Schönste Wiese gesucht

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Präsentieren die Wiesenmeisterschaft 2013 (von links): Dr. Gisbert Kuhn (LfL), Marion Ruppaner (BN), Landschaftsplanerin Inge Steidl Inge Steidl, Klaus Klupak (AELF), Achim Rücker (BN) und Lucia Egner (BDM).

Landkreis – Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und der Bund Naturschutz in Bayern (BN) suchen die schönste Bauernwiese zwischen Lech und Isar. Interessierte Landwirte können sich noch bis Mitte April bewerben.

Der Wettbewerb findet erstmals in Oberbayern statt. Mitmachen können Bauern aus den Landkreisen Landsberg, Weilheim Schongau, Starnberg und Bad Tölz-Wolfratshausen. Auch Weidegemeinschaften oder -genossenschaften dürfen sich angesprochen fühlen. Ausgeschlossen vom Wettbewerb sind hingegen Hobbybetriebe, Almen bleiben ebenfalls außen vor. Die Wiese sollte blüten- und artenreich sein und mindestens ein Tagwerk groß. Das Mähgut sollte zudem landwirtschaftlich genutzt werden.

Der Wettbewerbsablauf sowie die Hintergründe die LfL- und BN-Verant­wortlichen kürzlich bei einem Pressetermin im Weilheimer Landwirtschaftsamt erläutert. „Reich blühende Wiesen, die ein bis höchstens drei Mal im Jahr gemäht werden, und artenreiche Viehweiden zählen zu den landschaftlichen Attraktionen des Alpenvorlandes“, hieß es dort. „Leider sind die charakteristischen Glatt- und Goldhaferwiesen, Bergwiesen sowie Mager­weiden, die das Bild der großen Feucht- und Moorgebiete prägen, heute stark gefährdet.“ Niedrige Milchpreise, die Bevorzugung flächenstarker Ackerbaubetriebe bei der EU-Agrarförderung und der Einstieg vieler Betriebe in die Biogasproduktion hätten nicht nur zu einer Intensivierung der Wiesennutzung, sondern auch zum Verlust zahlloser Flächen geführt.

„Unsere Wiesenmeisterschaft soll zeigen, dass auch extensiv genutzte Wiesen und Weiden in ein betriebswirtschaftliches Gesamtkonzept integriert werden können“, sagte Marion Ruppaner, BN-Referentin für Landwirtschaft. „Es geht darum, dass wir das Grünland generell aufwerten wollen.“ Sie verwies darauf, dass in den vergangenen sieben Jahren in den vier Landkreisen vier Prozent verloren gegangen seien. Blühende Standorte seien eine Visitenkarte für die Region und wichtig für den Tourismus. Gesucht würden Landwirte, „die es schaffen, Ökologie und Ökonomie zusammenzubringen“, betonte Dr. Gisbert Kuhn vom Institut für Agrarökologie der LfL. Klaus Klupak, der stellvertretende Leiter des Landwirtschaftsamtes in Weilheim, be­merkte freilich, dass es im Amtsgebiet vor allem „gräserbetonte Grünlandbestände gibt, die hier nicht in Frage kommen“. Extensiv bewirtschaftete Wiesen seien „nicht sehr verbreitet“.

Interessenten können sich bis 15. April beim Institut für Agrarökologie, Fax 08161/715799, oder auf www.LfL.bayern.de bewerben. Dabei sollte der Landwirt Flächengröße, Gemar­- kungsnamen, Flurnummer sowie Art der Bewirtschaftung (Wiesen/Weide) und Schnitthäufigkeit nennen. Erwünscht sind auch Angaben wie eine besonders schöne Lage oder spezielle Artenvorkommen. Ab zirka 10. Mai werden die Flächen von einer Gutachterin besichtigt und bewertet, wobei die Daten vertraulich bleiben. Diesen Part übernimmt Landschaftsplanerin Inge Steidl. Die endgültige Auswahl der fünf besten Wiesen trifft dann eine Jury bei einer Rundfahrt, die für Anfang Juni geplant ist. Es winken attraktive Preise.

Die „Wiesenmeister“ werden dann am 26. Juni in Benediktbeuren prämiert.

ola

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