Ein Lächeln am Klinikum

Die Lamellen-Fassade des „Kinderhauses Römerauterrasse“ im Siegerentwurf des Nürnberger Büros „Bär, Stadelmann, Stöcker“ gefiel der Jury besonders gut. Foto: BSS

Der Architekturwettbewerb um den Bau der neuen Kindertagesstätte der Stadt ist entschieden. Gewonnen hat ihn das Nürnberger Architekturbüro „Bär, Stadelmann, Stöcker“. Das Sie­- germodell für das „Kinderhaus Römerauterrasse“, das an der Einfahrt zum Klinikum entstehen soll, zeichne sich vor allem durch Flexibilität aus, befand die Jury. „Es ist ein kompakter Baukörper, angemessen, zukunftsweisend, und hat auch ein Gesicht“, so Jury-Mitglied Prof. Matthias Loebermann. Der zweite Preis ging an die Münchener Architekten Klein&Sänger, Dritter wurde das Büro „h.e.i.z.Haus“ aus Dresden.

Rund 160 Planungsbüros aus ganz Deutschland und Österreich hatten sich an dem von der Stadt ausgeschriebenen Wettbewerb beteiligt. 30 kamen in die engere Wahl, von denen wiederum zehn ausgelost und zur Abgabe eines Entwurfs eingeladen wurden. Die Jury, bestehend aus OB Ingo Lehmann, GAL-Stadträtin Traudl Lüßmann, Stadtbaumeisterin Annegret Michler, der Reischer Ortssprecherin Carmen Frisch sowie den Architekten Franz Balda, Rainer Hofmann und Matthias Loebermann, nahm sich zehn Stunden Zeit, die Modelle zu begutachten. In drei Durchgängen wurden die drei besten Entwürfe herausgefiltert und schließlich einstimmig mit dem ersten, zweiten und dritten Preis ausgezeichnet. Fünf Häuser „Alle drei haben architektonisch ein ähnliches Niveau“, so Loebermann. „Uns ging es aber auch um die Haltung und das pädagogische Konzept, das in den Entwürfen zum Ausdruck kommt.“ Und hier lag der kompakte Holzbau von „Bär, Stadelmann, Stöcker“ klar vorn. Das Gebäude besteht aus fünf einzelnen, zweistöckigen Häusern, die um eine zentrale Halle herum angeordnet sind. „Die Häuser können sich zur Halle erweitern oder von ihr entfernen“, so Loebermann. Für die verschiedenen Bedürfnisse von Kindergarten- und Krippengruppen sei somit „funktional alles drin“. Jedes Haus verfügt über einen eigenen Außenbereich. Hinzu kommt ein großer Garten auf der Ostseite. Besonders gut gefiel der Jury auch die Lamellen-Fassade, die sich wie eine zweite Haut um die Balkone herum legt und durch verschiedene Öffnungen Ein- und Ausblicke gestattet. Diesen offenen Ansatz hatte der Siegerentwurf dem Zweitplatzierten voraus, einem klösterlich anmutenden Modell mit 1,80 Meter hoher Außenmauer. „Das war uns zu introvertiert und gefangen“, erklärte Loebermann. Gerade der Standort in unmittelbarer Nähe des Klinikums „verträgt ein Lächeln“. Alle drei platzierten Modelle zeichneten sich durch 100 Prozent Barrierefreiheit aus. Lücke schließen Wie im KREISBOTEN berichtet, will die Stadt mit dem Kinderhaus Römerauterrasse zusätzliche Betreuungsplätze schaffen und damit die Versorgungslücke im Nordwesten Landsbergs schließen. Besonders an Plätzen für unter Dreijährige fehlt es, zumal hier der Bedarf in den nächsten Jahren weiter ansteigen wird. Flexible Öffnungszeiten sollen es berufstätigen Eltern erleichtern, Kind und Job unter einen Hut zu bringen. Oberbürgermeister Lehmann will nun dem Stadtrat empfehlen, den Siegerentwurf weiter zu verfolgen. Voraussichtlich könne das Verfahren im Mai starten, der Bau dürfte sich umkompliziert gestalten. „Spätestens zum Start des Kindergartenjahres 2012/13 soll das städtische Kinderhaus in Betrieb gehen“, kündigte Lehmann an.

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