EVL lässt die Punkte auf dem Eis

Drei Punkte hätten es mindestens sein sollen – am Ende war’s nur einer. Das Wochenende des EV Landsberg 2000 liest sich eher durchwachsen. War es auch, weil die Mannschaft beim Oberliga-Schlusslicht in Berlin, bei den Eisbären Juniors, mit 5:4 nach Penaltyschießen verlor. Nur 44 Stunden zuvor lieferte der EVL den Hannover Indians zwar einen großen Kampf, verlor in eigener Halle aber dennoch mit 2:4.

Es war die Neuauflage des dramatischen Playoff-Finales von vor vier Jahren um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Zugegeben, dieses Mal mit anderen Vorzeichen, nachdem Hannover das Hinspiel mit 10:3 gewonnen hatte. Die Niedersachsen begannen anfangs stark, hatten mehr vom Spiel und die Führung auf dem Schläger. Die beste Chance hatte der Ex-Landsberger Christoph Koziol, der aus nächster Nähe nur den Pfosten traf (5.). Landsberg verlegte sich zunächst darauf in der Defensive sicher zu stehen und kam nur in Überzahl gefährlich vor das Gästetor. Thorsten Rau hatte nach knapp 13 Minuten die Führung auf dem Schläger, bekam vor dem leeren Tor aber die Scheibe nicht unter Kontrolle. Im gleichen Powerplay versieben auch noch Barthel und White ihre Möglichkeiten. Die Warnschüsse schienen bei den Indians aber keine Wirkung gezeigt zu haben. Ganz im Gegenteil, fast schlafmützig gingen sie ins zweite Drittel und kassierten nach 28 Sekunden prompt das 1:0. Thorsten Rau setzte sich hinter dem Tor gut in Szene, Jordie Preston zog vors Tor und tunnelte Lukas Smolka zur Landsberger Führung. Allerdings hielt der Vorsprung nicht lange. Daniel DelMonte konnte keine zwei Minuten später ungestört ins EVL-Drittel einfahren und dessen Zuspiel bugsierte Adam Dewan zum 1:1 ins Netz (23.). Trotzdem, die Landsberger hatten wenig später die Chance, das Spiel für sich zu entscheiden. Josiah Anderson wanderte nach einem üblen Check gegen Andreas Schmelcher in die Kabine (28.). Wenig später musste Kyle Doyle auch noch zwei Minuten auf die Strafbank – doppelte Überzahl also für den EVL. Mehr als ein Pfostenschuss von Brent Fritz (32.) kam allerdings nicht heraus. Auf der anderen Seite hatten die Hausherren Glück, als Chamberlain bei einem Konter nur das rechte Lattenkreuz traf (38.). Auch zu Beginn des letzten Drittels erst einmal Glück für Landsberg. Michael Fendt traf aus nächster Nähe nur den Pfosten (42.). Daniel DelMonte machte es aber drei Minuten besser. Nachdem Strafe gegen Clayton Barthel angezeigt war, brachten die Landsberger die Scheibe nicht aus der Gefahrenzone. DelMonte zog aus nächster Nähe ab und traf zum 1:2 (45.). Aber die Landsberger kamen noch einmal zurück. Alex White legte auf der rechten Seite ein astreines Solo hin und vernaschte auch noch Torwart Smolka zum 2:2 (51.). 63 Sekunden danach verfiel die Heim-Abwehr allerdings in den kollektiven Tiefschlaf. Daniel DelMonte konnte unbeschwert in die Mitte passen und Adam Dewan hielt nur noch den Schläger hin 2:3. Trotz Niederlage zufrieden So sehr sich die EVL-Spieler danach auch mühten, 56 Sekunden vor dem Ende schafften die Hannover Indians die Entscheidung. Kyle Doyle schnappte sich im eigenen Drittel die Scheibe lief noch einige Meter und schob sie ins mittlerweile leere EVL-Tor zum 2:4-Endstand. Trotzdem war Trainer Franz-Xaver Ibelherr mit seiner Truppe danach nicht unzufrieden, hatte man den großen Favoriten mächtig ins Wanken gebracht. Außerdem blieb die Hoffnung, am Sonntag gegen den Letzten der Nord-Gruppe, die Eisbären Juniors, nach Berlin ging. Die Partie im Wellblechpalast begann mit 20-mi-nütiger Verspätung, weil ein DNL- und ein Jugendspiel zuvor länger liefen als gedacht. Als die Landsberger dann endlich auf dem Eis standen, dauerte es gerade einmal fünf Minuten, da lag der Außenseiter mit 1:0 in Führung. Nach einer überflüssigen Strafzeit von Clayton Barthel konnte Steve Hanusch von der blauen Linie abziehen und Mark Wittfoth verwandelte den Nachschuss zur Berliner Führung (6.). Auch danach waren die Hauptstädter am Drücker, die den Landsbergern mit ihrem körperbetonten Spiel den Schneid abkauften. Es bedurfte schon einer Einzelleistung von Jordie Preston, der in der 14. Minute vors Tor zog und Berlins Goalie Markus Keller zum 1:1-Ausgleich tunnelte. 20 Sekunden später brachte Mark Wittfoth die Eis- bären Juniors aber schon wieder in Führung. Nach einem Stellungsfehler der EVL-Abwehr nahm er an der blauen Linie die Scheibe an, lief noch ein paar Schritte und schlenzte die Scheibe von halbrechts in die Maschen. Erst nach der ersten Pausensirene kamen die Landsberger besser ins Spiel. Erster Nutznieser war Jordie Preston. Der Kanadier bekam nach 29 Minuten den Puck in Mittelstürmerposition auf den Schläger serviert und donnerte sie unhaltbar zum 2:2 unter die Latte. Wiederum ein krasser Stellungsfehler brachte die arg dezimierten Berliner erneut in Führung. Diesmal durfte Norman Martens das Spielgerät kurz hinter der blauen Linie annehmen und zum 3:2 (32.) vollenden. Für die Landsberger kam es sogar noch schlimmer. Wieder eine Strafzeit von Clayton Barthel begünstigte das 4:2 von Maximilian Hofbaur 78 Sekunden nach Wiederbeginn im letzten Drittel. EVL dreht das Spiel Allerdings machte sich bei den Berlinern danach der Kräfteverschleiß bemerkbar. Die Eisbären kassierten eine Strafe nach der anderen – Landsberg schaffte jeweils in Überzahl erst das 4:3 durch Thorsten Rau (47.) und dann auch noch den 4:4-Ausgleich durch Noah Katz (52.). Sogar der Siegtreffer wäre in der regulären Spielzeit noch drin gewesen, hätte Andreas Schmelcher nicht das Lattenkreuz getroffen und Tobias Kastenmeier das halbleere Tor verfehlt. So kam es zur Verlängerung und schließlich auch zum Penaltyschießen, wo nur Berlins Steve Hanusch zu 5:4-Endstand traf. Für die Landsberger gilt es nun, diesen herben Dämpfer wegzustecken. Am Freitag gastieren die Rostock Piranhas (20 Uhr) am Hungerbachweg, am Sonntag muss die Ibelherr-Truppe bei den Saale Bulls in Halle.

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