"Das Grosse Format" in Dießen

Bis 22. Juli: der Kunstverein Landsberg im Blauen Haus 

+
„Das Grosse Format“: Gründer des Kunstvereins Landsberg Rainer Walch mit Gudrum Daum – vor den Bergen von Monika Neubauer im Blauen Haus in Dießen.

Dießen – Klotzen oder Kleckern, fragte sich der Kunstverein Landsberg. Und entschied sich für Ersteres. Weshalb der programmatische Titel der Ausstellung im Blauen Haus auch „Das Grosse Format“ lautet. Wohlgemerkt in augenzwinkernden Anführungsstrichen. „Wir wollten auch den Werbeeffekt nutzen“, sagt Gründer des Kunstvereins Rainer Walch. Denn bisher herrschte in Dießen das „kleine Format“.

Der Titel ist Programm: Es sind alles großformatige Werke – neben einigen Skulpturen, die vor allem in hinteren Raum des Blauen Hauses zu sehen sind. Was beim Eintreten dominiert: Farbe. Monochrome Arbeiten in Rot, Gelb und Blau von Rainer Walch, der damit „Gedanken und Erinnerung Materialität“ geben will. Nicht nur in der Farbe, sondern auch im Ausdruck expressive Porträts von Gudrun Daum, für sie „ein stark besetztes Feld meiner Emotionen“. Gebirge in Blau mit orangenen Sonnentupfern von Monika Neubauer. Andrea Reiners thematisiert die Liebe in ihrem Dyptichon „Romeo“: blau, weiß und rot. Auch Ironie mixt mit: Tanja Popps draller Frauenkörper unter Wasser, der Kopf vom Wasserspiegel abgeschnitten, heißt „stillos untergehen“. Daneben ihr eher abstraktes Werk „stilvoll untertauchen“.

Den vorderen Raum dominiert die lebensgroße Skulptur „kniendes Mädchen“ von Eva Radek. Im Gegensatz dazu steht die filigrane, leicht verfremdete „Tänzerin“ von Gina Borrmann – die eine Leichtigkeit ausstrahlt, die der gesamten Ausstellung innewohnt. Die großen und damit gleichmäßigen Formate sowie die Farbigkeit konstruieren im Blauen Haus eine besondere Stimmung, die Ruhe ausstrahlt. Und bieten gleichzeitig spannende Einblicke in die Arbeit der Kunstverein-Künstler.

Initiatorin und Kuratorin des „kleinen Formats“ Annunciata Foresti sei wegen des Titels „ein bisschen irritiert“ gewesen, berichtet Walch. Vielleicht auch ein bisschen wütend. „Aber wir wollten mit dem Titel nicht provozieren.“ Deshalb ja die schelmischen Anführungsstriche.

Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag 15-18 Uhr, Samstag und Sonntag 11-18 Uhr.

Susanne Greiner

Auch interessant

Meistgelesen

Shakespeares „König Lear“ in einer saftig-bunten Inszenierung
Shakespeares „König Lear“ in einer saftig-bunten Inszenierung
Streetfood verbindet!
Streetfood verbindet!
Die Lechbrücke ist ab Freitagabend wieder offen
Die Lechbrücke ist ab Freitagabend wieder offen
Letzter Flug ins Museum
Letzter Flug ins Museum

Kommentare