Landkreis investiert 4,9 Millionen Euro

Sanierung plus Veranstaltungsraum für Landsberger Lechsporthalle

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Die in die Jahre gekommene Lechsporthalle diente bis vor einem Jahr noch der Unterbringung von Asylbewerbern. Bald soll nicht nur die Sporthalle saniert sondern auch das Dachgeschoss für Veranstaltungen ausgebaut werden.

Landsberg – Seit rund einem Jahr sind sämtliche Asylbewerber aus der Landsberger Lechsporthalle ausgezogen, nun steht eine umfassende Sanierung ins Haus. Wie jüngst der Kreisausschuss einstimmig beschloss, sei allerdings nicht nur eine Sanierung der beiden hintereinander liegenden Einfachturnhallen geplant; im bislang nicht ausgebauten Dachgeschoss will der Landkreis einen Veranstaltungs- und Besprechungssaal schaffen – die Grenze zur Versammlungsstätte (200 Gäste oder mehr) soll der Raum, anders als etwa das geplante Jugendzentrum in der Lechstraße, aber nicht überschreiten.

Ursprünglich hatte die Halle eine militärische Funktion: 1860 wurde sie als kleines Exerzierhaus der Jägerkaserne (am Roßmarkt) errichtet. Erst ab 1906 wurde sie zur Turnhalle umfunktioniert und ab 1950, nachdem sie wegen eines Brandes wieder neu aufgebaut werden musste, für den Schulsport genutzt. Auch heute noch flitzen vorwiegend Schüler durch die beiden denkmalgeschützten Hallen. Und geht es nach Landrat Thomas Eichinger, soll das auch in Zukunft so bleiben. Er will langfristig den Sportunterricht sicherstellen, denn dieser sei „ein ganz wesentliches Element“.

Neues nur im Dach

Der Status quo in der Lechsporthalle: Im Erdgeschoss befinden sich hinter dem Eingangsbereich die Zugänge zu den beiden Hallen. Links und rechts führen die Flure jeweils zu Umkleide- und WC-Räumen. Darüber im Obergeschoss gibt es neben einer Hausmeisterwohnung noch zwei kleine Mehrzweckräume.

Mit der anstehenden Sanierung des Gebäudes sollen die Räume nicht nur einen neuen Anstrich sondern teils auch neue Funktionen erhalten. Wie Burkhard Basner vom beauftragten Büro Köhler Architekten aus Gauting vorstellte, sei zum Einen ein neues Raumprogramm für Erd- und Obergeschoss vorgesehen und zum Anderen – ein wesentlich gravierenderer Eingriff: der Ausbau des Dachgeschosses mit künftiger Nutzung als Schulungs- und Veranstaltungsraum.

Im Parterre bleibt vieles wie gehabt: Umkleiden und Sanitärräume werden lediglich neu angeordnet. Ansonsten hat das Planungsbüro einen Aufzug für das Gebäude vorgesehen. Anpassungen sind dagegen im Obergeschoss zu erwarten. Weil die Mehrzweckräume erhalten bleiben, erfordert die DIN-Norm für Sporthallen und -räume weitere Umkleiden und Sanitärräume, die es bislang im Obergeschoss noch nicht gab.

Gänzlich Neues ist derweil unter dem Dach geplant: Dort, wo es bislang sogar Fledermäusen zu zugig war, wie eine Nachfrage von Robert Sedlmayr (ÖDP) ergab, steht ein Ausbau bevor. 120 bis 160 Besucher sollen in der obersten Etage über der Sporthalle Platz finden – bei Schulungen oder Veranstaltungen. Schließlich gebe es nur „eine kleinere Bühnenfläche für zwei bis drei Leute“ oder womöglich eine kleine Band, meint Architekt Basner. Mehr Platz sei nicht, und die Größe zur Versammlungsstätte bei über 200 Besuchern wolle man wegen deutlich höherer Auflagen ohnehin nicht überschreiten.

Außerdem planen die Architekten im Dachgeschoss noch ein Foyer, eine Garderobe, eine Teeküche und einen WC-Bereich. Auch für einen Nebenraum sei noch Luft – eventuell ein Fitnessraum, aber das müsse man noch mit der Schulleitung des Ignaz-Kögler-Gymnasiums abstimmen, sagt der Architekt. Schließlich soll die Schule einer der Hauptnutzer sein: Beispielsweise könnte das musische Gymnasium seine Kultur-Veranstaltungen in der Sporthalle abhalten. Weiterer Abnehmer ist voraussichtlich die Stadt Landsberg: Vor allem für Gymnastikräume meldete Oberbürgermeister ­Mathias Neuner im Landratsamt zuletzt Bedarf an.

Für die Sanierung der Lechsporthalle inklusive des Dachgeschoss-Ausbaus schätzt Köhler Architekten die Investitionskosten auf rund 4,75 Millionen Euro. Hermann Dempfle (Bayernpartei) sorgte sich derweil um drohende Folgekosten, die jetzt womöglich noch nicht absehbar seien. Burkhard Basner beruhigte aber: Die Halle sei „kein irrsinnig komplizierter Bau“ und ein Puffer sei in die Plansumme mit eingerechnet.

Wilhelm Böhm (CSU) bekräftigte, der Bedarf für den Veranstaltungsraum sei zweifelsohne vorhanden. Er interessierte sich speziell für die Kosten des Dachgeschoss-Ausbaus. Diese könne man aber nicht separat darstellen, denn auch die Sanierungsarbeiten seien an die Planungen für das Dachgeschoss geknüpft: Entschließt sich der Landkreis zum Ausbau, müssen die Hallendecke verstärkt und Stahlträger eingezogen werden. Und auch in der Statik wären Ergänzungen vorzunehmen.

Positiv am Veranstaltungsraum sei ferner noch, dass dieser ohne zusätzlichen Flächenverbrauch geschaffen werde, so Quirin Krötz (CSU). Er plädierte deshalb für den Ausbau und sah in der neuen Veranstaltungslokalität gleichzeitig ein Entgegenkommen für die Stadt. Deshalb könne er sich „eine Befreiung von der Stellplatzsatzung gut vorstellen“.

Von Satzung befreit?

Denn auch die Stellplatzablöse war Gegenstand der Diskussion. Wer einen Veranstaltungsraum baut, muss schließlich auch für ausreichend Parkplätze sorgen – einen Stellplatz pro sechs Besucher. Bei bis zu 199 Besuchern wären das 33 Parkplätze. Und gemäß der Landsberger Stellplatzsatzung beträgt der Preis pro Platz 5.000 Euro – macht in Summe also 165.000 Euro, die der Landkreis allein für die Stellplatzablöse obendrein bezahlen müsste.

Weil im Haushalt von 2016 und 2017 bereits 500.000 Euro für die Sanierung eingestellt waren, stand im Kreisausschuss zur Abstimmung, ob der Sanierungsumfang einschließlich Dachgeschoss-Ausbau realisiert werden soll. Ohne Gegenstimme votierten die Kreisräte letztlich dafür, die 4,4 Millionen Euro (inklusive Stellplatzablöse) in den nächsten beiden Jahren in den Haushalt einzustellen. ­Beginn der Baumaßnahmen ist voraussichtlich im Frühsommer 2018; bis zum Schuljahresbeginn 2019/2020 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, teilt ­Wolfgang Müller, Pressesprecher des Landratsamtes, mit.

Marco Tobisch

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