Beratung für Senioren- und Pfelgeeinrichtungen

Landkreis Landsberg: Corona-Vorbeugung mit APEK-Team

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Das richtige Anlegen der Schutzkleidung zeigt Robert Skoda (ganz rechts) mit Hilfe einer Freiwilligen beim ersten Besuch des APEK-Teams unter der Leitung von Lutz Günther (ganz links) im Kreisseniorenheim Vilgertshofen. Dessen stellvertretender Betriebsleiter Udo Jakob und Pflegedienstleiterin Gerda Sporer verfolgen die Demonstration.

Landkreis – Seniorenheime, Pflege- und Behinderteneinrichtungen sind durch die Corona-Pandemie besonders gefährdet. Der Landkreis hat deshalb vor rund drei Monaten ein Expertenteam ins Leben gerufen, das Pflegekräfte in stationären und mobilen Einrichtungen in Sachen Hygiene- und Schutzmaßnahmen berät und schult. Das Altenpflege-Epidemie-Kontroll-(kurz: APEK-)Team war mittlerweile in fast allen Einrichtungen im Landkreis – und es bleibt im Einsatz, auch wenn der Katastrophenfall mittlerweile aufgehoben wurde.

Das Team besteht aus einem Rettungsdienstmitarbeiter, einer Hygienefachkraft und einem Softwarespezialisten. Wie Teamleiter Lutz Günther berichtet, ging es in den bislang 15 vier- bis fünfstündigen Schulungen unter anderem um den Aufbau von Schleusen und den Umgang mit persönlicher Schutzausrüstung, um sämtliche Aspekte der Hand-Desinfektion und um eine web-basierte Screening-App für das Pflegepersonal. Außerdem wurden bei Rundgängen durch die Einrichtungen sämtliche Hygiene- und Schutzmaßnahmen unter die Lupe genommen.

„Man bekommt dadurch nochmal einen anderen Blickwinkel auf die Situation“, sagt Udo Jakob, stellvertretender Betriebsleiter der Kreisseniorenheime, beim ersten Besuch des APEK-Teams in der Einrichtung in Vilgertshofen. Bei der Multiplikatorenschulung an diesem Vormittag demonstriert Robert Skoda vom BRK Landsberg das korrekte An- und Ausziehen der Schutzkleidung. Gerade beim Ausziehen könne viel verkehrt gemacht werden, gibt Jakob zu bedenken.

Froh über die Unterstützung durch das APEK-Team war man im Gesundheitsamt, das – auch zu normalen Zeiten – im Rahmen regelmäßiger Begehungen die Hygienekonzepte in Heimen überprüft. Die Zusammenarbeit mit den Einrichtungen habe „spitzenmäßig“ funktioniert, lobt die stellvertretende Gesundheitsamtsleiterin Dr. Birgit Brünesholz.

Die Arbeit des APEK-Teams sieht sie als „gute präventive Maßnahme“, um weitere Corona-Ausbrüche zu verhindern. Tatsächlich habe es in den Kreisseniorenheimen bisher keinen einzigen Fall gegeben. In anderen Einrichtungen seien zwar vereinzelte Corona-Infektionen aufgetreten, die aber zum Glück nicht zu größeren Ausbrüchen geführt hätten. Zwei Corona-Patienten, die jeweils unter schweren Vorerkrankungen gelitten hätten, seien verstorben.

Landkreis gut versorgt

Laut Wolfgang Müller, Pressesprecher des Landratsamts, haben im Landkreis fast alle Pflege- und Behinderteneinrichtungen das Angebot der Unterstützung durch das APEK-Team angenommen. Ausnahmen seien lediglich Heime mit überregionalen Trägern, die eigene Schulungs- und Beratungskonzepte umgesetzt hätten.

Die Kosten für die freiwillige Leistung des Landkreises beziffert der Pressesprecher auf etwa 25.000 Euro bis zum Jahresende. Was die Schutzausrüstung betrifft, so seien die Lager des Landkreises Landsberg inzwischen so gut gefüllt, dass man sicher über den nächsten Winter kommen werde, so Müller. „Es ist von allem genügend vorhanden.“
Ulrike Osman

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