Viel Platz auf wenig Grund

Klinikum Landsberg sorgt vor: 60 neue Wohnungen fürs Personal

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Wohnen und Arbeiten am Klinikum: Neben einem Parkhaus sollen auch drei dieser Stelzenbauten mit Erdgeschoss-Garage verwirklicht werden.

Landkreis – Leere Klinikbetten trotz zahlreicher kranker Menschen, die dringend untergebracht werden müssen: ein Zukunftsszenario? In München ist es schon Realität. Weil nicht genug Pflegepersonal gefunden werden kann. Die Mieten sind zu teuer, insbesondere für Pflegepersonal, deren Gehalt nicht gerade üppig ist. Im Klinikum Landsberg gibt es dieses Szenario nicht. Noch nicht. Denn auch hier hat die Klinikleitung Probleme, ausreichend Personal zu finden, betonte Vorstand Marco Woedl vergangene Woche im Kreis­ausschuss, wo das Projekt „Wohnen und Arbeiten am Klinikum“ vorgestellt wurde. Weshalb der Landkreis 60 Mikrowohnungen und ein Parkhaus auf dem Klinikumsgelände baut.

Auch in Landsberg ist es für das Klinikpersonal und für die Schüler der hauseigenen Berufsfachschule inzwischen nahezu unmöglich, geeigneten Wohnraum zu finden. Weshalb die Wohnungen speziell für die Ausbildungskräfte und für Niedrigverdiener gedacht sind, berichtet Woedl im Kreisausschuss: „Wir können im Moment nur Pflegekräfte aus Landsberg nehmen.“ Denn für auswärtig Wohnende ist es unmöglich, pünktlich zum Arbeitsbeginn um 6 Uhr morgens mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen.

Was zu einem weiteren Problem führt: die angespannte Parkplatzsituation. Die habe sich mit der Eröffnung der psychiatrischen Tagesklinik noch verschärft. Vor allem mittags um 14 Uhr zum Schichtwechsel sei Parken nahezu unmöglich. Das neue Parkhaus soll mindestens 100 Plätze bieten. Kommt noch eine zweite Etage dazu, verdoppelt sich die Anzahl. „Hier bieten sich dann eventuell auch Park- and-Ride-Möglichkeiten“, sagt Woedl. Schon jetzt werde der Parkplatz von zahlreichen Menschen als Umsteigeplatz auf die Öffentlichen genutzt, um ins Stadtzentrum zu gelangen.

Die Wohnungen für die Mitarbeiter werden westlich vom Parkplatz gebaut. Und im nördlichen Bereich des vorhandenen Parkplatzes soll das Parkhaus stehen. Eine Änderung des Bebauungsplans sei dazu nicht notwendig, da die Flächen bereits als „Parkplatz“ deklariert sind. Für die Mietwohnungen steht jedoch eine Änderung an. Weshalb die Gesamtkonzeption dem Stadtrat vorgelegt werden muss. Die angedachte Konstruktion des Parkhauses zeigt eine anspruchsvoll gestaltete Fassade. Wie die Garage tatsächlich aussehen wird, zeigt sich aber erst, wenn nach Zustimmung des Stadtrats ein Architektenwettbewerb ausgelobt werden kann und die Entscheidung für eine Lösung gefallen ist.

Der Bauherr des Parkhauses kann – aber muss nicht – das Klinikum selbst sein. Für die Apartment-Anlage sollte hingegen der Landkreis als Vorhabenträger stehen. Denn sonst funktioniert die angedachte Finanzierung über das Kommunale Wohnraumförderungsprogramm nicht. Bei der kommen zehn Prozent aus Eigenmitteln, zum Beispiel über das Grundstück, 60 Prozent durch einen zinslosen Kredit und 30 Prozent über Fördermittel vom Freistaat.

»Paradebeispiel«

Das Konzept wurde im Kreisausschuss lediglich vorgestellt, eine Abstimmung war somit nicht vorgesehen. Dennoch war eine durchweg positive Aufnahme des Vorhabens bei den Anwesenden zu erkennen. Robert Sedl­mayr (ÖDP) äußerte gar „ein großes Lob“: Das Projekt sei ein „Paradebeispiel“ für Wohnungsbau ohne Flächenversiegelung.

In einem ersten Pressegespräch war Ende Mai die Rede von einem Gesamtvolumen der Maßnahmen in Höhe von 4,4 Millionen Euro. 90 Prozent davon seien für das Wohnungspro­jekt gedacht. Nicht nur der Landkreis ist optimistisch. Auch die Stadt habe laut Landrat Thomas Eichinger bereits ihr Einverständnis signalisiert.

Susanne Greiner

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