Karl Wittis Arbeit mit seinen Schülern

Kunstprojekt in Eresing: Selbstporträt mit Maske

Karl Witti mit Porträts
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Der Künstler Karl Witti aus Eresing hat mit seinen Schülern die Not zur Tugend gemacht. Herausgekommen sind 15 „Porträts mit Maske“.

Eresing – Vieles hat gelitten im Corona-Jahr, ganz besonders die Kunst. Geschlossene Museen, geplatzte Ausstellungen, abgesagte Malkurse – auch der Eresinger Künstler Karl Witti musste seine Malschule zeitweilig schließen. Zwischen den beiden Lockdowns war der Unterricht im Schichtbetrieb aber möglich. Und so entschlossen sich Witti und seine Schüler, einen allgegenwärtigen Aspekt der Corona-Zeit zum Thema ihrer Bilder zu machen: die Nasen-Mund-Bedeckung.

Herausgekommen sind 15 „Selbstporträts mit Maske“, die nun im Atelier des 73-Jährigen an der Wand hängen. Über den verdeckten unteren Gesichtshälften blicken Augenpaare skeptisch, ängstlich, erschrocken, wachsam oder niedergeschlagen. „Glücklich schaut jedenfalls keiner“, sagt Witti und betrachtet die Bilder.

Lebensgefühl als Bild

Damit hat Witti das Ziel erreicht, statt mit Hoffnungslosigkeit kreativ künstlerisch auf die Krise zu reagieren und das Lebensgefühl des Corona-Jahres ohne Worte, aber unmissverständlich festzuhalten.

Witti ist stolz auf seine fortgeschrittenen Schüler. Alle hätten „ohne großes Zutun von mir“ sehr beachtliche Bilder geschaffen. Die Selbstporträts entstanden klassisch vor dem Spiegel als Zeichnungen, die mit Transparenzpapier auf Malkartons übertragen und dann in Ölfarben gemalt wurden. Zwei der Bilder sind Zeichnungen geblieben – das eine zeigt Witti selbst (siehe Foto rechts unten), das andere die Freundin seines Sohnes (obere Reihe, 4. v. links), die nur kurz dabei war und keine Zeit hatte, das Bild zu vollenden.

Man traf sich im kleinen Kreis, um in Wittis Atelier die Mindestabstände einhalten zu können. Der Kurs wurde geteilt, im Schichtbetrieb kam jede Gruppe nur alle zwei Wochen. Trotz all dieser Einschränkungen – es gab auch positive Aspekte, wie Witti erzählt. Das gemeinsame künstlerische Schaffen sei viel persönlicher gewesen als sonst. „Es entstand fast ein familiäres Gefühl.“
Ulrike Osman

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