Derivate-Prozess

Bewährungsstrafe für Ex-Kämmerer Schilcher

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Mit der Urteilsverkündung ist der Untreue-Prozess gegen den Landsberger Ex-Kämmerer Manfred Schilcher am Landgericht Augsburg (Foto) vorerst abgeschlossen.

Landsberg / Augsburg. Der ehemalige Landsberger Kämmerer Manfred Schilcher (68) ist am Freitag von der 10. Strafkammer des Landgerichts Augsburg wegen Überschreitung der kommunalrechtlichen Grenzen beim Einsatz von Derivaten zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt worden. Damit blieb das Gericht deutlich unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren und vier Monaten beantragt hatte.

Nach Auffassung der Strafkammer hat Schilcher in den Jahren 2008 und 2010 das kommunalrechtliche Konnexitätsprinzip und das Spekulationsverbot verletzt, als er dem Vorschlag des von der Stadt beauftragten Beratungsunternehmens Hauck & Aufhäuser Finance Management folgte, einen Doppelswap zu kaufen und ein anderes Wertpapier zu verkaufen. Damit sei für die Stadt ein Verlustrisiko entstanden. 

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft geäußert, Schilcher habe zwar in guter Absicht, aber nicht mit gutem Wissen gehandelt. Dabei habe er „das Pech in Kauf genommen“. 

Gegen das Urteil können beide Seiten Revision beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe einlegen, sofern die Augsburger Entscheidung auf einer fehlerhaften Anwendung von Bundesrecht beruht. 

Der KREISBOTE analysiert den letzten Prozesstag und das Urteil am Sonntag online, außerdem in der gedruckten Ausgabe vom kommenden Mittwoch.

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