Landkreis Landsberg baut Sozialwohnungen in Schondorf

Zehn neue Sozialwohnungen am Grießfeld

Schondorf - LK-Sozialwohnungen - Am Grießfeld
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So soll das Gebäude mit den zehn Sozialwohnungen aussehen, das der Landkreis in Schondorf am Grießfeld bauen wird.

Schondorf – Das Wohngebäude vor der Wolfgang-Kubelka-­Realschule gehört dem Landkreis. Im Zuge der Schulsanierung hatte er es miterworben. Das Haus weist jedoch Bauschäden auf, eine Sanierung ist nicht sinnvoll. Zudem steht der Dreispänner direkt vor dem „Gesicht der Schule“, wie Landrat Thomas Eichinger (CSU) vergangene Woche im Kreisausschuss betonte. Ein Platz, den auch die Schule gut nutzen kann. Deshalb wird das Gebäude abgerissen. Stattdessen baut der Landkreis zehn Sozialwohnungen am Grießfeld – gegenüber denen der Gemeinde.

Das Grundstück für den Bau des neuen Dreispänners auf einem Teil des Geländes am Grießfeld gehört weiterhin der Gemeinde, der Landkreis hat es für 66 Jahre in Erbpacht für „einen Euro pro Quadratmeter“ gesichert, konkretisierte Hochbauamtschef Christian Kusch auf der Sitzung. Baustart könne im Herbst sein.

Zuvor müssten noch Altlasten entsorgt werden: „Das Gelände war früher eine Kiesgrube, die hat man mit Müll aufge­füllt“, beschreibt der beauftragte Architekt Peter Gradl vom Schondorfer Büro PMG. Bei diesem Müll, der dort auf gut zwei Meter eingeschüttet worden sei, handele es sich um Bauschutt, sagt Kusch. Man kenne die Zusammensetzung. Die Entsorgung koste knapp 500.000 Euro, „dafür haben wir aber auch gleich die Baugrube“, beruhigte Kusch die Gemüter. Man habe der Gemeinde das Grundstück ohne Wissen dieser Altlasten angeboten, betonte Schondorfs Bürgermeister Alexander Herrmann (Grüne) mit einem Augenzwinkern.

Ein Gutes habe die Kiesgrube aber, so Gradl bei der Vorstellung des geplanten Baus: Das entstehende „Loch“ nutze man als Tiefgarage. In dem Gebäude sollen zehn Wohnungen auf drei Geschossen entstehen: eine Fünfzimmer-, eine Vierzimmer-, zwei Dreizimmer-, fünf Zweizimmer- und eine Einzimmerwohnung. Dabei sei der Bau aber flexibel geplant, sodass man die Wohnungsgröße nach Bedarf leicht anpassen könne. Gebaut wird als Holz-Hybrid-Bau (Holz und Beton), wobei zwei Geschosse barrierefrei sein werden – und das, ebenfalls dank der Kiesgrube, ohne Aufzug. Das Dach werde begrünt und mit Solarpanels besetzt. Zudem arbeite man mit einer Wärmepumpe.

Sowohl Herrmann als auch Fraktionskollege Peter Friedl lobten den Architektenplan aufgrund seiner ökologischen Qualität, einschließlich des flächensparenden Bauens. Ein Gebäude, das die Gemeinde Schondorf gegenüber des Landkreisbaues errichtet, werde wohl diese Bauweise spiegeln, so Herrmann.

Bei einem Baustart im Herbst rechnet Kusch, dass das Gebäude im Frühjahr 2023 fertig sein wird. Gradl gab zu bedenken, dass aber noch die Baugenehmigung einzuholen sei. Die Gesamtkosten setzt Kusch auf rund 3,6 Millionen Euro, inklusive der Altlastenentsorgung. Eventuell sei es möglich, Zuschüsse und Förderkredite zu bekommen, auch für die Bodensanierung. Deren Höhe könne man aber erst im Zuwendungsverfahren festlegen.

Die Mieten in den Sozialwohnungen sollen in den ersten drei Jahren bei 7,90 Euro pro Quadratmeter liegen und werden anschließend entsprechend dem Anstieg der Lebenshaltungskosten angepasst. Man wolle mit diesem Bau den sozialen Wohnungsbau vorantreiben, betonte Eichinger. Das sei allerdings das einzige neue Landkreis-Projekt in diesem Bereich. Ansonsten gehe es bei den Maßnahmen des Landkreises im Bereich Sozialwohnungsbau momentan um den Erhalt des Bestandes.

Der Kreisausschuss stimmte der Entwurfsplanung und der Fortführung der weiteren Maßnahmen einstimmig zu.

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