Kurze Spielfilme weit vorne

Filmpreisträger Giulio Ricciarelli im Gespräch mit Moderatorin Katja Huber. Fotos: Paul Nagl

Fünf Filmfahnen und, so Moderator Thies Marsen, „ein Batzen Geld“, nämlich zweimal 1000 und einmal 500 Euro, haben am Samstagabend in der ausverkauften Schützenhalle auf die Preisträger des 4. Dießener Kurzfilmfestivals gewartet. Von den zehn verbliebenen Publikumslieblingen, die beim „Best Of“ zu sehen waren, kam Giulio Ricciarellis „Ampelmann“( 2010) auf Platz 1. Der in München lebende Filmemacher beschäftigt sich in seinem, für den Europäischen Filmpreis 2010 nominierten Kurzfilm mit der Frage, was geschieht, wenn Dinge geregelt werden, die besser nicht geregelt werden sollten.

„Rot stop, Grün los“ lautet die Botschaft eines gelangweilten Dorfpolizisten (Johann von Bülow), der an einer einsamen Brücke eine völlig unnötige Ampel aufstellt und so die Dorfbevölkerung schikaniert. Das Unvermeidliche geschieht, als er sich seine Dienstmütze zurückholen will, die der Wind auf die Brücke geweht hat: „Rot stop, Grün los“ lautete nun die oberste Regel der braven Dorfbevölkerung, die unabhängig von Verlusten bei Grün gut Gas gibt… Acht Drehtage auf dem Land bei Schwerin waren nötig, um Spießertum und Bürokratie heiter aufs Korn zu nehmen. Eine geeignete Brücke an der Ammer bei Weilheim sei leider nicht zu finden gewesen, bedauerte Regisseur Ricciarelli glaubhaft. Er hat hierzulande seine Jugendjahre verbracht. Mit großer Stimmigkeit, feinstem Humor und hervorragender Kameraführung erzählt „Edgar“ die tragisch-komische Ge­- schichte des gleichnamigen Rentners (Wilfried Dziallas), der sich auf Arbeitssuche begibt um seiner bedrückenden Einsamkeit zu entfliehen. Vom Publikum wurde die erste Regiearbeit des Schauspielers Fabian Busch auf Platz 2 gewählt. Da die Filmfahne vom Filmteam nicht persönlich entgegen genommen werden konnte, spendet die Crew ihr Preisgeld für ein Jugendfilmprojekt. Platz 3 ging an „Uwe und Uwe“ (11:50 Minuten; 2009): Der griesgrämige Trucker (Samuel Weiss) findet eine afrikanische Flüchtlingsfamilie in seinem Laster. Beim Versuch sie wieder loszuwerden bringt er sich immer mehr in Schwierigkeiten und entdeckt seine Menschlichkeit Zum Schluss trägt das neugeborene Baby der Familie nach einer turbulenten Geburt seinen Namen. Gedreht wurde der hinreißende und nachdenklich-komische Streifen von Regisseurin und Filmstudentin Lena Liberta.

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