Lärmschluckender Belag für B17 neu?

Im September 2009 wurde die B17 neu für den Verkehr freigegeben. Um die Lärmbelastung zu reduzieren, denkt die Marktgemeinde darüber nach, auf einer Strecke von drei Kilometern Länge auf eigene Rechnung einen Dünnschichtbelag aufbringen zu lassen. Foto: Weh

Noch nicht ganz eineinhalb Jahre rollt der Verkehr auf der B17 neu, da muss schon wieder ein neuer Belag her? Wenn es nach Kauferings Bürgermeister Dr. Klaus Bühler geht, soll schon in absehbarer Zukunft auf einer Strecke von drei Kilometern ein lärmschluckender Dünnschichtbelag aufgebracht werden. Im Straßenbauamt Weilheim hält man dieses Vorhaben eher für einen vorzeitigen Aprilscherz.

„Die Straße ist blitzblank neu, das kann ich mir nicht vorstellen“, sagte Andreas Wiedemann, Bauleiter der Maßnahme B17neu, auf Nachfrage des KREISBOTEN. Er hörte erstmals von Bühlers Plänen und betonte, dass dieses Thema sicherlich zwischen Bühler und dem Leiter des Straßenbauamtes Günther Grafwallner diskutiert werden müsse. Wiedemanns ganz persönliche Meinung dazu: „Das halte ich für einen totalen Krampf.“ Anders sieht es Kauferings Rathauschef, der einen Dünnschichtbelag als einzig sinnvolle Lösung für die Lärmbelastung sieht. „Wir müssen den Lärm an der Wurzel packen“, sagte Bühler in der jüngsten Planungs- und Bauausschusssitzung. Das Lärmproblem trete tageweise je nach Windrichtung auf, der Lärmschutzwall sei höchstens ein Hindernis. Der Dünnschichtbelag, wie er beispielsweise auf die Bayernstraße aufgebracht wurde, kostet laut Bühler rund 200000 bis 250000 Euro pro Kilometer. Bei einer Länge von drei Kilometern rede man über eine Größenordnung von bis zu 750000 Euro. Dass es sich dabei um eine freiwillige Leistung der Marktgemeinde handelt, ist Bühler klar. „Und dieses Geld müssen wir durch andere Dinge wieder erwirtschaften.“ Zusammen mit Planer Eberhard von Angerer präsentierte er deshalb sieben mögliche Baulücken und Grünflächen, die als Bauplätze verkauft werden könnten. „Das sind jetzt nur Denkmodelle. Vier bis fünf verkaufte Grundstücke würden ausreichen“, meinte Bühler und betonte erneut, dass man keinesfalls mit Steuergeldern an das Projekt herangehen wolle. Daran sei auch gar nicht zu denken, so Andreas Wiedemanns persönliche Meinung. Doch auch wenn die Marktgemeinde das Vorhaben aus eigener Tasche finanzieren will, so hält der Fachmann nichts von einem Dünnschichtbelag. „Bei der Verkehrsbelastung ist ein solcher Belag, was die Dauerhaftigkeit anbelangt, nicht ideal.“ In der Vergangenheit habe man auf viel befahrenen Straßen immer wieder Probleme mit der Bildung von Blasen gehabt. „Außerdem haben wir auf der B17 neu gerade wegen der hohen Verkehrsbelastung eine 30 Zentimeter dicke Bitumen-Schicht aufgebracht. Da macht es doch keinen Sinn, jetzt einen Dünnschichtbelag aufzubringen.“

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