KZ-Gedenkstätte bei Erpfting:

Mittelschüler räumen Friedhof auf

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Stellten Oberbürgermeister Mathias Neuner (2. v. rechts) den neuen Flyer zum KZ-Friedhof Erpfting vor (v. links): Ulrich Fritz (Stiftung Bayerische Gedenkstätten), Lehrerin Kerstin Lierhammer, die Schüler Philipp Kölsch und Tiziano Veit, Mittelschul-Rektor Christian Karlstetter, Schüler ­Christian Kammerzell und Projektleiter Wolfgang Hauck.

Landsberg/Erpfting – Zum KZ-Friedhof in einem Waldstück bei Erpfting war bislang wenig an die Öffentlichkeit vorgedrungen. Das ändert derzeit die Klasse 8M der Landsberger Mittelschule in Kooperation mit dem Kulturverein „dieKunstBaustelle e.V.“. Zwischen April und Juli tummelten sich wochenlang Schülergruppen am Friedhof und restaurierten auf eigene Faust. Das Ergebnis ihrer Arbeit stellten Sie letzte Woche im Rathaus vor.

Oberbürgermeister Mathias Neuner, der einen frisch gedruckten Flyer und damit das Endprodukt des Projektes überreicht bekam, freute sich über die Intention der Arbeiten bei Erpfting. Es sei wichtig, die Bildungsarbeit auch in die Jugend hineinzutragen. Besonders lobte er, dass die Schüler das Vorhaben „nicht als Schuld- sondern als Bildungsfrage aufnehmen“.

Bis die Gruppe mit Recherchen zu Verstorbenen und deren Geschichten starten konnte, musste zunächst tatkräftig angepackt werden. Wie Schulleiter ­Christian Karlstetter erzählt, hätten seine Schützlinge zunächst erstmal eine Genehmigung gebraucht, „auf dem Friedhof aufräumen zu dürfen“. Danach mussten Bäume weggesägt, Mauern gesäubert werden.

Dass die Gedenkstätte nun wieder „vorzeigbar“ ist, wie Karl­stetter betont, hat die Projektgruppe in einem Flyer festgehalten. Darin ist nicht nur das Projekt und Infomaterial zu den einzelnen Gräbern dargestellt sondern auch Hintergrundwissen zu den KZ-Außenlagern in Landsberg und Kaufering.

Sogar auf hebräisch

Und auch ausländischen Touristen wollten die Mittelschüler ihre Recherchen zugänglich machen und übersetzten sämtliche Inhalte auf Englisch. Gemeinsam mit einem israelischen Mitarbeiter der „kunstBaustelle“ wurde sogar noch eine hebräische Version erarbeitet – für Projektleiter Wolfgang Hauck „selbstverständlich“ und im Gesamtpaket eine „gute, sachliche Grundlage“.

Marco Tobisch

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