Große Bauvision des Gospelchors "The Sweet 60s" – Jetzt wird Baugrund im Landkreis gesucht

Landkreis Landsberg: Gemeinsam unter einem Dach

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So sieht das Green House-Modell des Architekten Hans-Peter Burkhardt aus.

Landkreis – 60 Wohnungen für Jung und Alt mit eigenen Bäder und Küchen. Dazu ein Konzertsaal, ein Fitnessraum, eine Bibliothek, ein Café, ein Wasserfall, eine kleine Oase und Gemeinschaftsräume für einen Ort der Begegnung. Es klingt wie ein Fünf-Sterne-Hotel, aber der Gospelchor „The Sweet60s“ hat eine Vision von einem gigantischen Bauprojekt. Das Problem: Es fehlt der Baugrund, um das Projekt „Green House“ umzusetzen.

„Das Green House ist weit mehr als nur eine Senioren-WG“, sagt der zweite Vorstandsvorsitzende Peter Hinze. In Amerika gilt das Konzept des Green House bereits seit 2011 als „Höhepunkt des Kulturwandels“. Nach dem Prinzip: Alt hilft Jung indem die Kinder berufstätiger Eltern betreut werden – und Jung hilft Alt, zum Beispiel am Abend beim Zubettgehen. Um dieses Prinzip möglich zu machen, wollen die Sweet60s ein ungefähr drei- bis vierstöckiges Gebäude der Begegnung errichten. Mit inbegriffen soll auch eine Pflegeeinrichtung sein.

Zur Idee kam es auf einer Gartenfeier. „Wir haben unseren ehemaligen Chorleiter Charles Logan verabschiedet“, erzählt Gospelchor-Vorstandsvorsitzende Renate Schmid. „Es war einfach schön und gesellig und dann hab‘ ich den Vorschlag gemacht, dass wir alle zusammen wohnen könnten.“ Die Idee sei von so vielen Personen bejaht worden, dass sie es ernst genommen habe. „Daraufhin hab ich mich nach einem Haus mit mehreren Wohnungen umgesehen und über eine Maklerin kamen wir dann auf die Idee, selbst zu bauen“, sagt Schmid.

Aber hier verbirgt sich ein Problem. Zwar stehe eine Bank als möglicher Investor hinter dem Projekt, jedoch fehlt der Baugrund, um das Projekt realisieren zu können. Dafür benötigt der Gospelchor ungefähr 4.000 Quadratmeter. „Wir sind an die Stadt Landsberg herangetreten“, erklärte Hinze. Es sei zwar mehrmals Baugrund angeboten worden, aber die Verhandlungen zu den Vorschlägen hätten nie angefangen. „Wir haben das Gefühl, dass hier kein Interesse besteht, was uns ein wenig enttäuscht.“ Deswegen sucht der Gospelchor nun nach Privatpersonen, die ein großes Grundstück beziehungsweise Quadratmeter zur Verfügung haben.

Die 60 Wohnungen des Green House seien für ein bis drei Personen konzipiert und zwischen 30 und 80 Quadratmeter groß. Herzstück des v-förmig konzipierten Bauwerks soll eine Oase sein, die sich über alle Stockwerke spannt. In dem lobbyartigen und lichtdurchfluteten Raum sollen unter der Glaskuppel auf dem Dach ein Wasserfall, flauschige Sitzecken, Feuerstellen und Kochnischen für ein gemütliches Ambiente sorgen. Für Veranstaltungen wie ein Gospelchorkonzert oder kleine Theaterstücke soll die Lobby zu einem Konzertsaal umgebaut werden können, in dem ungefähr 200 Personen Platz finden.

In einem der V-Flügel des Gebäudes würden gerne die Chormitglieder untergebracht werden. Für die Gospelsänger sind 30 variable Ein- bis Zwei-Zimmerwohnungen geplant. Im zweiten Flügel, dem öffentlichen Wohnbereich, stünden dann weitere 30 weitere Wohnungen für alleinerziehende oder alleinstehende Menschen zur Vermietung bereit. Die gewerblichen Räumlichkeiten könnten zum Beispiel Platz für ein Café, ein Restaurant, einen Arzt oder einen Pflegedienst bieten.

Finanziert werden soll das Projekt durch die Gründung einer Genossenschaft und der Bank als Investor. Die Bank würde ungefähr 70 Prozent der Kosten übernehmen und die restlichen 30 Prozent wären Eigenkapital der Chormitglieder. Nach ersten Vermutungen kostet das Gebäude zwischen 10 und 15 Millionen Euro.

„Das ökologische, nachhaltige und barrierefreie Wohnkonzept kann für jede Stadt oder auch für eine Gemeinde zum Aushängeschild werden“, meint Schmid. Sie wollten weiterhin aktiv sein und seien froh, etwas tun zu können. Die Vorstandsvorsitzenden stehen für das Motto ihres alten Chorleiters Logan: „Erst das Gefühl von Wertlosigkeit und Ausgrenzung macht die Herzen der Menschen alt.“
Matthias Gschwind

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