zum Theater ist dabei die Maske. Zum Start sollen Tarnkostüme entstehen. Deren Hauptmaterial: der Wald. Aber auch ein fahrbares Gerüst wird Verwendung finden – und somit zum ‚Pferd‘ des „trojanischen Waldes“ werden.

Ein anderes Projekt nähert sich dem Wald über das Stilmittel Comic: Illustrator Paul Rietzl führt mit „Wurzelwärme, Blätterrauschen“ in die Neoromantik, in die Ruinen der ehemaligen Zellulose-Fabrik. Wobei er die Schein-Romantik in Kontrast zur politischen Bedeutung des Geländes stellt. Bei einem Waldbesuch soll „Kontakt mit dem Thema und der Aufgabe“ geknüpft werden“, schreibt Rietzl: als Basis für die bildliche Umsetzung.

Neben Workshops möchte „Kunst hält Wache“ jüngeren Künstlern Raum geben, um einzelne Projekte umzusetzen. „Wir wollen den Jugendlichen Freiräume bieten.“ Der Bedarf sei da – vor allem in Zeiten der Pandemie, in der die Jugendlichen hintenanstehen.

Eine dauerhafte Alte Wache?

„Kunst hält Wache“ hat sich letztes Jahr gegründet – und zählt inzwischen 13 aktive Mitglieder: „nicht nur Künstler, sondern Menschen aus allen möglichen Bereichen“, beschreibt Hartmann. Das Konzept, dass der Verein die Alte Wache als Ort für generationsübergreifende Kunstprojekte im weitesten Sinn langfristig bespielt, findet Hartmann „extrem reizvoll“. Ein Freiraum für die Kultur, mit offenen Werkstätten, mit Platz für Theater, Musik, Subkultur.

Vor der Realisierung dieser dauerhaften Idee steht jedoch eine Sanierung der Alten Wache in Grundzügen an. Und dazu muss, neben der Finanzierung, auch die weitere Existenz des Gebäudes geklärt sein.
Susanne Greiner

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